powered by Motorsport.com

Rob Smedley: Neue Regeln lassen kaum noch Schlupflöcher zu

Williams' Chefingenieur Rob Smedley erklärt, warum es immer schwieriger wird, sich bei Regeländerungen hervorzuheben

(Motorsport-Total.com) - Die Pessimisten unter den Formel-1-Fans glauben nicht, dass es in der Saison 2017 zu signifikanten Änderungen der Hackordnung unter den Teams kommen wird. Die Optimisten setzen auf die neuen, aerodynamischen Regeln. Denn Motorsport-Historiker wissen: Wenn die Boliden grundsätzlich umgebaut werden müssen, bietet das Raum für Kreativität. Dieser wird nur leider immer kleiner, wie Williams' Chefingenieur Rob Smedley erklärt.

Rob Smedley

Rob Smedley schürt die Konformität-Angst vor der neuen Saison Zoom

"Das liegt daran, dass die Regeln von führendem Technikpersonal der Teams geschrieben werden", sagt er gegenüber Autosport. "Sie wissen genau, dass wir alle versuchen, Schlupflöcher zu finden um unseren Rivalen voraus zu sein. Aber weil die Regelfindung eben eine Zusammenarbeit ist und Leute daran beteiligt sind, die selbst nach Schlupflöchern suchen, werden diese größtenteils ausschlossen. Das ist besonders mit den jetzt neuen Regeln so."

Aggressiver, schneller und breiter soll es in diesem Jahr in der Königsklasse zugehen. Revolutionen wie Brawns Doppeldiffusor 2009 aber scheinen ausgeschlossen. "Wir haben versucht, die Schlupflöcher von vorneherein auszuschließen", betont Smedley, der aber kein allzu pessimistisches Bild vorzeichnen will. "Kann es dennoch welche geben? Natürlich. Haben wir oder andere sie schon gefunden? Das wird man sehen."

Bei Williams wird es, vor allem auf technischer Seite, ohnehin spannend. Zum einen steht das Team unter Druck, den Aufschwung, den sie 2014 und 2015 eingeleitet, 2016 aber leider wieder verloren haben, wieder aufzunehmen. "Das Auto, mit dem wir in Australien und die erste Hälfte der Saison antreten werden, ist so gut wie fertig", verspricht Smedley. "Wir arbeiten auch schon an einschneidenden Weiterentwicklungen für den Verlauf der Saison."


Fotostrecke: Die zehn denkwürdigsten F1-Regeländerungen

Zum anderen schwebt über der Mannschaft aus Grove aber auch noch der Anschein eines unsortierten technischen Teams. Pat Symonds hat seinen Posten als technischer Direktor aufgegeben, Smedleys Rolle ist noch nicht festgeschrieben und die Verpflichtungen von Toro Rossos James Key oder dem Mercedes-Ex Paddy Lowe sind noch immer nicht mehr als Gerüchte. Lowes Schicksal scheint im Zusammenhang von Valtteri Bottas Wechsel zu den Silberpfeilen zwar bereits klar - aber Smedley warnt jetzt vor zu hohen Erwartungen.

"Wir müssen sicherstellen, dass sich das technische Team weiterentwickelt - ob durch Hochschulabsolventen oder bereits ausgebildetem Top-Personal ist", deutet er an. "Wir müssen sicherstellen, dass sie ihr volles Potenzial ausschöpfen und die bestmögliche Arbeit abliefern können. Es ist wichtig, dass ihre Arbeit schnellstmöglich Früchte trägt. Aber welche Veränderungen wir auch immer vornehmen - sie werden erst einmal wenig Einfluss haben. Erst nach sechs bis acht Monaten wird man etwas davon merken."

F1-Tests: Zeiten, Termine, Statistiken

Exklusives Formel-1-Testcenter

Im F1-Testcenter finden Sie Zeiten, Termine und unzählige Statistiken zu den Testfahrten in der Formel 1!

Anzeige

Motorsport-Total.com auf Twitter