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"Nummer 1 gewählt": Für Hamilton ist Ferrari-Stallorder klar

Für Lewis Hamilton ist es eindeutig, dass Ferrari heute beim Sieg von Sebastian Vettel nachgeholfen hat - Er selbst will weiterhin von Stallorder absehen

(Motorsport-Total.com) - Dass Sebastian Vettel und nicht Kimi Räikkönen heute den Großen Preis von Monaco gewonnen hat, schiebt man bei Ferrari nicht auf Teamtaktik sondern die Umstände im Rennen. Doch Mercedes-Pilot Lewis Hamilton lässt sich nicht von den Aussagen blenden. Der Brite ist sich sicher, dass die Scuderia wollte, dass Vettel gewinnt, und dass sie dieses Vorhaben auch mit aller Macht durchgesetzt hat.

"Es ist für mich klar, dass Ferrari seinen Nummer-1-Fahrer gewählt hat", sagt der dreimalige Weltmeister nach dem heutigen Rennen. "Sie machen alles dafür, um sicherzustellen, dass Sebastian das Beste aus allen Wochenenden bekommt." Heute war der Deutsche bei den Boxenstopps an Räikkönen vorbeigekommen, der fünf Runden davor zum Reifenwechsel gekommen war.

Zwar sagte Vettel, dass man nicht wissen konnte, dass der Undercut heute nicht funktioniert, doch Hamilton will sich keinen Bären aufbinden lassen: "Es ist schwierig, dass das führende Auto vom folgenden überholt wird - außer das Team entscheidet, das andere Auto zu bevorzugen", sagt er. "Es ist eindeutig."

Das macht es im Kampf um seinen vierten WM-Titel deutlich schwieriger. 25 Zähler Rückstand hat Hamilton nach seinem heutigen siebten Platz bereits, trotzdem will er bei den Silberpfeilen weiter Gleichberechtigung. "Wir müssen kein Auto über das andere stellen. Es ist wichtiger als je zuvor, dass wir zusammen als Team arbeiten", betont er. Mit dem Team habe er auch nicht über einen Nummer-1-Status gesprochen und habe es auch nicht vor.

"Valtteri (Bottas; Anm. d. Red.) macht einen guten Job. Die Arbeit von uns beiden hilft, Ferrari bei den Konstrukteuren zu besiegen", so Hamilton. "Es kann sein, dass ein Tausch irgendwann nötig ist, aber wer weiß, was passieren wird?" Es könne sogar sein, dass er selbst Bottas später helfen müsse - warum also jetzt auf die andere Karte setzen?

Hamilton sieht ohnehin nur eine richtige Lösung: "Wir müssen sicherstellen, dass wir vor ihnen (Ferrari; Anm. d. Red.) sind, damit wir nicht in das gleiche Szenario wie sie heute kommen."