powered by Motorsport.com

McLaren-Rechtsanwalt fordert indirekt Titel für Hamilton

Offiziell geht es McLaren nur um Klärung des Reglements, doch der Anwalt des Teams will, dass Hamilton im Interlagos-Rennergebnis nach vorn kommt

(Motorsport-Total.com) - Ein Rechtsanwalt des McLaren-Mercedes-Teams hat am Donnerstag vor dem Berufungsgericht der FIA gefordert, dass Lewis Hamilton jene WM-Punkte erhält, die ihm beim letzten Rennen der vergangenen Formel-1-Saison durch die Platzierung der BMW Sauber F1 Team Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica und Williams-Fahrer Nico Rosberg vor ihm entgangen sind.

Lewis Hamilton

Hamilton will offiziell nicht am "Grünen Tisch" zum Weltmeister erklärt werden

Bei den betreffenden Autos war während des Rennens zu kühles Benzin festgestellt worden, die Rennleitung hatte sich jedoch dagegen entschieden, die Autos aus der Wertung zu nehmen. Ohne die vor ihm platzierten Autos hätte der Brite ausreichend Zähler eingefahren, um sich den WM-Titel zu sichern.#w1#

"Wenn es einen Verstoß gab, dann war er leistungsfördernd", sagte Rechtsanwalt Ian Mill laut 'Reuters' dem Berufungsgericht. "Ich befürchte, dass die Sanktion die Disqualifikation sein muss."

Doch selbst wenn die betreffenden Fahrer disqualifiziert werden sollten, bleibt es dem Berufungsgericht überlassen, ob sie die restlichen Fahrer aufrücken lassen oder nicht. Im Falle einer Disqualifikation könnte also nach wie vor Kimi Räikkönen Weltmeister bleiben.

Der McLaren-Anwalt forderte die vier Richter auf, sich nicht von der Tatsache beeinflussen zu lassen, dass durch eine Veränderung des Ergebnisses der Platzierung des Großen Preises von Brasilien die Entscheidung im Kampf um den WM-Titel verändert werden könnte.

Vielmehr fordert er, dass der Fall unabhängig vom Team und unabhängig vom Zeitpunkt in der Saison betrachtet werden soll: "Wann auch immer es in der Vergangenheit eine Disqualifikation gegeben hat, gab es eine neue Klassifikation. Alles, was wir von Ihnen wollen, ist das, was normalerweise passiert."

Ferner argumentierte der Anwalt mit der Bestrafung des Teams in der "Spionage-Affäre", als trotz anderer Stimmen die Fahrer ihre WM-Punkte behalten durften, weil ihnen als Kronzeugen Straffreiheit zugesagt worden war: "Die Fahrer mögen absolut unschuldig sein, aber sie haben vom Auto profitiert, das gegen das Reglement verstieß."

Seiner Meinung nach müssten die Fahrer die Punkte ebenfalls verlieren, sollten die Teams disqualifiziert werden: "Ansonsten wird den Fahrern Immunität angeboten, wenn sie der FIA assistieren."

Die zwei anderen betroffenen Parteien, das BMW Sauber F1 Team und Williams, haben ihren Standpunkt bisher noch nicht dargelegt. Die vier Richter müssen nach der entsprechenden Diskussion zu Beginn der Verhandlung ebenfalls noch festlegen, ob der Einspruch rechtmäßig ist oder ob ein Formfehler vorliegt.