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  • 27.09.2014 · 16:57

  • von Dennis Hamann

Red Bull: Wie lernt man eine neue Strecke kennen?

Mitte Oktober steht mit dem Großen Preis von Russland ein völlig neues Rennen im Kalender der Formel 1 - Red Bull hat dabei seine ganz eigene Herangehensweise

(Motorsport-Total.com) - Neue Strecken erfordern in der Formel 1 immer ein hohes Maß an Aufmerksamkeit um sich an die Gegebenheiten anzupassen. Zuletzt gastierte die Formel 1 beim Großen Preis der USA 2012 in Austin auf einer neuen Strecke. Mit dem Start in Sotschi kommt in diesem Jahr wieder ein neuer Kurs dazu, sieht man vom Rennen in Österreich ab, das zwar als "neu" betitelt wurde, die Strecke aber im Vergleich zu 2003 unverändert blieb, als dort das bis dato letzte Rennen gefahren wurde.

Andy Damerum, Leitender Renningenieur Red Bull

Andy Damerum hat seine eigene Methode sich Strecken anzunähern Zoom

Beim ersten Großen Preis von Russland wird jedes Team und jeder Fahrer wieder seine ganz eigene Herangehensweise haben, um sich an den Kurs zu gewöhnen. Bei Red Bull nutzt man dazu beispielsweise schon vorab die Daten des Architekten, in diesem Fall Hermann Tilke, um ein Grundverständnis für das Layout der Strecke zu bekommen. "Wir können dann ein Model davon in unserem Simulator erzeugen und nutzen alle vorhandenen Bilder und Videos, um unter anderem auch die Tribünen und das Umfeld zu erzeugen", erklärt Red Bulls leitender Renningenieur Andy Damerum.

"Das Umfeld dient als visuelle Hilfe für den Fahrer. Wenn man dann an die neue Strecke kommt, ist man schon sehr gut vorbereitet", so Damerum. "Durch die Simulationen können wir bereits das beste Setup für das Auto auf diesem Kurs ausarbeiten. Wir haben also viele Möglichkeiten, uns auf eine neue Strecke vorzubereiten." Auch bei der Reifenfrage kann bereits vor dem Rennen viel geklärt werden: "Wir wissen dann schon, welche beiden Typen zur Verfügung stehen", erklärt der Renningenieur.

Sotschi

Im Oktober muss in Sotschi alles fertig sein, wenn die Formel 1 dort erstmals gastiert Zoom

Nach Russland wird Pirelli die Reifenmischungen Soft und Medium mitbringen, die es dann gilt, über 52 Runden richtig einzusetzen. Doch dabei gibt es für die Teams auch noch eine große Unbekannte: "Bis wir auf der Strecke stehen wissen wir nicht, wie rau der Asphalt sein wird. Das stellt sich immer erst nach dem ersten Freien Training heraus. Da sehen wir dann, wie der Kurs wirklich ist und was die Herausforderungen dort sind", sagt Damerum. Deswegen versucht das Team bei neuen Strecken auch immer schon einen Tag früher vor Ort zu sein.

Die Zeit soll dann genutzt werden, um den 5,872 Kilometer langen Kurs mit seinen sieben Links- und zwölf Rechtskurven kennen zu lernen. Aber auch der eigene Arbeitsplatz wird dann inspiziert: "Wir wollen uns mit allem vertraut machen, zum Beispiel auch mit den Garagen. Im Gegensatz zu Japan, wo wir davor sein werden, wird in Sotschi alles für jeden von uns neu sein." Und dieses "Neue" ist für alle immer aufregend, wie Damerum versichert: "Du hast deine eigenen Vorstellungen von der Strecke aus der virtuellen Welt. Aber keiner von uns war davor jemals dort. Deswegen ist Erwartung und die Aufregung bei neuen Rennstrecken definitiv immer groß, wenn man dort hin kommt."

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