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McLaren ist sich treu: Innovation in homöopathischen Dosen

Zugstrebenaufhängung, ultraschlanker Auspuff und eine "Eitelkeits-Blende", aber kein Doppel-DRS: McLaren setzt auf Innovationshäppchen

(Motorsport-Total.com) - Farblich ist der neue McLaren keine Revolution, technisch sind die Designer ihre Aufgabe weniger konservativ angegangen. Der MP4-28 bleibt seinen Vorgängern in der Hinsicht treu, dass er auf ein Doppel-DRS verzichtet. Eine passive Lösung, wie sie etwa Lotus verwendet, ist nach dem neuen Reglement weiter legal. "Es ist nicht einfach, so ein System effektiv zum Arbeiten zu bringen und dadurch einen Netto-Leistungsgewinn zu erzielen", erklärt Technikdirektor Tim Goss die Entscheidung.

McLaren MP4-28

Die neue Vorderradaufhängung ist eine der wichtigsten Neuerungen am MP4-28 Zoom

Dennoch haben die Verantwortlichen in Woking es zumindest in Erwägung gezogen, die Technik zu adaptieren: "Wir haben uns solche Systeme einige Jahre lang angesehen und wie zu beobachten war, haben wir sie nicht verwendet", erklärt Goss. Schließlich verspricht ein Doppel-DRS Leistungsgewinne, die es zu bezahlen gilt. "Es gibt im Gegenzug Verluste bei dieser Art von Lösungen. Drei Teams haben sie im vergangenen Jahr getestet, aber keines ist wirklich damit gefahren."

Vorjahresmodell komplett überarbeitet

Auch Sam Michael hält das Risiko, die Technik einzusetzen, für zu groß: "Sie ist extrem empfindlich und es ist schwierig, sie zum Laufen zu bekommen", warnt der Sportdirektor und sieht eines Tages das Ende solcher Entwürfe gekommen: "Es ist ein Bereich, der mit der Zeit ausgeschlachtet ist. Aber wir stehen noch am Anfang", wägt Michael ab. Er favorisiert andere Entwicklungsbereichen für 2013: "Es gibt größere Fische zu angeln als diesen." Was hängt also am McLaren-Haken?

"Bei der Architektur war es unsere Philosophie, unseren Fokus auf die Bereiche zu legen, die Leistung generieren", weiß Goss. Konkret heißt das: Alles aus den Regeln herausholen. "Wir haben zum Ende des vergangenen Jahres gezeigt, dass wir unter diesen Bestimmungen die Schnellsten sind." Dennoch habe man sich in der Entwicklungsabteilung Freiräume genommen und den Wagen von Frontflügel bis Heckflügel komplett überarbeitet. "Wir brauchten einen größeren Schritt", sagt Goss.

Vorderradaufhängung und Auspuff im Fokus

Der ist bei der Vorderradaufhängung mit Zugstrebe, die Ferrari 2012 salonfähig gemacht hatte, Realität geworden. "Was uns davon überzeugt hat war eine Menge Forschungsarbeit. Wenn man etwas sieht, denkt man sich immer: 'Warum haben wir das nicht gemacht?'", so Goss. In der Formel 1 sei die Kopie eines anderen Konzeptes zwar möglich, aber nicht sinnvoll. Es ginge um das Verständnis der Funktionsweise, erklärt der Technikdirektor. Die McLaren-Lösung soll aerodynamische Vorteile bringen, die die kinematischen und strukturellen Defizite ausgleichen.


Fotos: Präsentation des McLaren MP4-28


Großbaustelle Nummer zwei war der Auspuff, der der Linienführung des vergangenen Jahres grundsätzlich treu bleibt, den Ansatz aber noch radikaler verwirklicht. "Er harmoniert gut mit der Aerodynamik", beschreibt Goss das Konzept ohne angeblasenen Diffusor, dass den Aufbau von Anpressdruck am Fahrzeugheck auf andere Art und Weise nötig macht. "Das ist die Philosophie unseres Autos. Wir greifen Dinge auf, entwickeln sie und machen sie extremer. Es ist eine natürliche Evolution."

Einfluss der Stufennase überschätzt

Die bei der Konkurrenz charakteristische Stufennase der Saison 2012 werden die Fans auch am MP4-28 nicht zu sehen bekommen. Sie wird durch eine so genannte "Eitelkeits-Blende" verdeckt. "Aerodynamisch gesehen würde man nicht unbedingt eine Stufennase bauen, wenn man sich frei entscheiden könnte. Es ist ein Vermächtnis der Regeln", erklärt Goss, der durch die Kosmetik keinen Nachteil erkennt: "Wir verwenden eine sehr leichte Abdeckung. Sie hat keine tragende Funktion und wiegt kaum etwas."

"Stufennasen spielen keine große Rolle." Tim Goss, McLaren-Technikdirektor

Dass der kürzlich präsentierte Lotus E21 auf die "Eitelkeits-Blende" verzichtet, kann sich McLaren-Mann Goss nicht erklären: "Ich denke, James (Allison, Technikdirektor bei Lotus, Anm. d. Red.) hat offen gelassen, warum sie bestimmte Dinge tun." Zu große Bedeutung will er dem nicht beimessen: "Betrachten wir die Sache aerodynamisch, spielt es eigentlich keine Rolle", redet er die Sache klein und spricht von "vernachlässigbaren Nachteilen", die bei der einen oder anderen Lösung entstehen.

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