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Nach Renault-Letter: Lotus bekommt Insolvenz-Gnadenfrist

Bis 7. Dezember Luft zum Atmen: Nach dem Renault-Letter ist der Insolvenzrichter gnädig und gibt Lotus weitere Zeit, die Finanzprobleme zu lösen

(Motorsport-Total.com) - Jetzt wissen wir also, warum Renault ausgerechnet heute hochoffiziell bekannt gegeben hat, das Lotus-Team übernehmen zu wollen, obwohl der entsprechende "Letter of Intent" (Absichtserklärung) bereits vor Singapur unterschrieben wurde. Denn auch wenn die Übernahme noch lange nicht finalisiert ist, war der Letter vermutlich ein wichtiges Argument beim heutigen Termin vor dem Richter in London.

Matthew Carter

Lotus-CEO Matt Carter vor verschlossenen Türen in Suzuka Zoom

Lotus musste dort erklären, wie eine Rechnung beim britischen Finanzamt (HMRC) bezahlt werden soll, nachdem der Fall schon zweimal vertagt worden war. Und offenbar ist es dank eines Kredits von Renault gelungen, die strittige Rechnung gerade noch rechtzeitig zu bezahlen, sodass der Richter eine Gnadenfrist bis 7. Dezember einräumte. Sollten Rechnungen von anderen Gläubigern bis dahin weiter offen bleiben, droht allerdings immer noch die Insolvenz.

Zuletzt hatte Lotus in Suzuka die Miete (rund 30.000 Euro) für die Team-Hospitality nicht bezahlen können, sodass die Mechaniker nichts zu essen hatten und von Bernie Ecclestone in die Paddock-Club-Kantine eingeladen werden mussten. Zuvor hatte Lotus in Spa-Francorchamps Besuch vom Gerichtsvollzieher - und in Ungarn konnte man erst in letzter Minute erwirken, Reifen für das Training zu bekommen, weil Pirelli wegen offener Rechnungen ungeduldig wurde.

Der heute veröffentlichte Letter of Intent bedeutet übrigens noch lange nicht, dass es tatsächlich zu einer Übernahme durch Renault kommen wird. Grundvoraussetzung dafür ist, dass Ecclestone Renault als Premiumteam mit finanziellen Sondervergütungen anerkennt. Diese Verhandlungen sind bei weitem nicht abgeschlossen. Letztendlich hängt alles an Konzernchef Carlos Ghosn - und der hat sich noch nicht entschieden.