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Red-Bull-Racing-Piloten kämpften mit Untersteuern

David Coulthard wurde heute Zwölfter, Christian Klien 14. - beide Piloten kämpften mit schlechter Balance und haderten mit der Aerodynamik

(Motorsport-Total.com) - Nach einer durchschnittlichen Leistung im Qualifying hatten sich David Coulthard und Christian Klien gestern noch zuversichtlich gezeigt, heute ein gutes Resultat einfahren zu können. Das Rennen lief jedoch für die Red-Bull-Racing-Piloten nicht rund, beide beklagten eine schlechte Balance und mangelnden aerodynamischen Grip.

Christian Klien

Die Piloten von Red Bull Racing hatten heute mit der Balance zu kämpfen

Coulthard erreichte angesichts dieser Umstände nur Rang zwölf, Teamkollege Klien landete zwei weitere Positionen dahinter und musste sich damit sogar - wie bereits im Qualifying - Vitantonio Liuzzi im Auto des Schwesterteams Scuderia Toro Rosso geschlagen geben. Nach dem Rennen berichteten beide Piloten von einem schwierigen Grand Prix.#w1#

Aerodynamik ist die Schwachstelle des Boliden

"Das Auto hatte im Rennen eine Menge Untersteuern", erklärte Coulthard. "Ich dachte, dass ich das Auto vielleicht am Unterboden beschädigt haben könnte, als ich in der ersten Runde in Stowe bei einem Zweikampf mit Jacques Villeneuve weit über den Randstein fahren musste", vermutete der Schotte, der bereits im Qualifying über eine Tendenz zum Untersteuern geklagt hatte.

"Das Auto hatte im Rennen eine Menge Untersteuern." David Coulthard

"Ich hatte wesentlich mehr Untersteuern als im Qualifying oder den Trainings, daher war ich von der Balance des Autos überrascht. Wir haben dann im Verlauf des Rennens die Aerodynamik des Vorderwagens um zwei Prozent erhöht, um das Untersteuern zu reduzieren. Das ist enorm viel, und gegen Rennende wurde es etwas besser", schilderte Coulthard die Gegenmaßnahmen des Teams.

"Bezüglich der Mechanik haben wir eine gute Performance gezeigt, aber in Bezug auf die aerodynamische Effizienz, die man auf Strecken wie dieser benötigt, sind wir nicht dort, wo wir sein müssen. Wir wissen, dass wir in diesem Bereich noch Arbeit zu erledigen haben", beschrieb der Schotte die Schwachstelle des Boliden. "Das Team stellt sich dieser Herausforderung und geht das Problem an, daher bin ich zuversichtlich für den Test in der kommenden Woche."

Auch Klien kämpfte mit der Balance

"Das Rennen war eine Katastrophe für mich." Christian Klien

Doch nicht nur Coulthard hatte mit einer schlechten Balance zu kämpfen, auch Teamkollege Klien konnte ein Lied davon singen: "Das Rennen war eine Katastrophe für mich, denke ich. Ich musste auf angefahrenen Reifen starten, daher habe ich beim Start zwei Positionen verloren. Es war schwierig, die Reifen auf dieser Strecke mit dem geringen Gripniveau aufzuheizen", berichtete der Österreicher.

"Ich hatte im Verlauf des Rennens eine Menge Untersteuern und hatte Schwierigkeiten in den Hochgeschwindigkeitskurven. In der Folge habe ich im ersten Sektor Zeit verloren. Im zweiten Stint wurde es dann etwas besser", gab Klien weiter zu Protokoll. "Ich habe mir etwas mehr Frontflügel geben lassen, und die Pace war zu diesem Zeitpunkt tatsächlich sehr gut. Ich habe Zeit auf David aufgeholt, aber leider nicht genug, um an Tonio (Liuzzi; Anm. d. Red.) vorbeizukommen. Im letzten Stint waren meine Reifen dann am Ende, in den letzten zehn Runden war die Geschwindigkeit des Autos weit von den besten Acht entfernt", erklärte er.

Horner mit Leistung der Piloten zufrieden

Auch Teamchef Christian Horner hatte nach dem Jubel von Monaco nach dem Rennen in Silverstone nur wenig Positives zu berichten: "Das war ein langer Nachmittag mit einem Rennen mit wenigen Ausfällen", erklärte er. "Die vorderen drei Teams haben die ersten sechs Plätze dominiert, und BMW hat einen guten Job gemacht und die letzten paar Punkte eingefahren."

"Wir müssen ganz offensichtlich etwas mehr Pace finden." Christian Horner

Wenigstens mit der Leistung seiner Piloten war Horner zufrieden: "David war im Rennen sehr konstant, und Christian hätte ungefähr eine weitere Sekunde finden müssen, um in seinem Mittelstint an Tonio vorbeizukommen, was er leider knapp verpasst hat." Man werde nun bei den anstehenden Testfahrten versuchen, das Auto zu verbessern: "Wir müssen ganz offensichtlich etwas mehr Pace finden und werden in den nächsten Tests daran arbeiten", kündigte Horner an.

Den Humor hat Red Bull Racing angesichts des enttäuschenden Rennens jedoch nicht verloren, beginnt die Pressemitteilung doch mit der Frage, ob man denn nun den britischen oder schottischen Grand Prix gesehen habe, versehen mit der Erklärung: "Wenn sich David in Silverstone gut schlägt, dann ist er immer Brite, aber wenn es nicht so gut läuft, erachtet man ihn als Schotten. Wie war das also heute?"