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  • 14.11.2010 18:58

Renault mit Hauptrolle im Saisonfinale

Robert Kubica zeigte schöne Überholmanöver und Vitaly Petrov hielt den Titelkandidaten Fernando Alonso gekonnt in Schach

(Motorsport-Total.com) - Das Renault-Team beendete die Saison mit einem doppelten Punkteergebnis. Robert Kubica fuhr zu Rang fünf, Vitaly Petrov punktete als Sechster. Doch im Rennen in Abu Dhabi spielten sie eine weitere gewichtige Rolle. Vor allem Petrov spielte eine Hauptrolle. Der Russe war während der Safety-Car-Phase an der Box und fuhr mit den harten Reifen dann bis zum Ende - und vor allem vor Fernando Alonso, der sich vergeblich gemüht, den Renault zu überholen.

Fernando Alonso, Vitaly Petrov

Vitaly Petrov brachte Fernando Alonso der Verzweiflung nah Zoom

Ähnlich erging es lange Zeit Lewis Hamilton, der im McLaren weiter vorn nicht an Kubica vorbeikam, der erst sehr spät seinen einzigen Stopp einlegte. In beiden Fällen half die Tatsache, dass der Renault R30 vor allem auf der Geraden sehr schnell war. Die Saison endete versöhnlich für Renault. Kubica wurde WM-Achter, Petrov 13. Dem fünften Rang in der Herstellerwertung hatten sie schon vorher sicher.

"Dieses Rennen war ein schöner Saisonabschluss. Am Start hatte ich ein Problem mit der Kupplung und fiel bis zur zweiten Kurve auf Platz 14 zurück", so Kubica. "Als das Rennen nach der Safety-Car-Phase wieder freigegeben wurde, konnte ich Adrian Sutil überholen, was für den Rest des Rennens entscheidende Bedeutung hatte. Ich steckte eine Zeit lang hinter Kamui Kobayashi fest, der sehr spät bremste und dadurch schwer zu überholen war."

Nach einigen Runden aber knackte er den Japaner. "Ausgangs Turn neun startete ich eine Attacke, und weil er bereits die Innenseite von Turn elf abdeckte, konnte ich außen an ihm vorbeigehen", so der Pole. "Das war ein weiterer Schlüsselmoment. Danach konzentrierte ich mich darauf, alles aus dem Auto herauszuholen und schnelle Runden zu drehen. Das Auto war heute immer noch schwierig zu fahren, aber ich habe einfach voll angegriffen, weil ich von Startplatz elf nichts mehr zu verlieren hatte. Mit Rang fünf können wir sehr zufrieden sein."

"Das war ein hartes Rennen auf einem Kurs, auf dem Überholen fast unmöglich ist", begann Petrov. "Wir waren das ganze Rennwochenende über schnell. Ich bin stolz auf mein Team und auf die gute Arbeit, die wir gemeinsam geleistet haben. Mir gelang ein guter Start - ich hätte sogar ein paar Plätze gewinnen können, aber ich wollte kein Risiko eingehen, dass sich die Ereignisse von Brasilien wiederholten, als ich nach einer Berührung zurückfiel."


Fotos: Renault, Großer Preis von Abu Dhabi


Dann kam der clevere Schachzug an der Box. "Der Stopp während der Safety-Car-Phase war die goldrichtige Entscheidung. Danach versuchte ich weiter zu pushen und gleichzeitig die Reifen nicht zu hart ranzunehmen, denn ich wusste, dass sie bis ins Ziel halten mussten", so der Russe weiter. "Ich hatte intensive Zweikämpfe mit Fernando Alonso, doch der Renault R30 war so schnell auf den Geraden, dass ich die Situation gut kontrollieren konnte."

"Ich habe einfach meinen Job gemacht. Wenn er mich ernsthaft attackiert hätte, hätte ich keinen Unfall riskiert, um meine Position zu verteidigen. Aber dazu kam es gar nicht", erklärte er. Dennoch war Alonso direkt nach dem Rennen nicht sonderlich auf Petrov zu sprechen. "Ich fahre Rennen, weil ich wie jeder andere Pilot um Positionen und Punkte kämpfen will - und heute habe ich bewiesen, wie ich kämpfen kann."

"Wir sind mit diesem soliden Rennen beider Fahrer sehr zufrieden", so Teamchef Eric Boullier. "Robert zeigte eine großartige Leistung, als er die beiden Überholmanöver durchzog, die wir brauchten, damit seine Strategie aufging. Er fuhr pausenlos am Limit, war schnell unterwegs und zeigte aus meiner Sicht ein tolles Rennen. Vitaly fuhr ebenfalls sehr gut und profitierte davon, dass unsere Ingenieure wieder einmal die perfekte strategische Entscheidung trafen. Mit beiden Autos in die Top-6 zu gelangen, ist ein schöner Abschluss dieser Saison."

"Wir haben dieses Jahr sehr hart gearbeitet, um uns zu verbessern und zeigten eine mehr als beachtliche Entwicklungsgeschwindigkeit - auch wenn unser Ziel eigentlich lautet, Rennen zu gewinnen und um die WM zu kämpfen", erklärte er weiter. "Gegen Saisonende gehörte der Renault R30 zu den stärksten Autos im Feld. Ich sehe der Zukunft sehr optimistisch entgegen und bin sicher, dass dieses Team und diese Mannschaft 2011 einen weiteren Schritt nach vorn schaffen werden. Zu guter Letzt möchte ich Red Bull Racing und Sebastian Vettel herzlich zu ihren WM-Titeln gratulieren."

Chefrenningenieur Alan Permane war zufrieden, dass strategisch alles aufging. "Nach dem schwierigen Qualifying gestern sind wir heute mit den Plätzen fünf und sechs sehr zufrieden", erklärte er. "Wir haben seit gestern lange und intensiv über mögliche Strategien für Robert nachgedacht, denn von Startplatz elf hatte er ja freie Reifenwahl. Wir sind das Risiko eingegangen, mit den härteren Reifen zu starten, was sich voll auszahlte."

"Die Safety-Car-Phase half zwar vor allem den Fahrern auf den weicheren Option-Reifen, doch auch die härteren Prime-Pneus profitierten von der Erholungspause", so Permane weiter. "Sie wurden schneller und schneller, je länger das Rennen dauerte. Mit Vitaly hatten wir von vornherein geplant, ganz früh zu stoppen, falls es in der Anfangsphase eine Safety-Car-Phase geben würde. Genauso kam es. Wir schickten ihn auf den härteren Reifen wieder heraus, und er kletterte mit einer soliden Leistung von Startplatz zehn bis auf Rang sechs."

Rémi Taffin, Einsatzleiter Motoren, ergänzte: "Das war eine schöne Leistung heute. Robert und Vitaly fuhren starke Rennen, wir hatten die richtige Strategie und erzielten mit den Plätzen fünf und sechs ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ich hoffe, dass wir diesen Schwung jetzt in die nächste Saison mitnehmen können. Mein Dank gilt jedem im Renault-Team - alle Teammitglieder leisteten großartige Arbeit. Dasselbe gilt für unsere Kollegen von der Motorenabteilung in Viry-Châtillon und bei Mécachrome. Und natürlich möchte ich unseren Freunden bei Red Bull gratulieren, die heute nach der Konstrukteurs-WM auch den Fahrertitel gewonnen haben."

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