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McLaren realistisch: Ohne Update wird P3 nicht zu halten sein

Andreas Seidl sieht die Konkurrenz im Kampf um Rang drei leicht stärker und gibt mit Updates Gas - Behebung der Windprobleme oberste Priorität

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von Russland war für McLaren ein herber Rückschlag im Kampf um den dritten Platz in der Konstrukteurs-WM. Zwar hält das Team diesen aktuell noch, doch aufgrund der Nullnummer in Sotschi ist die Konkurrenz deutlich herangerückt. Zwölf Zähler konnte Racing Point gutmachen und liegt nur noch zwei Punkte zurück, Renault konnte sogar 16 Punkte aufholen und ist sieben Zähler in Rückstand.

Sergio Perez, Lando Norris

Racing Point liegt mit dem wohl schnelleren Auto nur zwei Punkte zurück Zoom

Für Teamchef Andreas Seidl sind das auch die beiden realistischen Gegner im Kampf um den dritten Platz, und will man diesen behalten, müsse man noch etwas zulegen. Denn der MCL35 ist für den Deutschen nicht das beste Auto unter diesem Trio. "Der Racing Point ist eindeutig das schnellste Auto in diesem Kampf" sagt er.

Gleichzeitig ist für ihn auch ersichtlich, dass Renault in den vergangenen Rennen stark aufgeholt hat. Die Franzosen konnten in den vergangenen vier Rennen stets zweistellig punkten, das gelang McLaren im gleichen Zeitraum nur beim Chaosrennen in Monza.

"Jetzt liegt es an uns sicherzustellen, dass auch wir Fortschritte mit unserem Auto erzielen und den nächsten Schritt bei der Pace finden, um den Kampf aufrecht zu halten", sagt Seidl, der die Vorgänge aus Sotschi in Ruhe analysieren will.

McLaren gibt bei Updates Gas

An Updates für das Auto hat es zuletzt aber nicht gemangelt. Der neue Unterboden, der in Spa getestet wurde, ist eher für das kommende Jahr gedacht, doch in Sotschi war Lando Norris mit einem neuen Nasenkonzept unterwegs. Das einzuschätzen ist jedoch nach der Startrunde und dem erlittenen Schaden im Zusammenhang mit dem Unfall von Teamkollege Carlos Sainz schwierig.


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Bei McLaren drückt man in Sachen Updates auf die Tube. Man wollte unbedingt Updates testen, bevor die Entwicklungsdeadline nach dem Russland-Grand-Prix ausläuft. Das neue Nasenkonzept gehe auf jeden Fall in die richtige Richtung, betont der Teamchef. "Das gibt uns mehr Potenzial, Performance aus dem Auto zu holen", ist er überzeugt.

Gerne würde man vor allem die Windanfälligkeit des MCL35 aus dem Weg räumen, die das Team immer wieder geärgert hat. Das Problem ist jedoch leichter zu erkennen als zu beheben, meint Seidl, und sieht darin auch den entscheidenden Faktor für das kommende Rennen am Nürburgring.

Windproblem "möchte ich nicht akzeptieren"

Fast jeder erwartet kaltes Wetter, wenn es im Oktober in die Eifel geht. "Doch für uns hat eher der Wind einen Einfluss auf das Auto, weniger die Temperaturen." Ohnehin sei die Herausforderung für alle gleich, meint Seidl. "Am Ende kommt es auf die Reifenwahl an und wie die Reifen funktionieren. Man muss einfach den Sweet-Spot des Autos erwischen."

Der Wind wird das Team aber auch darüber hinaus beschäftigen. "Das möchte ich definitiv nicht akzeptieren", betont Seidl und sagt, dass dieses Thema weit oben auf der Prioritätenliste von Technikchef James Key steht.

Andreas Seidl

Andreas Seidl will unbedingt Rang drei in der WM einfahren Zoom

Das ist wohl jedoch noch ein Zukunftsthema, erst gilt es in diesem Jahr den dritten Platz noch zu sichern. Dafür will man sich wieder auf seine Stärke gegenüber Racing Point besinnen. Zwar könne man beim Auto nicht mithalten, doch bislang setzte man seine Möglichkeiten ziemlich gut um.

"Durch tolle Performances unserer Fahrer und einer tollen Ausführung unseres Rennteams konnten wir auch mit dem viert- oder fünftschnellsten Auto gute Punkte holen", so Seidl. "Das hat uns die 106 Punkte eingebracht, die wir derzeit haben. Deswegen heben wir aber nicht ab. Wir wissen, dass wir das Auto entwickeln müssen, um näher ranzukommen und den Kampf aufrecht zu halten."

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