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Nicholas Latifi: Muss meine natürlichen Instinkte überwinden

Formel-1-Fahrer Nicholas Latifi erklärt, wie schwierig es ist, in der Saison 2020 einen Williams-Rennauto zu bewegen und welche Ziele er sich setzt

(Motorsport-Total.com) - Der Williams FW43 zählt nicht zu den größten Würfen des britischen Traditionsteams. Das erfährt Formel-1-Fahrer Nicholas Latifi bei jedem seiner Einsätze aufs Neue. Und er stellt immer wieder fest: Der Williams ist im direkten Vergleich zur Konkurrenz nicht nur zu langsam, sondern reagiert obendrein auch nicht besonders gut auf Set-up-Änderungen.

Nicholas Latifi

Nicholas Latifi räumt fahrerische Defizite im Vergleich zu George Russell ein Zoom

O-Ton Latifi: "Bei jedem Rennauto gibt es gewisse Charakteristiken, wie es gefahren werden muss, um maximal schnell zu sein. Das lässt sich mit dem Set-up beeinflussen. Bei unserem Auto aber hängt man in manchen Charakteristiken einfach fest."

"Du kannst richtig viel am Fahrzeug verändern und versuchen, diverse Kleinigkeiten zu verbessern, aber du bist am Ende doch wieder im gleichen Fenster mit dem Auto."

Latifi muss eingestehen: Russell macht's besser ...

Er habe daher nach anderen Möglichkeiten gesucht, wie er schneller werden könne. Schließlich habe er gemerkt: "Wenn ich auf eine schnelle Runde das Meiste herausholen will, dann muss ich meine natürlichen Instinkte überwinden."

Latifi sagt, er tendiere dazu, am Kurveneingang besonders hart zu attackieren, also sehr spät zu bremsen. "Das kann manchmal funktionieren, aber häufiger übertreibt man es dann im Qualifying."

"Dann muss ich mich daran erinnern, [dass es besser wäre], es manchmal eher so zu machen wie der Kerl neben mir", erklärt er. So wird George Russell für ihn zum Vorbild.

Williams hofft auf den Anschluss

Der Teamkollege ist in der Formel 1 bekanntlich die erste und wichtigste Messlatte, und Latifi scheitert regelmäßig an Russell: Im Qualifying-Duell der Williams-Fahrer steht es aus seiner Sicht 0:11 gegen Russell, auf den er meist vier Zehntelsekunden oder mehr verliert. Näher als bis auf 0,130 Sekunden war Latifi bisher noch nicht dran an seinem Stallgefährten.


Fotos: Williams, Grand Prix der Eifel


Apropos "dran sein": Das ist das erklärte Ziel des Williams-Fahrers für den Rest der Saison 2020, und er bezieht sich dabei ausdrücklich auf die direkten Konkurrenten seines Teams wie Alfa Romeo und Haas.

"Unterm Strich wollen wir immer dazu in der Lage sein, aus eigener Kraft mit den Autos vor uns zu kämpfen", sagt Latifi. "Es geht auch in diese Richtung, definitiv. Und ich sehe keinen Grund, weshalb wir dieses Ziel nicht irgendwann erreichen sollten."

Der Eifel-Grand-Prix am Nürburgring habe ihm frischen Mut gemacht. "Ich kämpfte fünf, sechs Runden lang mit Kwjat, wenn auch außerhalb der Top 10. Und das war eine gute Erfahrung - ganz anders als zum Saisonbeginn, wo wir im Prinzip nur unser eigenes Rennen gefahren sind."

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