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  • 12.05.2013 · 13:10

Punkte wie in Flensburg: Vettel "mag es nicht"

Punkte wie in Flensburg soll es künftig für die Formel-1-Stars geben: Während die meisten Fahrer zu dem Thema lieber schweigen, redet Sebastian Vettel Klartext.

(Motorsport-Total.com/SID) - Auch Sebastian Vettel sträubte sich zuerst. Er müsse aufpassen, was er sage. Doch im Gegensatz zu seinen Kollegen redete der Formel-1-Weltmeister dann doch Klartext auf die Frage, was er von der neuen Sünderkartei in der Königsklasse hält - nämlich gar nichts. Punkte wie in Flensburg? "Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist", so Vettel. "Ich mag es nicht. Vielleicht bin ich ein bisschen altmodisch."

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel schaut skeptisch auf den neuen Ansatz des "Flensburg"-Systems Zoom

Während Vettel einen Standpunkt bezog, will sich sonst so richtig niemand mit dem Thema befassen. Red-Bull-Teamkollege Mark Webber fordert einfach "nächste Frage", Mercedes-Neuzugang Lewis Hamilton lässt lediglich wissen: "Ich habe dazu keine Meinung."

Erst auf Nachfrage gab Nico Rosberg nach seiner Pole-Position in Barcelona dann doch zumindest einen kleinen Einblick in seine Gedankenwelt. "Ich habe mich nicht damit auseinandergesetzt. Man muss den richtigen Weg finden, dass Strafen verständlich sind für die Zuschauer vor dem Fernseher", sagt der Wiesbadener.

Wie konstant sind die Entscheidungen?

So bleibt wieder nur Vettel, der den Plan der Teams und des Weltverbandes (FIA), ab der kommenden Saison Strafpunkte wie in der Flensburger Verkehrssünder-Datei zu vergeben, etwas genauer beleuchtet. "Von dem, was ich bisher gesehen habe, kann man Punkte für Sachen kriegen, die nicht komplett in unserer Hand liegen, und für Kleinigkeiten. Die Konsequenz könnte aber sehr groß sein. Vielleicht steckt eine gewisse Logik dahinter, ein System zu benutzen wie im Straßenverkehr, aber am Ende des Tages fahren wir Rennen", sagt der Heppenheimer.

Oder eben auch nicht. Nach zwölf Punkten in der Sünderkartei soll es eine Zwangspause für die Rowdies der Rennpiste geben. Angesichts der vorliegenden Vorschläge sind diese schneller gesammelt, als man gucken kann. So gibt es schon für eine Verspätung beim Fahrermeeting einen Punkt, ebenso wie der falsche Abstand zum Saftey-Car. Das Ignorieren einer schwarzen Flagge "bringt" drei Punkte, eine Rennsperre sogar fünf.

Zudem soll der bisherige Strafenkatalog mit Geldbußen oder einer Rückversetzung in der Startaufstellung für Vergehen wie zu schnelles Fahren oder Behinderung bestehen bleiben, die Sünder-Punkte kämen zusätzlich hinzu. Eine doppelte Bestrafung also. "Ich denke, wir haben uns in den letzten Jahren vielleicht allgemein keinen Gefallen getan mit so vielen Strafen", sagt Vettel.

Gestoppt werden kann die Sünderkartei nur noch durch den Weltrat der FIA. Wie das Fachmagazin 'auto, motor und sport' berichtete, hatten sich FIA-Rennleiter Charlie Whiting und die Teamvertreter mit einer Mehrheit von 7:4 Stimmen für die Verschärfung ausgesprochen. Gewohnt cool sieht dagegen Lotus-Star Kimi Räikkönen die ganze Situation: "Man muss einfach keine Fehler machen und die Regeln nicht brechen, dann bekommt man auch keine Strafe."

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