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  • 23.05.2013 · 22:22

  • von Dieter Rencken & Stefan Ziegler

Monaco: Pole-Position, aber dafür kein KERS am Start?

Der erste Startplatz ist in Monte Carlo ein großer Vorteil, doch bei der Anfahrt zur ersten Kurve kann der Bestplatzierte sein KER-System nicht nutzen

(Motorsport-Total.com) - Beim Start fällt eine Vorentscheidung. Das ist in Monaco noch viel mehr der Fall als andernorts. Denn auf dem berühmten Stadtkurs in Monte Carlo ist Überholen überaus schwierig. Die besten Chancen hat, wer sich gleich auf den ersten Metern gut positionieren kann. Doch Vorsicht: Nicht jeder hat dann die zusätzlichen PS des KER-Systems zur Verfügung. Weil der Weg zur ersten Kurve zu kurz ausfällt.

Nico Rosberg

Nico Rosberg gilt als Pole-Favorit, könnte dann aber beim Start KERS nicht nutzen Zoom

Dies betrifft natürlich vor allem die Piloten auf den vorderen Startplätzen, wie McLaren-Sportdirektor Sam Michael erklärt: "Von der Pole-Position aus sind es nur hundert Meter, dann erreicht man schon den Bremspunkt." Und um KERS gewinnbringend einsetzen zu können, dürfe man keinesfalls mehr mit durchdrehenden Rädern unterwegs sein. "Sonst ist es Verschwendung", meint der Australier.

Beim Positionskampf auf dem Weg zur St.-Devote-Kurve komme es bei der KERS-Nutzung auch ganz darauf an, in welchem Gang man sich befinde. "Ich würde sagen, du solltest mindestens den dritten Gang eingelegt haben und mehr als 200 km/h schnell sein", sagt Michael. Was das Zusatzsystem speziell für die Piloten aus dem Mittel- und Hinterfeld attraktiv macht. Das sieht auch Remi Taffin so.


Fotos: Großer Preis von Monaco


"Nichts kann einen davon abhalten, es von hinten zu probieren. Das ist fair und erlaubt", erklärt er. Eine Hilfe seien diese PS aber nur bedingt: "In der ersten Kurve gibt es nur eine Rennlinie, selbst wenn man etwas KERS übrig hat. Es ist also sehr schwierig, davon zu profitieren. Es ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Wenn also jemand einen Fehler macht, dann hat man die zusätzliche Leistung."

Zusätzlichen Spielraum beim Setup haben in Monte Carlo hingegen sämtliche Fahrer. Das liegt an den speziellen Rahmenbedingungen des Glamour-Grand-Prix. "Du hast hier viel weniger Sprit an Bord", sagt Michael und begründet: "Monaco ist das kürzeste Rennen. Das bedeutet: Du hast hier etwa 20 Kilogramm weniger Benzin im Tank." Was unter anderem dem Reifenhaushalt zugute kommt.