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  • 28.03.2015 · 17:31

  • von Dieter Rencken & Ryk Fechner

Reifeprüfung bei Toro Rosso: Verstappen besteht, Sainz patzt

Nicht das Ende der Fahnenstange: Während Sainz in Malaysia ein besseres Ergebnis verspielte, schwamm Verstappen auf Startplatz sechs

(Motorsport-Total.com) - Was sich in den Freien Trainings abzeichnete, bestätigte sich am Samstag im Qualifying zum Malaysia-Grand-Prix: Zumindest zeitweise kann die Talentschmiede mit dem Senior-Team Red Bulls mithalten. Im zweiten und dritten Qualifikationsabschnitt schien der Wolkenbruch Max Verstappen in die Karten zu spielen. Er stellte seinen STR10 auf Startposition sechs. Von weiter hinten geht es für Carlos Sainzins Rennen: Kleine Fehler und der Regen sorgten dafür, dass der Spanier lediglich auf Startplatz 15 steht.

Max Verstappen

Max Verstappen schwamm in Kuala Lumpur knapp an Position fünf vorbei Zoom

Er erklärt: "Ich habe in Q3 einen Fehler gemacht. Es ist schwierig, das zu verkraften, aber man muss es verkraften und daraus lernen. Es war ein Anfängerfehler. Jetzt muss ich dafür sorgen, dass das nicht wieder passiert", räumt Sainzein. Von dem Rückschlag lässt er sich nicht entmutigen: "Unser Ziel muss es immer sein, in die Punkteränge zu fahren. Und heute haben wir im Trockenen sehr schnell ausgesehen. Viel schneller, als wir erwartet haben."

Sainz glaubt, dass Toro Rosso einen kleinen Vorteil im Trockenen hätte. Mit der richtigen Strategie will er die Sauber, Force India und Lotus im Rennen hinter sich lassen. Dagegen ist Teamkollege Verstappen froh, dass er in der Startaufstellung vor den direkten Konkurrenten steht: "Wir befinden uns vor den Autos mit einer besseren Höchstgeschwindigkeit. Darüber bin ich sehr glücklich, denn wenn man hinter ihnen steht, wird es sehr schwierig, sie auf der Geraden zu überholen."

Wolkenbruch vereitelt Sainz' Chancen

Carlos Sainz

Im Trockenen rechnete sich Carlos Sainz jun. noch gute Chancen aus Zoom

Dabei entschied der Wolkenbruch im zweiten Qualifikationsabschnitt darüber, welcher Toro-Rosso-Pilot den Einzug ins Top-10-Qualifying schaffen würde. Sainz, der noch in der ersten Session mit Rang vier ein Ausrufezeichen setzte, war beim einsetzenden Regen einer der letzten Fahrer auf der Strecke,: "Ich habe vielleicht zuviel darüber nachgedacht, eine schnelle Runde hinzubekommen, anstatt einfach sauber durchzukommen."

"Normalerweise ist man so gestrickt, dass man im Kopf hat, dass man eine perfekte Runde braucht, wenn man es in Q3 schaffen will. Das habe ich versucht. Aber dieses Mal brauchte es nicht notwendigerweise eine perfekte Runde, um in den dritten Abschnitt zu kommen", erklärt er die 1,528 Sekunden Rückstand auf Position zehn, die ihm bei einer Zeit von 1:43.701 Minuten fehlten.

Doch obwohl der 23-Jährige die Vorteile seines Boliden bei trockener Fahrbahn sieht, würde ihn Regen stören: "Wenn man Max' Ergebnis im Nassen anschaut, sollte das für uns kein Problem sein. In den Kurven sieht unser Auto richtig gut aus, in den Sektoren zwei und drei sind wir stark. Mir wäre es recht, wenn es regnet, auch wenn ich im Regen noch nicht gefahren bin."

"In Holland regnet es sehr oft"

Zwar brauche er zwei langsame Runden, um sich an das Drehmoment des Motors zu gewöhnen, doch danach könne er schnell sein. Regenrennen hätten ihm immer Spaß bereitet. Ein Tenor, in den sein Stallgefährte einstimmt. Mit einer Zeit von 1:51,981 Minuten verpasste er im dritten Qualifikationsabschnitt die Bestzeit von Red-Bull-Stammpilot Daniil Kwjat um lediglich 0,030 Sekunden.

"Meine Runde war ziemlich gut, obwohl ich immer noch Balanceprobleme in den Bremszonen hatte. Das hat mich Platz fünf gekostet", ärgert sich Verstappen. Doch gerade die Bremsprobleme waren es, weswegen sich der jüngste Grand-Prix-Pilot aller Zeiten auf den einsetzenden Regen freute. Denn die Balance kostete ihn im Trockenen Zeit. Das habe sich auf die Temperatur seiner Reifen ausgewirkt. Im Rennen hofft er, es mit den Red Bull aufnehmen zu können. Auch wenn es trocken ist.


Großer Preis von Malaysia

Verstappen glaubt, dass die Reifen unter normalen Bedingungen kein Problem darstellen sollten. Das Team habe sich in dieser Disziplin weiterentwickelt: "vergangenes Jahr waren sie manchmal in der Qualifikation stark und haben dann im Rennen eingebüßt. Und jetzt sind sie sowohl im Qualifying als auch im Rennen stark."

Mit der Leistung sorgt der Niederländer dafür, dass die Diskussion um sein Alter abebbt. Dass Regen sein Metier zu sein scheint, schiebt er auf das Wetter in seiner Heimat: "In Holland regnet es viel, also bin ich es gewohnt, im Nassen zu fahren." Auch Toro-Rosso-Technikchef James Key stellt seinen Fahranfängern gute Noten aus. Dass Sainz so weit hinten steht, führt Key auf die Wetterkapriolen zurück. "Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass unsere Jungs hier nie zuvor im Regen gefahren sind", resümiert er.