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  • 22.12.2016 · 12:24

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Williams befürchtet 2017 millionenschweren Entwicklungskrieg

"Updates, wie wir es nie erlebt haben": Das erwartet der scheidende Technikchef Symonds für das kommende Jahr - Beschränkte Windkanalnutzung problematisch

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 steht nicht nur vor einer großen Regelnovelle, sondern auch vor einem Updatekrieg, der die Szene in der Saison 2017 erschüttern wird. Davon ist jedenfalls Pat Symonds, scheidender Technikchef der Williams-Mannschaft, überzeugt. Er rechnet mit massivem technischen und auch personellen Aufwand, den die Topteams im kommenden Jahr betreiben werden. "Das Schärfste ist, dass wir so wenig Entwicklungszeit haben", bläst der Ingenieurs-Dino besorgt die Backen auf.

Mechaniker bei Williams

Für die Mechaniker bei Williams wird es 2017 viele Teile anzuschrauben geben Zoom

Das Regelkorsett zur Eindämmung der Entwicklungskosten tut sein Übriges hinzu: "Dazu gibt es wenig Möglichkeiten, in den Windkanal zu gehen", bemerkt Symonds über Arbeitsstunden in den kostspieligen Anlagen, die für jedes Team begrenzt und auf einen Ort beschränkt sind - von den raren Gelegenheiten, sein Auto auf der Strecke auszuprobieren, ganz zu schweigen. Er erkennt in diesem Punkt den wichtigsten Unterschied zu den vorherigen Einschnitten in das Reglement.

"Über die große Novelle 2009 wurde eine halbe Ewigkeit diskutiert. Es gab jedoch auch vorläufige Regelwerke und die Windkanäle liefen rund um die Uhr - bei Toyota sogar zwei", erinnert sich Symonds an die Saison, die von den Doppeldiffusoren und dem Wunderauto von BrawnGP geprägt wurde. "Auch 2014 wurde aerodynamisch viel verändert. Bei der Kühlung gab es viel Arbeit", führt er den Beginn der Hybridära an, um gleich darauf auf einen wichtigen Unterschied hinzuweisen.


Pirelli-Reifentest in Abu Dhabi

Denn Symonds meint: "Damals hatten wir genügend Luft und 80 Mal die Woche die Möglichkeit, in den Windkanal zu gehen." Weil mittlerweile der Großteil der Arbeit an CFD-Supercomputern stattfindet, stochern die Teams mehr im Dunkeln und müssen sich darauf verlassen, dass sich ihre Ergebnisse auf der Strecke reproduzieren lassen. "Wir hatten früher Ziele, auf die wir hingearbeitet haben. Aber jetzt sprechen wir nicht mehr von Zielen, sondern von Erwartungen", so Symonds.

Er folgert, dass sich die Boliden im Laufe der Saison massiv verbessern würden und die Teams bereit wären, für neue Teile viel Geld in die Hand zu nehmen: "Es wird unablässig Updates geben. So, wie wir es noch nicht erlebt haben", prognostiziert Symonds. "Wir müssen die Produktion hochfahren und das ist verdammt teuer." Besonders dann, wenn es Kleinholz gibt. Damit ist allen voran dann zu rechnen, wenn eine Mannschaft wie Williams auf einen Formel-1-Neuling als Piloten setzt.

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