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Renault: "Es sollte nicht sein"

Witali Petrow und Bruno Senna kämpften in Abu Dhabi mit sehr stumpfen Waffen und reisen ohne weitere WM-Punkte weiter zum Formel-1-Finale

(Motorsport-Total.com) - Für Renault war beim Großen Preis von Abu Dhabi rein gar nichts zu holen. Das französisch-britische Rennteam hatte nach einer schwachen Qualifikation auch im Rennen nichts zu melden und wurde in Witali Petrow und Bruno Senna letztendlich nur auf den Positionen 13 und 16 abgewinkt. Deshalb ist die Enttäuschung bei Renault auch recht groß und die Beteiligten finden ziemlich deutliche Worte.

Bruno Senna

Graue Maus im schwarzen Gewand: Renault war in Abu Dhabi sehr unauffällig

"Seien wir ehrlich: Mit dieser Leistung können wir kein bisschen zufrieden sein", meint Senna nach einem schwierigen Nachmittag. "Wir hatten eine Fehlfunktion bei KERS, fingen uns eine Durchfahrts-Strafe ein und hatten obendrein ein Auto, das auf dieser speziellen Strecke überhaupt nicht konkurrenzfähig war. Nimmt man all dies zusammen, wird klar, weshalb ich nur auf Platz 16 ankam."

"Wir mussten viel Zeit gutmachen und pokerten hoch, doch das machte sich leider nicht bezahlt. Ich denke trotzdem, dass mein Tempo an diesem Wochenende so gut wie möglich war", sagt der aus Südamerika stammende Rennfahrer. "Vielleicht haben wir in Brasilien eine bessere Grundlage. Ich hoffe auf jeden Fall auf ein besseres Wochenende", erklärt Senna. Petrow erging es nicht besser.

"Es war ein ziemlich frustrierender Nachmittag." Witali Petrow

Der russische Renault-Pilot zeigt sich ebenfalls enttäuscht: "Es war ein ziemlich frustrierender Nachmittag, denn mein verstellbarer Heckflügel funktionierte nicht. Wir waren eigentlich davon ausgegangen, einen guten Kampf mit unseren Vorderleuten auszutragen, doch wir waren hilflos. Daher entschieden wir uns dazu, die Strategie zu verändern", hält Petrow erklärend fest.


Fotos: Renault, Großer Preis von Abu Dhabi


"Beim ersten Stopp ließen wir frische härtere Reifen aufziehen, doch diese Pneus hielten leider nicht lange genug. In Runde 38 kamen wir deshalb erneut herein, um wieder weiche Reifen zu holen. Damit waren wir unterm Strich zu langsam. Unsere Geschwindigkeit reichte einfach nicht aus, um Punkte einzufahren. Das ist nun einmal die Realität", meint der Russe und übergibt das Wort an Eric Boullier.

Kein positives Wochenend-Fazit

Der Teamchef des Renault-Rennstalls zeigt sich unzufrieden mit den nicht ganz unerwarteten Ergebnissen: "Das war sicher nicht, auf was wir es heute abgesehen hatten. Uns war klar: Dieses Wochenende würde nicht gerade unser bestes werden. Der Trend, wonach der R31 auf langsamen Strecken einfach nicht so gut klarkommt, setzte sich hier wieder einmal fort", erläutert Boulliler.

"Unsere Probleme bei der Zuverlässigkeit waren da natürlich keine Hilfe." Eric Boullier

"Wir hatten unterschiedliche Strategien, doch keine sollte sich als erfolgreich herausstellen. Unsere Probleme bei der Zuverlässigkeit waren da natürlich keine Hilfe. Die Jungs legten sich aber trotzdem schwer ins Zeug, um uns an diesem fantastischen Rennplatz etwas Positives zu bescheren. Leider sollte es nicht sein", sagt der Renault-Teamchef. "Jetzt richten sich unsere Augen nach Brasilien."

¿pbvin|512|4245||0|1pb¿"Dort wollen wir die Saison auf einem Hoch beenden", meint Boullier. Chefingenieur Alan Permane ergänzt: "Für uns ist es ein enttäuschender Tag, denn keines unserer Fahrzeuge holte Punkte. Wir hatten ziemlich früh ein paar Probleme an Witalis Auto. Es gab einen DRS-Defekt. Wir wussten also, dass wir nicht mehr in der Lage sein würden, irgendjemanden zu überholen", erläutert Permane.

Immerhin: Frische Motoren für Brasilien

"Deshalb versuchten wir, ein Einstopp-Rennen zu fahren. Der harte Reifen hielt aber nicht lange genug. Wir mussten also an die Box kommen, um auf den weichen zu wechseln. Bruno hatte ein Problem mit KERS, das ihn wirklich einiges kostete, und ihn pro Runde um rund eine halbe Sekunde zurückwarf. Es gibt eigentlich nichts Positives, das wir aus dem heutigen Tag mitnehmen können."

"Es gibt eigentlich nichts Positives..." Eric Boullier

Nicht vollkommen schwarz sieht indes Renault-Motoreningenieur Ricardo Penteado: "An diesem Wochenende führten wir sowohl für Bruno als auch für Witali neue Motoreneinheiten ein, was zu diesem Zeitpunkt des Jahres positiv ist", sagt Penteado. "Wir hatten gehofft, dass uns dies in diesem sehr konkurrenzfähigen Mittelfeld einen Vorteil verleihen würde." Dem war aber offenbar nicht so.

"Im Qualifying verpassten wir die Top 10 ganz knapp. Und auf dieser Strecke, auf der das Überholen ziemlich schwierig sein kann, war es aus diesem Grund hart, Plätze gutzumachen", erklärt Penteado. "Wir hoffen, dass uns die geringe Laufleistung auf diesen beiden Motoren in Brasilien helfen wird. Dort können ein paar zusätzliche PS aufgrund der Höhenlage durchaus einen Unterschied ausmachen."