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Neuer Marussia für Booth "deutlicher" Schritt nach vorn

Marussia-Teamchef John Booth glaubt an das Potenzial des MR02, der nicht ausschließlich auf CFD-Basis entstand - Zwei Rookies im Cockpit für ihn kein Nachteil

(Motorsport-Total.com) - Geht es nach Teamchef John Booth, dann ist der heute Morgen in Jerez de la Frontera präsentierte Marussia MR02 technisch gesehen ein "deutlicher" Schritt nach vorn. Auf den ersten Blick unterscheidet sich der neue Bolide des britisch-russischen Teams kaum von seinem Vorgänger, dem MR01. Bei genauerem Hinsehen fallen Veränderungen im Bereich der Seitenkästen sowie der Auspuffführung ins Auge.

Der Marussia-Cosworth MR02

Der Marussia MR02 wurde kurz vor Testbeginn in Jerez enthüllt Zoom

"Meiner Meinung nach ist das unser erstes richtiges Auto", so Booth, der den MR02 in diesem Zusammenhang als "Baby" bezeichnet. Der erfahrene Brite ist vom Potenzial des Boliden überzeugt, warnt jedoch vor übergroßen Erwartungen. "In meinen '400 Jahren' Motorsport habe ich gelernt, nicht zu viel zu erwarten. Technisch gesehen stellt er einen deutlichen Schritt nach vorn dar. Was die Performance betrifft, müssen wir abwarten", so der Marussia-Teamchef über den MR02, der von den beiden Formel-1-Grünschnäbeln Max Chilton und Luiz Razia gefahren wird.

Der insgesamt vierte Bolide des Marussia-Teams (vormals Virgin) ist der erste, der mit Unterstützung des McLaren-Windkanals und somit nicht rein auf CFD-Basis entstand. Unter der Führung von Pat Symonds, dessen Name im Zuge der "Crashgate"-Affäre aus Singapur 2008 in die Schlagzeilen geriet, wurde der MR02 auf Basis des MR01 entwickelt.


Fotos: Präsentation des Marussia MR02


"Unser Technischer Berater ist ab sofort an der Strecke vor Ort. Das ist für uns ein wichtiger Schritt", spricht Teamchef Booth das Ende der Symonds-Sperre an und versichert: "Es ist drei Jahre her, dass Pat zuletzt an einer Rennstrecke war, doch man hat den Eindruck, als wäre er nie weg gewesen."

Dass man auch mit dem neuen Boliden nicht zu Wunderdingen fähig sein wird, ist Booth aber klar: "Wir nehmen uns nicht selbst auf den Arm und wissen genau, dass die Formel 1 ein kniffliges Geschäft ist. Wir sind stolz darauf, dieses Auto mit 165 Leuten auf die Beine gestellt zu haben, doch wir dürfen uns nicht mit Red Bull vergleichen, wo es 500 Mitarbeiter und ein viermal so großes Budget gibt."

So formuliert der Teamchef das Saisonziel ähnlich wie schon in den vergangenen drei Jahren. "Wir wollen es aus eigener Kraft in Q2 schaffen. Von dort lässt sich dann angreifen und um WM-Punkte fahren", sagt Booth, der in der neuen Fahrerpaarung keinen signifikanten Nachteil sieht, wenngleich sowohl Chilton als auch Razia der erste Grand-Prix-Start noch bevorsteht.

"Es ist nicht mehr so wie vor 10 oder 15 Jahren. Chilton hat drei Jahre GP2 und drei Jahre Formel 3 hinter sich. Er mag ein Anfänger sein was die Formel 1 betrifft, doch er ist kein Anfänger was das Fahren betrifft", so Booth. Der Deal mit dem Brasilianer Razia wurde vom Team bisher nicht offiziell bestätigt, ist aber abgeschlossen.

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