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Nach Maldonado-Sieg: Neuer Streit um PDVSA-Sponsoring

Nachdem Pastor Maldonado am Montag noch in ganz Venezuela gefeiert wurde, ruft sein Sieg nun die Kritiker des PDVSA-Sonsorings auf den Plan

(Motorsport-Total.com) - Noch am Montag sah es so aus, als hätte Pastor Maldonados Sieg in Barcelona, sein politisch gespaltenes Heimatland Venezuela ein Stück weit vereinigt. Doch dieser Friede ist schon zwei Tage später wieder vorbei, die Gräben zwischen der Regierung rund um Präsident Hugo Chavez und der Opposition reißen erneut auf. Im Mittelpunkt der Kritik stehen neben Maldondos engem Verhältnis zum umstrittenen Präsidenten vor allem die Sponsorenzahlungen der staatlichen Mineralölgesellschaft PDVSA an Williams.

Pastor Maldonado

Das PDVSA-Sponsoring bei Williams ist in Venezuela höchst umstritten

Chavez' politischer Gegner Yon Goicoechea nannte es laut 'nzherald.co.nz' "ironisch", dass PSVSA, die erst kürzlich eine höhere Verschuldung einräumen mussten, bei Williams "einen Sport der Eliten" finanziert, "während die Regierung vorgibt, die Interessen der Armen zu vertreten." Goicoechea rechnete vor, dass von dem Geld, das zu Williams fließt, fast 100 Schulen gebaut werden könnten.

Daraufhin musste er sich von Jorge Rodriguez, der Chavez' Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl am 7. Oktober leitet, "Faschismus" vorwerfen lassen. "Diesen Faschismus lasse ich mir nicht bieten, das gehört sich nicht bei einem Sieg", schimpft Rodriguez. "Chavez unterstützt seit langem Pastor und alle venezolanischen Sportmannschaften. Pastors Erfolg ist für jeden, unabhängig von der politischen Ideologie, ein Triumph."

Auch die regierungskritische Tageszeitung 'El Universal', die Maldonado noch am Montag mit den Worten "Er vereinigt die Nation mit seinem Triumph in Spanien" feierte, schlägt nun deutlich andere Töne an. Unter der Schlagzeile "Maldonado und die Idioten" schreibt das Blatt: "Niemand erinnert sich daran, dass Pastor Maldonado PDVSA jedes Jahr 66 Millionen US-Dollar kostet." Außerdem wird das enge Verhältnis zwischen dem Rennfahrer und dem umstrittenen Präsidenten kritisiert "Wahrscheinlich sehen wir ihn in wenigen Tagen wieder im TV, wie er Chavez unterstützt."

Auch der Oppositionspolitiker und Rechtsanwalt Carlos Ramos, der schon im vergangenen Dezember das PDVSA-Sonsoring bei Williams kritisch hinterfragt hatte, meldete sich erneut zu Wort. "Natürlich freuen wir uns", sagt Ramos nach Maldonados Sieg. "Aber das ändert nichts an unserer Forderung, dass die Regierung sämtliche Details dieses Sponsorings offenlegen sollte, wozu das Parlament bisher aber noch keine Zustimmung erteilt hat. Alle öffentlichen Mittel sollten transparent verwaltet werden", untermauert Ramos seine Forderung. "Ich hoffe, wir bekommen von ihnen eine Erklärung."

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