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  • 13.05.2012 · 20:30

Räikkönen: "Die Reifen scheinen der Schlüssel zu sein"

Der Lotus-Pilot freut sich nach dem zweiten Podium in Folge für sein Team, hadert aber damit, dass sein E20 gut genug für einen Sieg wäre - "Eine ziemliche Lotterie"

(Motorsport-Total.com) - Bei Mercedes ist der Knoten in dieser Saison schon geplatzt, doch bei Lotus will es mit dem ersten Grand-Prix-Erfolg einfach nicht klappen. Wie schon in Bahrain schien Kimi Räikkönen auch am Sonntag in Barcelona in Schlagdistanz, doch eine durchwachsene Anfangsphase des Rennens war nicht mehr zu korrigieren. Der Finne spricht über fluide Konkurrenzsituation in der Formel 1.

Kimi Räikkönen

Wie lange dauert es noch, bis er gewinnt? Kimi Räikkönen

Frage: "Kimi, heute Dritter. Für viele Beobachter warst du der Favorit für diesen GrandPrix. Denkst du, du und das Team habt alles richtig gemacht?"
Kimi Räikkönen: "Das müssen wir sehen. Ich bin ein wenig enttäuscht. Ich hätte uns im Rennen ein wenig stärker erwartet, speziell am Anfang. Am Ende waren wir sehr gut, aber da war es schon zu spät. Wir waren nicht schnell genug und konnten deshalb nicht um den Sieg kämpfen. Aber am Ende haben wir gezeigt, dass wir das nötige Tempo haben, das müssen wir analysieren."

"Vielleicht haben wir uns beim ersten Boxenstopp falsch entschieden. Schließlich waren wir am Anfang einfach nicht schnell genug und das hat uns das Rennen gekostet. Also war ich auf der Strecke nicht enttäuscht, weil ich am Anfang bemerkt hatte, dass ich ihnen (Alonso und Maldonado, Anm. d. Red.) nicht folgen konnte."

"Aber am Ende, wenn du fast 20 Sekunden auf sie aufgeholt hast, dann bist du etwas enttäuscht. Wenn du nur noch einige Runden gebraucht hättest, um um den ersten Platz zu kämpfen. Das ist Motorsport und wenigstens habe ich ja noch ein paar Punkte gesammelt. Und wir steuern in die richtige Richtung."

Verkorkster Start wirkte nach

Frage: "Es ist das zweite Podium in Serie. Ist ein Sieg in Reichweite?"
Räikkönen: "Ja, das war er schon zwei Mal. Leider schafft man es nicht immer. Aber wenn die Chance da ist, sollte man sie ergreifen, da man nicht in jedem Rennen die Chance hat, um diese Position zu kämpfen oder es auch nur zu versuchen. Hoffentlich können wir weiter das tun, was wir tun. Und an einem bestimmten Punkt - da bin ich mir sicher - werden die Dinge ihren Weg gehen. Aber bis dahin bedeutet es einen Schritt in die richtige Richtung.


Fotos: Kimi Räikkönen, Großer Preis von Spanien


"Das Auto war überall stark. Das nächste Rennen wird ein bisschen anders: Monaco. Wirklich schwierig zu sagen, wie es dort gehen wird. Das Team hat einen guten Job gemacht und es liegt noch Arbeit vor uns, es gibt Dinge zu verbessern. Aber soweit geht alles einen guten Weg und ich bin glücklich damit. Zugegeben: Wir sind nicht 100-prozentig zufrieden, weil wir nicht gewinnen, aber das ist ganz normal. Und ich freue mich für das Team."

Frage: "Wie war dein Start? Der hat dein Rennen doch ziemlich bestimmt."
Räikkönen: "Ich hatte einen ziemlich guten Start, da gab keinen Grund zu klagen. Ich dachte, ich bekäme die Chance, die beiden Führenden beide auf der Außenbahn zu überholen, aber ich hatte nicht genügend Geschwindigkeit auf der Geraden. Ich bin im fünften Gang in den Drehzahlbegrenzer gefahren, was meine Beschleunigung gestoppt hat. Dann hatte ich nicht das Tempo, sie zu jagen."

"Von den Autos hinter mir konnte ich wegziehen, das aber nicht halten. Der erste Stint war ganz in Ordnung, aber der zweite... Ich habe den weichen Reifen genommen und hatte nicht das Tempo, um an ihnen dranzubleiben. Ich bin etwas enttäuscht, aber ich habe nur versucht, zu kämpfen. Dann habenwir die Reifen gewechselt und es sah ziemlich gut aus, nur war der Rückstand schon zu groß. Wir hätten zehn Runden mehr gebraucht, um um den Sieg zu kämpfen."

"Wir hätten gewinnen können

"Eine Runde mehr und wir hätten Fernando erwischt." Kimi Räikkönen

Frage: "Waren deine Reifen am Ende noch in Ordnung?"
Räikkönen: "Ja, sie waren in Ordnung. Ich hatte zwei neue Sätze von der harten Mischung, aber leider nicht mehr. Das Auto war sehr gut, aber eben ein bisschen zu spät. Wir waren vor dem letzten Stint schon zu weit zurück. Aber eine Runde mehr und wahrscheinlich hätten wir Fernando erwischt - aber das ist nachher leicht gesagt."

Frage: "Willst du den finnischen Zuschauern etwas sagen?"
Räikkönen: "Es ist Muttertag in Finnland."

Frage: "Also: 'Alles Gute zum Muttertag'?"
Räikkönen: "Ja, ich hätte finnischen Zuschauern sonst nichts zu sagen."

Frage: "Zweiter Platz in Bahrain, dritter in Spanien. Ist das das Maximum oder kannst du siegen?"
Räikkönen: "Der Grund, warum ich enttäuscht bin, ist, dass wir am Ende alles richtig gemacht haben. Wir hätten auf den ersten Platz kommen können. Das Auto war schnell genug, aber wir haben Kleinigkeiten nicht korrekt erledigt und mir sind einige Fehler unterlaufen. Aber wenn alles 100-prozentig in Ordnung gewesen wäre, hätten wir gewinnen können."

"Es gibt kein Problem mit dem Tempo, aber es ist so eng zwischen all den Teams und Fahrern, dass ein kleines Problem dich eine Menge kosten kann. Wenn du nur drei Zehntelsekunden zu langsam bist, bist du plötzlich nicht im dritten Qualifikationsabschnitt. Ich denke, unser Auto hat das Zeug dazu, aber es muss alles stimmen, damit wir gewinnen können."

Schlüsselfaktor Reifen

Kimi Räikkönen

Der Lotus von Räikkönen war erst zum Schluss wirklich schnell Zoom

Frage: "Hättest du geglaubt, dass Pastor Maldonado dein stärkster Gegner ist? Und wenn nicht, wie groß ist die Überraschung darüber?"
Räikkönen: "Williams war in den letzten zwei Rennen ziemlich schnell. Ich denke, dass es sehr schwierig ist, zu sagen, wer wirklich insgesamt der Schnellste ist. Weil bei einem Rennen ein Team vorne ist und dann plötzlich wieder Zehnter im nächsten. So ist es eine ziemliche Lotterie."

"Aber es gibt viele Chancen für alle Teams, die einigermaßen mithalten können. Und wenn die Reifen funktionieren, sind sie plötzlich viel besser als die anderen. Die Reifen scheinen der Schlüssel zu sein. Wenn sie arbeiten, scheinst du schnell zu sein. Manchmal trifft man einfach das Fenster nicht und hat eine harte Zeit."

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