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  • 06.04.2014 · 22:21

  • von Roman Wittemeier

Räikkönen: "Es fehlen uns nicht nur PS"

Ferrari-Rückkehrer Kimi Räikkönen über seine unliebsamen Begegnungen im Bahrain-Grand-Prix und die Schwachstellen des F14 T: "Brauchen mehr Abtrieb"

(Motorsport-Total.com) - Kimi Räikkönen hat im Grand Prix von Bahrain einen Punkt erkämpft. Mit dem bislang nicht überzeugenden Ferrari F14 T musste der Finne zahlreiche Duelle ausfechten - und er hatte Pech. Zum Start in den Grand Prix gab es erneut eine Berührung, die ihn um einige Plätze zurückwarf. "Es war mal wieder Magnussen", sagt Räikkönen. "Er ist in mich hineingefahren. Nach dem Restart bin ich aber noch heftiger von einem Toro Rosso getroffen worden. Daran lag unser schlechtes Ergebnis sicher nicht."

Michael Schumacher, Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen sicherte sich als Zehnter in Bahrain wenigstens einen Punkt Zoom

Ferrari setzte in Manama auf drei Boxenstopps. Die Vorteile dieser Taktik, also den Grip frischer Reifen am Ende des Rennens, konnte man nicht nutzen, weil das Safety-Car die Meute über einige Runden hinter sich versammelt hatte. "Ohne die Safety-Car-Phase wäre ich wahrscheinlich Neunter geworden. Aber was ist schon ein Platz? Für das Team hätte es keinen Unterschied gemacht", nimmt der Finne dieses Ungemach locker. Nicht die Zwischenfälle bremsten Ferrari, sondern der langsame Wagen.

"Es war überall etwas schwierig, aber auch kein Desaster", schildert der Ex-Weltmeister die Eindrücke von seinem Dienstwagen. "Es ist nicht so, dass uns in einem Bereich des Fahrzeuges unheimlich viel fehlt. Das Handling ist gar nicht so übel. Wir könnten ein bisschen mehr Abtrieb gebrauchen - und vor allem PS. Das sind die Dinge, an denen wir arbeiten müssen." Allerdings war der Ferrari auf den Geraden gar nicht so langsam wie gedacht. Mit einem Top-Speed von 327,8 km/h belegte Räikkönen an der Radarfalle Rang sieben.


Fotos: Kimi Räikkönen, Großer Preis von Bahrain, Sonntag


"Die Mercedes sind so schnell, die können offenbar auf den Geraden ganz einfach überholen. Wenn die Williams herankommen, dann können wir die auf den Geraden auch nicht halten", erklärt der Mann aus Espoo. "Einmal hat mich ein Force India am Ausgang von Kurve acht stehen lassen. Er war auf frischen Reifen, aber meine waren auch nicht alt. Er ist in die Kurve gefahren und hat mich einfach stehenlassen. Ich konnte nichts machen. Die Traktion war unglaublich. Es liegt also nicht nur an den PS."

"Die Red Bulls können wir auf der Geraden kontrollieren, aber die kommen in den Kurven ganz schön heran. Deswegen sage ich, dass wir auch mehr Abtrieb brauchen", meint Räikkönen. "Es gibt reichlich Arbeit. Ich bin aber sicher, dass wir bald stärker auftreten werden. Wir sind nicht doof. Wir wissen aber, dass es eine gewisse Zeit braucht", erklärt er. "Dies war wahrscheinlich die schwierigste Strecke für uns. In China gibt es zwar eine lange Gerade, aber sonst eher kurvige Bereiche. Auf dem Papier sieht es besser aus. Außerdem kommen neue Teile. Hoffentlich geht es dann voran."