• 08.05.2011 18:24

Mercedes rätselt über den fehlenden Rennspeed

Im Qualifying noch flott unterwegs, hinkte man im Rennen dann der Konkurrenz doch hinterher - Istanbul hinterlässt bei Mercedes ein dickes Fragezeichen stehen

(Motorsport-Total.com) - Die Mercedes-Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher beendeten einen spannenden Großen Preis der Türkei auf den Plätzen fünf und zwölf. Vom dritten Startplatz aus fuhr Rosberg ein sauberes Rennen, das er auf Platz fünf abschloss. Ein hoher Reifenverschleiß in der Anfangsphase des Rennens verhinderte ein besseres Ergebnis für ihn.

Titel-Bild zur News: Felipe Massa, Nico Rosberg

Nico Rosberg im Zweikampf mit Felipe Massa: Ereignisreiches Rennen

Schumacher startete wie so oft stark und lag auf Platz sieben, als er seinen Frontflügel bei einer Kollision mit Witali Petrow in Kurve zwölf beschädigte und in Folge dessen an die Box fahren musste. Danach war er im Vergleich zu den anderen Autos aus dem Rennrhythmus, kämpfte sich aber vom vorletzten Platz in Runde drei bis auf Platz zwölf am Ende des Rennens nach vorne.

"Mein Start war fantastisch", so Rosberg. "Ich konnte Mark überholen und lag in der ersten Runde auf Platz zwei. Danach hatte ich im ersten Stint Probleme mit meinen Reifen. Unsere Strategie funktionierte gut und ich kam wieder in eine vernünftige Position - damit können wir ziemlich zufrieden sein. Ich bin auch glücklich, vor Jenson und nur einige Sekunden hinter Lewis gelandet zu sein."

"Es besteht noch immer ein Abstand zur Spitze, aber wir haben unsere Fortschritte mit dem Auto an diesem Wochenende fortgesetzt. Wir wissen nicht genau, warum wir im Qualifying besser waren als im Rennen, aber wir werden daran arbeiten. Insgesamt war es wieder ein gutes Wochenende für mich und jetzt freue ich mich auf Barcelona."

"Das war ein Tag mit vielen Zweikämpfen und Action - das war wahrscheinlich der beste Teil meines Rennens", so Schumacher. "Natürlich bin ich nicht sehr glücklich, wie mein Wochenende verlaufen ist, dafür bin ich jedoch selbst verantwortlich."

"Der Zwischenfall mit Petrov hat mein Rennen bestimmt: Wir waren sehr nah zusammen und ich war überrascht, dass wir uns berührt haben, dennoch war es hauptsächlich mein Fehler. Nach meinem frühen Boxenstopp war der Rennverlauf vorgezeichnet. Positiv ist, dass wir in der Türkei unseren Aufwärtstrend bestätigt haben und noch weitere Dinge in der Pipeline sind, um unser Potential weiter auszureizen."

"Im Rennen war die Balance bei Nico nicht so gut, wie wir erhofft hatten, und mit viel Sprit an Bord war der Reifenverschleiß zu hoch", so Teamchef Ross Brawn. "Das beeinträchtigte ihn in der ersten Rennhälfte, in der zweiten Hälfte war unsere Pace hingegen respektabel. Nico kämpfte sich durch das Feld dorthin zurück, wo wir uns gesehen hatten. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir aber schon zu weit zurück. Wenn man all das berücksichtigt, ist Platz fünf dennoch ein vernünftiges Ergebnis."

"Für die nächsten Rennen hat das Feintuning unseres Renn-Setups Priorität, besonders auf Strecken, auf denen die Handhabung der Reifen schwierig ist. Michael kam aufgrund seines unplanmäßigen Boxenstopps in Runde zwei aus dem Rhythmus. Danach hatte er eine schwierige Aufgabe zu meistern, unter anderem weil auch einige weitere Rennzwischenfälle ihn Zeit kosteten. Insgesamt befinden wir uns im Vergleich zum Saisonbeginn weiter auf dem richtigen Weg, aber wir sind noch nicht dort, wo wir sein möchten. Daran werden wir weiter hart arbeiten."

"Nach Nicos drittem Startplatz gestern haben heute natürlich viele, und auch wir, ein ähnlich gutes Ergebnis erwartet", so Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Tatsächlich war Nico gestern im Qualifying als Dritter einige Tausendstel vor Lewis und heute war Lewis schneller. Alonso fuhr im Ferrari ein klasse Rennen von Platz fünf und die Red Bull liegen nach wie vor deutlich vorne."


Fotos: Mercedes, Großer Preis der Türkei, Sonntag


"Einen McLaren-Mercedes und einen Ferrari zu schlagen, war das Maximum, das Nico heute mit unserem aktuellen Auto mit einer starken Leistung von ihm erreichen konnte. Wir haben uns in den letzten zwei Rennen verbessert und den Abstand zu den Besten verkürzt - was zeigt, dass wir uns in die richtige Richtung entwickeln ohne bereits dort zu sein, wo wir hin wollen."

Michael hatte ein ereignisreiches Wochenende. Er war vom ersten nassen Training am Freitag sehr engagiert unterwegs. Sein Zwischenfall mit einem anderen Auto bestimmte sein Rennergebnis und kostete ihn die Zeit, die ihm am Ende für einen Rang in den Punkten fehlte. Jetzt konzentrieren wir uns auf Barcelona, wo wir weitere Fortschritte machen wollen."