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  • 29.01.2013 00:08

Prost: Simulator "wird meine Rolle sein"

Weltmeister-Sohn Nicolas Prost konzentriert sich als Lotus-Entwicklungsfahrer auf seine Aufgaben im Simulator und den neuen Renault-Turbo für die Saison 2014

(Motorsport-Total.com) - Mit inzwischen schon 31 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nicolas Prost eines Tages doch noch Formel-1-Rennen fahren wird, schon recht gering. Allerdings ist er als Entwicklungsfahrer eine wichtige Säule des Lotus-Testteams - und das 2013 mehr denn je: Denn neben seiner Tätigkeit im Simulator soll er sich auch darauf konzentrieren, den neuen Renault-V6-Turbo für 2014 zu entwickeln. Im Interview spricht der Sportwagen-Profi über seine Rolle im Lotus-Rennstall und seine Aufgaben in diesem Jahr.

Nicolas Prost

Kann seine Gene nicht leugnen: Nicolas Prost ist der Sohn von Weltmeister Alain Zoom

Frage: "Nicolas, wie froh bist du darüber, weiterhin mit dem Lotus-Team zusammenzuarbeiten?"
Nicolas Prost: "Es ist wirklich eine Ehre, weiterhin mit dem Team zu arbeiten, denn das bedeutet, dass ich gute Arbeit geleistet habe, insbesondere vergangenes Jahr. 2012 war interessant, denn ich begann mit dem R30 auf Demo-Reifen damit, erste richtige Tests zu fahren. Seither habe ich mit dem Team im Simulator und an technischen Programmen gearbeitet, und ich nahm 2012 am Test in Abu Dhabi teil, was großartig war."

Frage: "Was werden dieses Jahr deine Hauptaufgaben sein?"
Prost: "Hauptsächlich die Weiterentwicklung im Simulator, denn mit den reduzierten Streckentests müssen wir andere Wege finden. Zuerst konzentrieren wir uns darauf, einen Simulator zu haben, der den echten Autos so genau wie möglich entspricht. Ich muss sagen, was gleich und was anders ist. Und dann, sobald das passt, werden wir das echte Auto im Simulator weiterentwickeln, indem wir neue Teile virtuell testen. Das wird meine Rolle sein."

Schwerpunkt Turbomotor für 2014

Frage: "Gibt es auch schon einen ganz konkreten Schwerpunkt für dich?"
Prost: "Meine Rolle wird sein, den neuen Motor zu entwickeln. Es ist noch keinem Team hundertprozentig klar, was mit den neuen Motoren genau zu erwarten ist und wie der Zeitplan aussieht. Offensichtlich ist das eine große Herausforderung für die Motorenlieferanten, denn es ist ein völlig anderer Motor, ein Turbo, viel energieeffizienter."

"Sobald der Motor fertig ist, werde ich ihn testen und versuchen, das Auto drumherum zu entwickeln, denn es erfordert klarerweise große Änderungen, ein Setup für diese Motoren zu finden. Das betrifft Zuverlässigkeit, Performance und Fahrbarkeit. Meine Aufgabe ist es, am Anfang die grobe Arbeit zu erledigen, damit der Motor schon entwickelt ist, wenn Romain und Kimi ins Auto steigen, und sie sich mehr auf das Auto als auf den Motor konzentrieren können."


Präsentation des Lotus-Renault E21

Frage: "Warum braucht ein Team heutzutage überhaupt einen Simulator?"
Prost: "Ich denke, es gibt zwei Gründe dafür. Erstens die reduzierten Streckentests. Vor einigen Jahren gab es 20 Testtage im Winter und 30 während der Saison. Im Vorjahr waren es nur noch drei Tage während der Saison. Man muss aber Teile und neue Lösungen testen, neue Entwicklungen."

"Wenn der Simulator genau kalibriert und wirklich realistisch ist, dann kann man damit einiges ausprobieren. Und zweitens sind da die Kosten. Wenn der Simulator okay ist, kann man viele Dinge für viel weniger Geld als auf der Rennstrecke testen. Ein guter Simulator ist heutzutage in der Formel 1 also ein großer Vorteil."

Testzeiten sollten nicht überbewertet werden

Frage: "Du hast am ersten Tag des Young-Driver-Tests in Abu Dhabi 2012 gute Arbeit geleistet. Wenn du jetzt zurückblickst, wie wichtig war dieser Test?"
Prost: "Der Test war sehr wichtig. Natürlich willst du Leistung bringen, wenn jemand Vertrauen in dich setzt und dir eine Chance gibt, und es war ein sehr herausforderndes Testprogramm. Es war auch mein erstes Mal in Abu Dhabi und auf dem Yas Marina Circuit, also musste ich in kurzer Zeit viel lernen."

Nicolas Prost

Nicolas Prost beim Young-Driver-Test des vergangenen Jahres in Abu Dhabi Zoom

"Bei so einem Test kann außerhalb des Teams niemand einschätzen, wie gut man war. Keine zwei Teams fahren mit den gleichen Reifen oder der gleichen Benzinmenge, und niemand weiß, welches Testprogramm ein Team gerade verfolgt. Wenn Lotus also mit meiner Leistung zufrieden war, dann ist das das Wichtigste für mich, und dass ich in meiner Position bestätigt wurde, unterstreicht auch die Bedeutung dieses Tests."

Frage: "Wie ist dein Eindruck vom Team? Wie hast du es wachsen gesehen und welches Gefühl hast du, wenn du in Enstone bist?"
Prost: "Ich würde Enstone als große Familie beschreiben. Wenn die Leute von der Formel 1 sprechen, dann hört man oft das Wort 'Haifischbecken', aber in diesem Team sind alle sehr nett. Sie wollen gewinnen, sie wollen arbeiten - es herrscht einfach eine gute Atmosphäre."

Der Underdog, vor dem alle Angst haben?

"Jedes Mal, wenn ich in Enstone bin - sei es für eine Sitzanpassung oder um im Fitnesszentrum zu trainieren -, ist es für mich die reinste Freude. Ich finde, das ist eine der größten Stärken des Teams. Für mich ist es schon eine Leistung, überhaupt in der Formel 1 zu sein, aber es ist fantastisch, zu einem der besten Teams zu gehören - und ich halte Lotus für eines der besten Teams, für den Underdog, vor dem alle Angst haben!"

Frage: "Wie bist du eigentlich zum Team gekommen?"
Prost: "Alles hat 2010 mit einem kleinen Roadshow-Auftritt/Test angefangen. Das lief ganz gut und es entwickelte sich gleich eine enge Beziehung zum Team. Von da an gaben sie mir jedes Jahr mehr Arbeit: zuerst mehr Roadshows, dann ein paar Geradeaus-Tests, vergangenes Jahr schließlich den Rookie-Tag in Abu Dhabi. Dieses Jahr bin ich Entwicklungsfahrer. Es ist eine starke Beziehung und ich bin gern in diesem Team. Es ist wie eine Familie."


Fotos: Präsentation des Lotus E21


Frage: "Was ist für dich der Unterschied zwischen einem richtigen Test und einer Roadshow?"
Prost: "Ein Formel-1-Auto ist immer ein Formel-1-Auto. Der Sound ist erstaunlich, die Geschwindigkeit ist unglaublich. Die Reaktionen der Menschen sind immer überwältigend positiv. Der Unterschied ist, dass zu einem Rennwochenende echte Formel-1-Fans kommen, während viele Zuschauer der Roadshows nicht genau wissen, was sie zu erwarten haben."

"Ich glaube, die meisten Roadshow-Zuschauer sind dann ziemlich überrascht. Die Reaktionen sind jedenfalls toll. Es macht Spaß, richtig mit dem Auto zu fahren, aber die Menschen lieben es, wenn man Donuts und Burnouts macht. Das macht auch Spaß und es ist schön, wenn die Fans Freude haben."

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