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Marc Surer: Formel 1 auf Nordschleife "nicht vorstellbar"

Der Ex-Pilot und Experte hält ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Deutschland-Rennen 2019 - eine Rückkehr auf die Nordschleife hält er dagegen für "kriminell"

(Motorsport-Total.com) - Deutschlands Formel-1-Fans zwischen Hoffen und Bangen: Wird es auch in Zukunft weiter ein Heimrennen auf deutschem Boden geben? Lange sah es danach aus, dass der Formel-1-Grand-Prix 2018 in Hockenheim Ende Juli eine vorläufige Abschiedsvorstellung war. Ein Vertrag für einen Deutschland-Grand-Prix 2019 war weder in Hockenheim und schon gar nicht am Nürburgring in Sicht. Inzwischen ist jedoch etwas Bewegung in die Sache gekommen: Hockenheim-Streckenchef Georg Seiler bestätigte im Interview mit 'Motorsport-Total.com', dass Gespräche stattgefunden haben.

Jackie Stewart, Nürburgring-Nordschleife, 1973

Legendäre Erinnerungen für Fans: Jackie Stewart 1972 auf der Nordschleife Zoom

Womöglich kommt eine Art "Miami-Modell" ins Spiel, wonach die Formel-1-Macher von Liberty Media selbst Anteile in der Vermarktung übernehmen könnten und entsprechend das Risiko tragen, mit dem Rennen Verluste zu schreiben. Für einen Deutschland-Grand-Prix gibt es freilich gute Argumente: 71.000 Fans am Renntag auf den Tribünen in Hockenheim entfachten eine neue Begeisterung - es war das beste Ergebnis an der badischen Strecke seit 2005. Auch ehemalige Renngrößen wie Nico Rosberg könnten sich die Formel 1 dauerhaft ohne Deutschland-Rennen nur schwer vorstellen.

Ähnlich sieht es Experte Marc Surer, der im Podcast Starting Grid auf 'meinsportradio.de' Gründe für ein Heimrennen in der Autonation Deutschland sammelt: "Die Formel 1 ist jetzt modern und umweltfreundlich. Sie geht in die richtige Richtung, wie das auch die Regierung in Deutschland will. Wir haben mit Mercedes den erfolgreichsten Konstrukteur und wir haben einen deutschen Fahrer, der mit einem Ferrari vielleicht den Titel holen kann", sagt er mit Blick auf Sebastian Vettel. Deshalb kommt der Schweizer zu dem eindeutigen Schluss: "Wenn man da nicht versucht, die Formel 1 herzuholen, verstehe ich es nicht."

Nicht nur die Fans: Auch Liberty liebäugelt mit der Nordschleife

Dass man in Hockenheim sich neuen Wegen nicht verschließt und das Gespräch mit Chase Carey, Sean Bratches und Co. sucht, begrüßt der 66-Jährige: "Ich bin froh, dass es da überhaupt Interesse von Seiten Hockenheims gibt." Auch den turnusmäßigen Wechsel im Formel-1-Kalender zwischen Hockenheim und dem Nürburgring könnte er sich künftig wieder vorstellen.


Fotos: Grand Prix von Deutschland


Den ganz großen Traum vieler Formel-1-Fans und Nostalgiker schmettert der Ex-Fahrer aber ab: Ein legendäres Comeback der wichtigsten Rennserie der Welt an der Nürburgring-Nordschleife, wo zuletzt 1976 das letzte Mal gefahren wurde, wird es nicht geben - auch wenn die Liberty-Macher für spektakuläre und unkonventionelle Ideen bekannt sind und die Idee sogar von Ross Brawn aufgegriffen wurde.

"So wie die Formel 1 jetzt ist, würde sie zwei Drittel der Nordschleife voll fahren. Ich kann mich erinnern: Als ich mit einem Formel 2 dort fuhr, da hatten wir Schürzenautos. Da gab es nur noch wenige Kurven, die man da anbremsen musste. Der Rest ging alles voll. Das war schon kriminell. Es ist irgendwann auch mit einem Rückwärtssalto von Winkelhock geendet", so Surer. Mit den vor Downforce strotzenden Formel-1-Boliden sei eine Rückkehr zur Nordschleife deshalb "nicht vorstellbar, weil die Autos so dermaßen schnell wären auf dieser Strecke, dass es einfach zu gefährlich ist."

Surer hält auch den neuen Nürburgring für reizvoll

"Mit diesem Abtrieb und den Kuppen, wo sie abheben - nicht vertretbar, nein", schließt Surer ein Comeback in der "grünen Hölle" ähnlich kategorisch aus wie zuvor schon Nico Hülkenberg. "Wir könnten dort schlichtweg nicht fahren, würden ständig aufsetzen. Es wäre unmöglich", sagt etwa der Renault-Star.

Eine grundsätzliche Rückkehr der Formel 1 an den neuen Nürburgring würde Experte Surer dagegen begrüßen: "Ich finde, auch die Grand-Prix-Strecke am Nürburgring hat etwas an sich. Warum versucht man nicht wieder dahinzugehen? Wenn die Amerikaner - Liberty Media sowieso - die Garantie für den Grand Prix übernehmen wollen, warum dann neben Hockenheim nicht auch wieder den Nürburgring, dass wir diese Abwechslung dann hätten", fragt sich der Schweizer. Aus Fahrersicht macht er keinen Hehl daraus, dass er die Strecke in der Eifel für interessanter hält als den Kurs in der Kurpfalz.

"Es hat einfach mehr drin, es sind mehrere Kombinationen drin. Von daher ist ein bisschen interessanter als der Hockenheimring. Der Hockenheimring hat für mich den Beigeschmack, dass du neben der Strecke schneller fahren kannst als auf der Strecke. Das hat man eigentlich recht gut in den Griff bekommen, aber trotzdem ist es noch immer so, dass man halt immer neben der Strecke ein bisschen Schwung holen kann", findet Surer. Als Argument gegen Hockenheim will er das aber nicht verstanden wissen. Denn: "Das Wichtigste ist doch, dass wir einen deutschen Grand Prix haben - egal ob Nürburgring oder Hockenheim."

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