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  • 22.11.2005 15:08

Renaults dritter Schlüsselmoment: Rennen in Imola

Dank des Räikkönen-Ausfalls und einer fahrerischen Meisterleistung gewann Fernando Alonso den Grand Prix von San Marino in Imola

(Motorsport-Total.com) - Beim ersten europäischen Grand Prix der noch jungen Formel-1-Saison startete WM-Leader Fernando Alonso aus der ersten Reihe. Doch würde sein Motor, der zuvor in Bahrain hatte leiden müssen, die Distanz überstehen? Dem Renault-Team stand ein spannendes Rennen bevor.

Fernando Alonso vor Michael Schumacher

Alonso und Schumacher lieferten sich in Imola ein sehenswertes Rad-an-Rad-Duell Zoom

Knapp zwei Stunden vor dem Start zum Grand Prix von San Marino 2005, dem vierten von 19 Saisonläufen, herrschte bei den Verantwortlichen des Renault-Teams Erleichterung vor. Um seinen Motor, der beim vorangegangenen Lauf in Bahrain über Gebühr beansprucht worden war, zu schonen, hatte Alonso in den freien Trainingssitzungen lediglich Teilzeitarbeit verrichtet. Dennoch gelang es dem jungen Spanier, sich im Qualifying als Zweiter für die erste Startreihe zu qualifizieren.#w1#

Zuverlässigkeit des Motors war nicht sicher gewährleistet

Doch wie zuverlässig würde sein V10-Triebwerk während des Rennens sein? Die Ingenieure des Renault-Teams zeigten sich zuversichtlich. Ihrer Meinung nach würde der RS25 nicht nur die Distanz überstehen, sondern Alonso auch Chancen auf den Sieg einräumen. Nach zahlreichen Besprechungen und schier endlosen Simulationen fiel am Donnerstag vor dem Grand Prix schließlich die Entscheidung, das Risiko einzugehen und damit eine Zurückstufung in der Startaufstellung um zehn Positionen zu vermeiden. Gewissheit über die Richtigkeit der Entscheidung würden aber erst die bevorstehenden 62 Runden im Renntrimm bringen.

Alonso ließ sich von derartigen Gedankenspiel in keinster Weise aus der Ruhe bringen. Wer ihn in den Stunden vor dem Start im Motorhome mit den Teammitgliedern scherzen sah, spürte nichts von dem Druck, unter dem er sich befand. "Ich bin an diesem Wochenende wegen verschiedener Kleinigkeiten nicht viel gefahren", erklärte er, "aber wir haben alle Probleme gelöst und unter Kontrolle. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen."

Alonso blieb trotz der technischen Schwierigkeiten ruhig

Dabei spielte er seine Gelassenheit nicht einmal - er war tatsächlich vollkommen entspannt. "Warum sollten wir die Katze jetzt schon aus dem Sack lassen?", fragte er seinen Renningenieur Rémi Taffin. "Die Wahrheit kann warten, bis wir das Rennen gewonnen haben. Dann können wir bis ins letzte Detail erklären, was an diesem Wochenende genau passiert ist." Auch Pat Symonds blieb ganz ruhig: "Fernandos Motorenprobleme haben wir in unsere Vorbereitungen mit einbezogen. Unser Ziel lautet, das gesamte Potenzial des Triebwerks nur dann abzurufen, wenn wir wirklich müssen, und das Auto ansonsten sehr schonend zu behandeln."

Ab 13:30 Uhr lief der Countdown: Alonso machte sich auf den Weg in die Startaufstellung. Er parkte seinen R25 neben dem McLaren-Mercedes von Kimi Räikkönen, der in den Trainingssitzungen in Imola zum ersten Mal das bereits während der Wintertests angedeutete Potenzial seines "Silberpfeils" ausspielen konnte.

Beim Erlöschen der Startampel setzte der Finne seine Pole Position um und führte das Feld vor Alonso in die erste Runde. Während der ersten acht Runden pendelte sich der Abstand zwischen Räikkönen und seinem Verfolger bei rund drei Sekunden ein. Kurz darauf verlangsamte der finnische McLaren-Mercedes-Pilot aufgrund einer gebrochenen Antriebswelle und musste schließlich aufgeben. Alonso übernahm die Führung und kontrollierte seinen Vorsprung auf Button. Er stoppte in den Runden 23 und 42 schien das Rennen souverän zu kontrollieren.

Schumacher drehte nach dem ersten Renndrittel groß auf

Für eine Überraschung sorgte derweil Michael Schumacher: Nur von Platz 13 aus gestartet, arbeitete er sich nicht zuletzt dank seiner beiden späten Boxenstopps in den Runden 27 und 49 scheinbar unaufhaltsam nach vorne. Nach seinem letzten Besuch in der Boxengasse kehrte der Deutsche nur eine Sekunde hinter Alonso auf die Strecke zurück. Ein spannendes Duell um den Sieg stand bevor - und Alonso wusste um das Handicap seines Motors.

"Ich wusste, dass Michael mindestens eine Sekunde pro Runde schneller war." Fernando Alonso

Von daher kann seine Leistung im letzten Renndrittel gar nicht hoch genug bewertet werden. Schumacher verfügte zu diesem Zeitpunkt offensichtlich über das schnellere Auto, Alonso aber verfolgte ein klares Ziel: Er wollte den mehrfachen Weltmeister unbedingt hinter sich halten. "Ich wusste, dass Michael mindestens eine Sekunde pro Runde schneller war", bekannte der Spanier nach dem Rennen.

Alonso hielt Schumacher in der Schlussphase in Schach

"Ich musste mein Auto und meine Reifen schonen und griff daher ganz tief in die Trickkiste. Meine einzige Chance bestand darin, vor den langsamen Passagen extrem zu verzögern. Ich bremste stärker als normal, um Michael aufzuhalten. Während des Herausbeschleunigens aus den Kurven konnte er deshalb nie weit genug aufschließen, um mich am Ende der Geraden zu überholen", sagte Alonso. Seine Taktik ging auf und er gewann - auch weil der Motor durchhielt. Das Risiko des Renault-Teams hatte sich ausgezahlt.

Giancarlo Fisichella erlebte hingegen ein schwieriges Wochenende: Nach einem Fahrfehler im Qualifying startete er nur von Platz elf. Bereits in der Anfangsphase kam er von der Strecke ab und musste aufgeben. "Für 'Fisico' ist es wirklich schade", so sein Renningenieur Alan Permane. "Sein Unfall war eindeutig die Folge eines technischen Defekts."

Alles in allem überwog am Sonntagabend jedoch die Freude: "Fernando fuhr heute einmal mehr wie ein zukünftiger Weltmeister", lobte Chefingenieur Symonds. Er konnte kaum ahnen, wie Recht er behalten sollte...

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