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  • 15.07.2016 · 10:16

  • von Benjamin Horbelt

Pat Symonds: Williams-Fokus schon länger auf 2017

Williams-Technikchef Pat Symonds sieht im Reglement 2017 Fluch und Segen: "Je später Regeln festgelegt werden, desto mehr begünstigt das große Teams"

(Motorsport-Total.com) - Nach zehn von 21 gefahrenen Rennen im Formel-1-Kalender 2016 ist die Hälfte der Saison zwar noch nicht erreicht, zahlreiche Teams stecken ihre Budgets und Arbeitskraft dennoch schon jetzt in das Auto für die kommende Saison. 2017 folgen weitreichende Regelveränderungen, die nach Meinung von Williams-Technikchef Pat Symonds viel zu spät festgelegt worden seien: "Nicht alles wurde im regulären Zeitfenster bestätigt - aber jeder wusste was kommen würde. Die wenigen kleinen Veränderungen, die wir in der letzten Zeit hatten, waren dagegen nur kleine Bausteine."

Pat Symonds, Alexander Wurz

Pat Symonds (links) im Fachgespräch mit Ex-Formel-1-Fahrer Alexander Wurz Zoom

Die neuen Aerodynamik-Bestimmungen seien für den Rennstall kein Problem, anders als der neu angedachte Cockpitschutz, so Symonds: "Bei Halo wissen wir nicht genau, wohin die Reise geht. Daher müssen wir das später aufholen, aber das ist nicht von grundlegender Bedeutung. Ich habe da also keine Bauchschmerzen, aber ich stehe dazu: Je später die Regeln festgelegt werden, desto mehr begünstigt das die großen Teams. Diese haben viel mehr Leute in den verschiedenen Bereichen. Das macht uns verletzlich," klagt der Technikchef gegenüber 'Formula1.com'.

Breiter, schneller, lauter - so will sich die Formel 1 ab der Saison 2017 präsentieren. Das neue Reglement lässt die Boliden um 20 Zentimeter breiter werden, die Frontflügel wachsen um 15 Zentimeter, die Heckflügel werden 20 Zentimeter breiter ausfallen. Durch etwa 20 Kilogramm mehr Gewicht und die deutlich breiteren Reifen erwarten Experten um bis zu fünf Sekunden schnellere Rundenzeiten.


Fotostrecke: Turboauftakt garantiert WM-Titel

Das Williams-Team liegt derzeit auf dem vierten WM-Rang in der Konstrukteurswertung, was die Entscheidung, die Ressourcen auf die kommende Saison schon in Teilen zu verlagern, erleichtert habe, so Symonds: "Einen Großteil des Teams haben wir schon vor einer Weile umgeschichtet," gibt der Williams-Technikchef zu. "Das passiert nicht an einem bestimmten Datum. Jedes Projekt am aktuellen Auto hat irgendwann einen Endpunkt. Danach wechseln die zuständigen Personen zum 2017er-Auto. Der Zeitpunkt, an dem wir mehr Leute hatten, die am 2017er-Auto als am 2016er-Auto arbeiten, war vermutlich gegen Anfang Juni. Ich bin mir da nicht ganz sicher, wir führen da keine Strichliste. "

"Das Hauptaugenmerk unserer Arbeit liegt schon beim Auto des nächsten Jahres." Pat Symonds

Der Williams-Verantwortliche glaubt, dass sich die meisten seiner Mitbewerber in der Formel 1 stärker verbessert hätten als es die Briten zunächst erwartet hatten. Daher sollen Felipe Massa und Valtteri Bottas in der aktuellen Saison weiterhin neue Updates erhalten, um Force India auf dem fünften WM-Rang hinter sich zu lassen: "Es gibt immer noch Leute, die an unserem aktuellen Auto arbeiten," verrät Symonds. "Wir haben einen neuen Unterboden, den wir in Ungarn einsetzen werden, ein neuer Flügel folgt in Monza. Es gibt also immer noch viele Dinge, die da kommen werden. Aber klar, das Hauptaugenmerk unserer Arbeit liegt schon beim Auto des nächsten Jahres."

Red Bull auf dem dritten WM-Rang scheint mit über 100 Punkten Vorsprung die stärkste Kraft hinter Mercedes und Ferrari zu bleiben. Daher sei der Fokus auf die neuen Rahmenbedingungen 2017 eine strategische Entscheidung, verrät Symonds: "Es war eine notwendige Entscheidung. Wir sind ein kleines Team und wir könnten uns wirklich nicht leisten, die Dinge erst so spät auf die neue Saison umzustellen. Force India oder Toro Rosso haben einen solchen Wechsel schon früh vollzogen, während Ferrari, Red Bull, Mercedes und McLaren die doppelte Mitarbeiterzahl haben. Damit können die viel stärker an beiden Projekten parallel arbeiten," kritisiert der Williams-Technikchef.

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