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Mark Webber: Jenson Button hätte schönen Abschied verdient

Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber hat kein Verständnis für den halbgaren Rücktritt von McLaren-Pilot Jenson Button

(Motorsport-Total.com) - Nach 17 Jahren und 305 Grands Prix wird Jenson Button am 27. November 2016 der Formel 1 den Rücken kehren - und doch nicht so wirklich Abschied feiern. Wir er in Monza erklärte, hat der 36-Jährige einen Zweijahresvertrag mit McLaren unterschrieben, der ihn in die Rolle einen Team-Botschafters versetzt mit der Option, 2018 ins Cockpit zurückzukehren. "Er sagt, dass er die Formel 1 liebt, aber eine Pause braucht", wundert sich Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Er geht in Urlaub, oder wie? Beides geht irgendwie aus meiner Sicht nicht."

Mark Webber, Jenson Button

Von Ex-Pilot zu Bald-Ex-Pilot: Webber rät Botton zu einem ordentlichem Abschied Zoom

Webber ist nicht der einzige, der Buttons gewisse, und doch auch ungewisse Zukunft nicht ganz nachvollziehen kann. Button ist zwar nicht der erste, der eine Auszeit aus der Königsklasse nimmt um dann wieder zurückzukehren. Aber keiner seiner Vorgänger war Teil einer solch "innovativen" Lösung, wie sie Ron Dennis behauptet gefunden zu haben.

Ein Nigel Mansell, ein Alain Prost oder ein Michael Schumacher hatten keine Comeback-Pläne, als sie ihren Rücktritt bekanntgaben. Die meisten großen Namen des Motorsports hatten aber ihren großen Abschied von der Bühne, dem sie ihr Leben gewidmet haben. Ob Button tatsächlich 2018 wieder in der Startaufstellung stehen wird, weiß keiner. Fakt ist: er bringt sich um die große Respektsbekundung, die dem Weltmeister von 2009 zustehen würde.


Fotostrecke: Die Formel-1-Karriere des Jenson Button

"Er ist ein Champion und ein sehr netter Kerl", beschreibt es Webber. "Ich hätte mir gewünscht, dass er sich klarer positioniert. Er hätte Schluss machen und mit etwas Neuem beginnen sollen. So, wie er es jetzt gemacht hat, besteht die Gefahr, dass er keinen richtig schönen Abschluss findet. Und das wäre schade, das hätte er nicht verdient."

Webber selbst verabschiedete sich Ende 2013 aus der Formel 1 - endgültig. Er war zuvor 215 Mal an den Start gegangen, hatte dabei neun Siege holen können und sich in den letzten fünf Jahren ein erbittertes Duell mit seinem Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel geliefert. Sein letztes Rennen feierte er mit einer Ehrenrunde ohne Helm.

Mark Webber

Ehrenrunde: Mark Webber hat seine letzten Kilometer als Formel-1-Pilot genossen Zoom

Button sei hingegen ohnehin kein Fan von großen Abschieden, wie er 'Sky Sports F1' gegenüber äußert. Er freue sich schon, sich seinem Hobby, dem Triathlon, ausgiebig widmen zu können. Und auch wenn er dem Team noch für gewisse Entwicklungsarbeiten zur Verfügen stünde, wolle er sich doch nach seiner eigenen Agenda erholen, um im Falle des Falles "wie ein 20-Jähriger mit 17 Jahren Erfahrung" zurückzukehren. "Vielleicht liege ich ja auch falsch", räumt Webber ein. "Vielleicht gewinnt er 2018 mit McLaren den Titel. Mag sein. Ich finde aber ein Sabbatical in seinem Alter ein wenig seltsam."

Button zeigt auch an anderen Rennserien Interesse. Ob er Webber in naher Zukunft aber in die Langstrecken-Weltmeisterschaft folgen wird, ist fraglich. Dort böten sich zurzeit nämlich erstens wenige Möglichkeiten und zweitens könnte dies im Konflikt mit seiner Vertragssituation bei McLaren stehen. "Ich weiß nicht, ob er hierher kommen wird", muss auch der noch amtierende WEC-Champion Webber einräumen. Er lacht: "Warum weiß ich es nicht? Weil Jenson sozusagen halb schwanger ist..."

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