powered by Motorsport.com

McLaren & Honda: Im gleichen Film wie Red Bull ...

McLaren und die Suche nach einem konkurrenzfähigen Antrieb: Christian Horner fühlt sich an die Situation von Red Bull im Jahr 2015 erinnert

(Motorsport-Total.com) - McLaren sucht in der Formel 1 nach Alternativen zu den Antrieben von Honda, doch kaum jemand möchte helfen. Weder Mercedes noch Ferrari haben scheinbar ein Interesse daran, McLaren mit Antriebseinheiten zu beliefern, wie McLaren-Boss Zak Brown unlängst feststellte. Red-Bull-Teamchef Christian Horner kommt diese Situation nur allzu bekannt vor. Als sein Team 2015 nach einer Alternative zu Renault suchte, bekam Red Bull von Mercedes ebenfalls einen Korb.

Claire Williams, Zak Brown, Christian Horner

Christian Horner kennt die aktuellen Probleme von Zak Brown nur zu gut Zoom

"Wir haben auch schon mal auf dieser Seite des Zaun gestanden und es hat nicht geklappt", erinnert sich Horner. "Ich habe neulich mit Zak gesprochen, und er meinte es käme ihm vor, als seien sie im gleichen Film wie wir vor einigen Jahren. Er schien auf jeden Fall nicht viel Hoffnung zu haben, dass im nächsten Jahr ein Mercedes-Motor im Heck des McLaren steckt."

Ähnlich wie damals bei Red Bull hat Mercedes (und wohl auch Ferrari) aktuell kein Interesse, einen potenziellen Rivalen stark zu machen, indem man ihn mit Antriebseinheiten beliefert. Horners Mitleid mit der Konkurrenz hält sich jedoch in Grenzen, denn McLaren hat sich aus seiner Sicht die Suppe mit dem Wechsel von Mercedes zu Honda selbst eingebrockt. "Sie hatten diesen Motor, und wenn sie ihn heute immer noch hätten, wären sie jetzt konkurrenzfähiger", kann sich Horner einen Seitenhieb gegen McLaren nicht verkneifen.

Bei den Kundenteams von Mercedes sind die Meinungen darüber gespalten, ob die Marke mit dem Stern McLaren Antriebe liefern soll oder nicht. "Natürlich wäre das für uns nicht ideal", meint Claire Williams, stellt aber fest: "Das ist keine Angelegenheit, in die sich Williams einmischen sollte."


Fotostrecke: Honda-Meilensteine in der Formel 1

Etwas mehr Sympathie für McLaren zeigt Force-India-Teamchef Vijay Mally: "Wir alle wollen, dass McLaren konkurrenzfähig ist. Es ist ein Team mit einer großen Geschichte. Mir persönlich tut es leid, sie so straucheln zu sehen", sagt der Inder. Mallya verweist aber ebenfalls darauf, dass dies eine Angelegenheit zwischen McLaren und Mercedes, in der sein Team nicht mitzureden hat.

Sollte es zu einer Trennung zwischen McLaren und Honda kommen, werde notfalls der Automobil-Weltverband festlegen, welcher Hersteller McLaren beliefern muss. "Ich glaube nicht, dass die FIA zusehen wird, wenn McLaren ohne Motor dastehen sollte", sagt Mallya. Diese Möglichkeit sieht das Reglement explizit vor.