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McLaren: Magnussen-Abflug kann positive Bilanz nicht trüben

Kevin Magnussen setzte den neuen McLaren kurz vor Endes der Jerez-Testwoche neben die Strecke, doch die Bilanz fällt für das Team aus Woking positiv aus

(Motorsport-Total.com) - Nachdem er am Donnerstag entgegen der ursprünglichen Planung nur am Nachmittag fahren durfte, absolvierte McLaren-Rookie Kevin Magnussen am letzten Tag der Jerez-Testwoche seinen ersten Vollzeiteinsatz am Steuer des neuen MP4-29.

Kevin Magnussen

Magnussen schließt den Jerez-Test mit Wochenbestzeit und reichlich Erfahrung ab Zoom

Als die Strecke am Vormittag noch vom nächtlichen Regenschauer gezeichnet war, sammelte Magnussen wertvolle Erfahrungen mit den Intermediates und den Regenreifen von Pirelli. Gleichzeitig gewannen die Mercedes-Techniker wertvolle Erkenntnisse über das Ansprechverhalten des nagelneuen V6-Antriebsstrangs bei rutschigen Streckenverhältnissen.

Am Nachmittag trocknete der Circuito de Jerez ab, doch komplett trocken war der Kurs im Gegensatz zum Donnerstag diesmal nicht. So blieb der 21-jährige Däne am Freitag 7,5 Sekunden über der von ihm tags zuvor aufgestellten Testbestzeit.

Abflug zehn Minuten vor Toresschluss

Kevin Magnussen

Nach dem Abflug in Kurve zehn: Der MP4-29 von "Kev" am Abschlepphaken Zoom

Mit insgesamt 110 am Schlusstag zurückgelegten Runden absolvierte Magnussen aber ein stolzes Programm, das nur von Ferrari-Pilot Fernando Alonso (115 Runden) knapp getoppt wurde. Über null Runden (Jenson Button am Dienstag), 43 Runden (Button am Mittwoch) und 92 Runden (Button und Magnussen zusammen am Donnerstag) steigerte sich McLaren damit weiter sukzessive.

In den Bereich von Alonsos Freitagslaufleistung hätte Magnussen auch vordringen können, doch zehn Minuten vor Ablauf der Zeit setzte er den MP4-29 in Kurve zehn neben die Strecke.

Der Formel-1-Neuling aus Dänemark war etwas zu weit auf den Randstein gekommen, hatte die Kontrolle verloren und war übersteuernd in Richtung Streckenbegrenzung abgeflogen. Beim Einschlag in die selbige wurde der chromfarbene Bolide leicht beschädigt. Magnussen, von dem zunächst Stellungnahme vorlag, blieb nach Informationen des Teams "unverletzt".

Via Twitter meldete sich der Däne dann doch noch zu Wort: "Das Auto fühlte sich gut an. Der Abflug am Ende tut mir leid Jungs." Positiv: Mehr Runden als Magnussen drehten beim Jerez-Test nur Nico Rosberg (Mercedes) und Ferrari-Pilot Alonso.


Fotos: McLaren, Testfahrten in Jerez


Trotz des Schönheitsfehlers kurz vor Schluss reist das McLaren-Team mit "Terabytes gesammelter Daten" zufrieden aus Andalusien ab. Die Daten werden nun im heimischen Woking bis zum Bahrain-Test (19. bis 22. Februar) ausgewertet und fließen in erste Upgrades für den MP4-29 ein. Die aktuelle Planung des Teams sieht vor, dass Magnussen in drei Wochen in Bahrain den Testbetrieb am Mittwoch eröffnet und auch am Donnerstag im Auto sitzt. Teamkollege Jenson Button soll am Freitag und Samstag fahren.

Mit seinen 1.084 in Jerez zurückgelegten Kilometern liegt der neue McLaren in der Rangliste der lauffreudigsten 2014er-Boliden auf Rang drei hinter dem Mercedes F1 W05 (1.368 Kilometer) und dem Ferrari F14 T (1.111 Kilometer). Der Mercedes-Antriebsstrang brachte es in den Händen der Teams Mercedes, McLaren, Force India und Williams auf 3.874 Kilometer und hat der Konkurrenz von Ferrari (1.966 Kilometer) und vor allem Renault (668 Kilometer) damit einiges voraus (Zusammenfassung der Jerez-Testwoche).