powered by Motorsport.com
Startseite Menü

Ross Brawn verspricht: "Werden großartiges Racing haben!"

Formel-1-Sportchef spricht über die Veränderungen in der Formel 1: Warum es keine Patentlösung gibt und warum eine Rückkehr zu V10 oder V12 nicht kommen wird

(Motorsport-Total.com) - Dass sich die Formel 1 ändern muss, da sind sich die Beteiligten einig. Die große Frage ist aber: Wie? Grundlegende Veränderungen sind in der Formel 1 nicht Usus und auch gar nicht gewünscht. "Wir sind in einer Welt, in der man sich in jedem Bereich um kleine Prozentpunkte verbessert", sagt Formel-1-Sportchef Ross Brawn im Podcast von 'F1 Fan Voice'.

Sergio Perez, Carlos Sainz

Die Formel 1 soll unter Liberty Media spektakulärer werden Zoom

Dabei sei es wie mit dem Gewinnen in der Formel 1. Denn viele würden denken, dass es eine Patentlösung dafür gibt. "Das deckt sich aber nicht mit meiner Erfahrung", sagt er. "Meistens geht es darum, dass alle Bereiche ein paar Prozent finden." Liberty Media hat seit der Übernahme der Königsklasse schon an ein paar Schrauben gedreht, die sich aber vor allem um das Fanerlebnis gedreht haben.

Doch Brawn weiß: "Die Action abseits der Strecke kann die Action auf der Strecke nicht kompensieren. Wir wollen keine große Show, die aber im Kern hohl ist." Daher sei es wichtig, den Fans auch großartiges Racing auf großartigen Strecken mit großartigen Fahrern zu bieten, doch das ist derzeit gar nicht so einfach. "Am Start ist etwas Action, dann lässt es nach, und wenn nichts Außergewöhnliches passiert, dann findet kein Rennen statt", kennt er das aktuelle Problem der Formel 1.

Ross Brawn, Chase Carey

Ross Brawn und Chase Carey haben die Zukunft der Formel 1 in ihrer Hand Zoom

Denn die Autos lassen großartiges Racing derzeit nicht zu, weil sie aerodynamisch zu anfällig sind, wenn sie hinter einem anderen Fahrzeug herfahren müssen. Damit etwas passiert, muss etwas Außergewöhnliches passieren - ein Unfall oder eine Safety-Car-Phase, die das Feld zusammenführt. Oder die Piloten müssen auf unterschiedlichem Material, etwa ältere Reifen sein, damit es zu einem Kampf kommt.

Feld soll kämpfen können - aber nicht künstlich

Das möchte Brawn gerne ändern: "Ich möchte sehen, dass auch Autos in ähnlicher Verfassung gegeneinander fahren können", sagt er. Für 2019 wird daher ein neuer Frontflügel eingeführt, mit dem das Hinterherfahren erleichtert werden soll. Mit einem neuen Reglement ab 2021 können dann auch die Autos wieder überholfreundlicher werden.


Fotostrecke: Die zehn denkwürdigsten F1-Regeländerungen

"Daran angeschlossen ist die Nachhaltigkeit der Teams", ergänzt Brawn. "Wir wollen, dass sie konkurrenzfähiger sind, denn das bringt auch das Feld zusammen." Topteams sollen weniger Geld und Ressourcen verschwenden dürfen, kleinere Teams sollen mehr vom Kuchen abbekommen - allerdings ist auch das nicht vor 2021 angehbar. "Das große Ziel ist ein konkurrenzfähigeres Feld, in dem alle eng kämpfen können", sagt der Sportchef und verspricht: "Wir werden großartiges Racing haben. Dafür wollen wir aber keine künstlichen Mittel benutzen."

Das heißt, man will nicht mit zusätzlichen Spannungselementen eingreifen und Action erzwingen. Auch die Renndistanz ist für Brawn eine heilige Kuh, obwohl häufig von Sprint- oder Samstagsrennen zu lesen ist. "Eineinhalb bis zwei Stunden sind richtig. Wir müssen nur mehr Action in ein Formel-1-Rennen bringen", winkt er ab.

Warum es keine Rückkehr zu V12 geben wird

Ausschließen kann er auch einen anderen Fanwunsch: die Rückkehr zu V10- oder V12-Motoren. Zwar würde der Fan in ihm gerne eine Zurückrüstung sehen, weil er damit auch mehr Emotionen verbindet, allerdings weiß er, dass der Schritt nicht machbar sein wird: "Ich sehe nicht, wie wir einen solchen Schritt zurück machen sollen, ohne die Beteiligten abzuschrecken. Die Hersteller in der Formel 1 sind an die aktuellen Motoren gebunden", sagt er.

Sebastian Vettel, Lewis Hamilton

Enges Racing soll in Zukunft keine Seltenheit bleiben Zoom

Stattdessen müsse man die aktuellen Motoren entwickeln "und daraus lernen, wie wir sie in eine Richtung bringen können, die vielleicht etwas anziehender für die Fans ist." Brawn sieht darin auch eine Verfehlung der Formel 1. Für ihn sind die Triebwerke ein wahres Wunder an Ingenieurskunst. "Aber darüber reden wir nicht", sagt er. "Wir haben da wohl eine Chance verpasst. Wir müssen sie an einen Punkt bringen, wo andere Hersteller auch einsteigen wollen."

Fans sollten sich hingegen vom Gedanken an V12-Motoren verabschieden: "Sollten wir eine Revolution haben? Ich glaube nicht", sagt er. "Ich würde die Motoren gerne haben, aber das wird nicht passieren."

Aktuelles Top-Video

GP Frankreich: Analyse mit Nico Rosberg
GP Frankreich: Analyse mit Nico Rosberg

Lando Norris war für Nico Rosberg der Mann des Rennens, Mercedes aber das eindeutig beste Team ...

Aktuelle Bildergalerien

Frankreich: Fahrernoten der Redaktion
Frankreich: Fahrernoten der Redaktion

Grand Prix von Frankreich, Sonntag
Grand Prix von Frankreich, Sonntag

Grand Prix von Frankreich, Technik
Grand Prix von Frankreich, Technik

Grand Prix von Frankreich, Samstag
Grand Prix von Frankreich, Samstag

Grand Prix von Frankreich, Freitag
Grand Prix von Frankreich, Freitag

Unter der Haube: Diese Formel-1-Fahrer haben sich getraut
Unter der Haube: Diese Formel-1-Fahrer haben sich getraut

Formel-1-Tickets

ANZEIGE

Formel-1-Paddock-Tickets

ANZEIGE
Anzeige

MotorsportJobs.com

ANZEIGE
Composite design engineer
Composite design engineer

The composite designer has to design the surface of the bodywork and internal parts from the WRC cars, as well as design the engineering of the physical parts.Main tasksUnder ...