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  • 04.09.2016 · 20:03

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

McLaren: Alonso verhöhnt Ingenieur mit hämischem Gelächter

Der McLaren-Pilot hielt es für unmöglich, einen Haas mit Uraltreifen zu überholen und WM-Punkte für utopisch - Jenson Button hatte seinen Spaß

(Motorsport-Total.com) - Es sagt viel über McLarens Leistungsstand aus, wenn Fernando Alonso von seinem Renningenieur aufgefordert wird, einen Piloten im Auto eines Formel-1-Neulings zu überholen und nur hämisch lacht. Der Italien-Grand-Prix am Sonntag in Monza bot genau das, als der Spanier unter dem Helm in schallendem Gelächter ausbrach, als man ihm mitteilte, er solle Haas-Fahrer Romain Grosjean attackieren. Mit Honda-Power war das Team auf der Highspeed-Bahn nicht in seinem Revier.

Fernando Alonso

Fernando Alonso fuhr die schnellste Rennrunde, was ihm wenig nützte Zoom

Entsprechend ernüchternd fiel das Resultat mit Jenson Button auf Rang zwölf und Alonso auf dem 14. Platz aus. Doch es gab auch Lichtblicke: Alonso drehte zum Schluss auf frischen Pneus, die er sich scheinbar nur zum Spaß an der Box abgeholt hatte, noch die schnellste Rennrunde. Zu viel Wert will er dem nicht beimessen. "Das ist nicht wirklich wichtig", winkt er ab. "Wir hatten am Ende neue Pneus und waren sonst im Rennen einfach zu langsam. Damit haben wir gerechnet."

Seinen Lachanfall - fast genau ein Jahr nachdem er den Honda-Antrieb im Funk als "GP2-Motor" bezeichnet hatte - wollte Alonso nach der Zieldurchfahrt lieber nicht kommentieren, sondern zeigte sich ernüchtert: "Wir hätten nicht das Tempo gehabt, um in die Punkte zu fahren." Hinzu kam, dass bei McLaren die Boxenstopp-Ampel versagte und den Ex-Weltmeister länger als nötig bei der Crew parken ließ. "Ich habe mich auf das rote Licht konzentriert", sagt Alonso über das Haltesignal, dass ausgehen soll, sobald alle Mechaniker ein entsprechendes Signal gegeben haben. "Ich glaubte daher, dass an den Hinterreifen noch gearbeitet würde, aber das Auto war wohl schon fertig."


Fotostrecke: GP Italien, Highlights 2016

Jenson Button, der in der ersten Runde in der zweiten Lesmo-Kurve von einem Konkurrenten in den Kies gedrückt wurde und auf den letzten Platz zurückfiel, hatte bei der Aufholjagd in Monza deutlich mehr Vergnügen. "Es hat Spaß gemacht und ich habe es genossen", erklärt der Brite, nachdem er zunächst in Turbulenzen geraten war. "Ich hatte einen schlechten Start. In der ersten Runde habe ich einige Fehler gemacht", räumt er ein, um sich doch über das Rennen zu freuen.

"Ich hätte mir nichts Besseres wünschen können. Vom letzten auf den zwölften Platz zu fahren ist nicht schlecht. Und ich hatte auch noch einige gute Überholmanöver, zum Beispiel auf der Außenseite in der Parabolica", erwähnt er eine Aktion gegen Esteban Gutierrez im Haas. Nico Hülkenberg (Force India) auf Platz zehn war nur 13,592 Sekunden vor Button. "Also nicht unerreichbar", merkt der frühere Champion, der am Samstag seinen vorläufigen Rücktritt erklärte. Auch er verweist darauf, dass Monza für McLaren die schwierigste Aufgabe des Jahres präsentierte.

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