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Neue Reifen für 2019: Pirelli setzt auf dünnere Laufflächen

In Barcelona noch als "Mercedes-Reifen" gebrandmarkt, kommen die dünneren Laufflächen nächstes Jahr als Standard zu allen Formel-1-Rennen

(Motorsport-Total.com) - Reifen mit dünnerer Lauffläche, wie sie in der Saison 2018 dreimal eingesetzt wurden, sollen 2019 zum Standard in der Formel 1 werden. Das hat Reifenhersteller Pirelli am Rande des Grand Prix von Brasilien Formel 1 2018 live im Ticker bestätigt.

Pirelli-Reifentechniker

Pirelli will mit seinen 2019er-Modellen einen bekannten Weg weiterverfolgen Zoom

Die Reifen mit den um 0,4 Millimeter dünneren Laufflächen kamen bei den Grands Prix in Spanien, Frankreich und Großbritannien zum Einsatz. Nach dem Rennwochenende in Barcelona wurde zunächst spekuliert, Pirelli würde mit den Pneus in erster Linie Mercedes einen Gefallen tun, weil die Silberpfeile besonders gut damit zurechtkamen.

Doch beim anschließenden Post-Race-Test relativierte Sebastian Vettel den im Raum stehenden Verdacht einer "Verschwörung", als er mit dem Standardreifen von Pirelli, der dort getestet wurde, genau die gleiche Blasenbildung auf der Lauffläche erlebte wie zuvor mit den dünneren Laufflächen.

Dass Abbau und Verschleiß der Reifen dramatische Auswirkungen auf den Rennverlauf hatten, war 2018 mehrmals der Fall. Pirelli ist optimistisch, mit den konstruktiven Änderungen des Reifenaufbaus gegensteuern zu können. Auch wenn die 2019er-Reifen nicht komplett gleich sein werden, wie die, die 2018 dreimal eingesetzt wurden.

Nicht gleich, aber gleiche Richtung

Die neuen Produkte gehen lediglich "in die gleiche Richtung wie das, was wir in Barcelona getan haben", verrät Pirelli-Sportchef Mario Isola. Das Wort "gleich" verwendet er bewusst nicht, denn: "Es ist eine neue Konstruktion, mit neuer Geometrie und so weiter. Aber es stimmt, dass es in die gleiche Richtung geht."


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Die Modifikationen der künftigen Reifen sollen einem Überhitzen aktiv entgegensteuern. Durch ein Überhitzen der Lauffläche entsteht das allseits bekannte "Graining" oder "Blistering", das die Formel-1-Fahrer in dieser Saison immer wieder scharf kritisiert haben. Weil der Kern des Reifens eine andere Temperatur aufweist als die Oberfläche.

Temperaturfenster soll breiter werden

Auch hat sich Pirelli bemüht, insgesamt ein breiteres Temperaturfenster der Reifen zu erreichen. Denn in den vergangenen Jahren war es beinahe Usus, dass ein Fahrer nach einigen wenigen "Push-Laps" bei hoher Geschwindigkeit erstmal vom Gas gehen musste, um die Reifen abkühlen zu lassen. Die logische Konsequenz waren defensiv angelegte Rennstrategien. Etwas, was die Beteiligten im Sinne der Show eigentlich nicht wollen.


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Während dickere Laufflächen für Blasenbildung anfälliger sind, bergen dünnere Laufflächen die Gefahr, schneller zu verschleißen. Doch Pirelli geht davon aus, dieses Thema im Griff zu haben.

Langsamer soll die Formel 1 durch die Änderungen jedenfalls nicht werden: "Ich würde sagen, die neuen Reifen sind etwas schneller, aber auch konstanter. Weil wir neue Technologien und neue Materialien einsetzen", unterstreicht Isola. "Das müsste eigentlich sowohl Performance als auch Konstanz verbessern."

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