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  • 25.09.2014 · 12:59

  • von Dominik Sharaf

Mallya macht Ecclestone Druck: Drei Autos nur gegen Geld

Der Inder glaubt, dass eine gerechte Einnahmenverteilung das Problem überflüssig machen würde - Geld eher für das Überleben als für Erfolg relevant

(Motorsport-Total.com) - Vijay Mallya ist dafür bekannt, dass er mit Force India bescheidene finanzielle Mittel in teilweise großen sportlichen Erfolg verwandelt hat. Trotzdem werden dem exzentrischen Inder und seiner Truppe in der Szene immer wieder wirtschaftliche Turbulenzen nachgesagt. Das muss nicht sein, behauptet Mallya im Gespräch mit 'ESPN' und macht gegen die Ecclestone-Pläne von einem Drei-Wagen-Team mobil: "Wir werden eine Kompensation verlangen, wenn wir ein drittes Auto bauen sollen."

Vijay Mallya

Vijay Mallya ist schon immer ein Mann der klaren Worte gewesen Zoom

Der 58-Jährige ist überzeugt, dass er mit dieser Botschaft zum Zampano durchgedrungen ist: "Umsonst machen wir das bestimmt nicht. Sicher hat das der Inhaber der kommerziellen Rechte begriffen", faucht Mallya. Klar ist auch ohne drittes Auto in der Startaufstellung: Er will für Force India mehr Geld aus dem üppig gefüllten Einnahmentopf, aus dem sich die Topteams und die langjährigen Formel-1-Teilnehmer derzeit unabhängig von ihrem sportlichen Erfolg bedienen.

Mallya sieht in einer gerechteren Verteilung auch einen Ausweg aus dem Dilemma, das die Drohkulisse der Drei-Auto-Teams geschaffen hat. Ecclestone will diese erst dann Realität werden lassen, wenn drei Mannschaften zum Saisonende wegbrechen. "Diese ständige Frage nach dem Überleben und die Folgefrage - das könnte sofort beseitigt werden, denn es ist nicht gut für den Sport", so Mallya. Der Unternehmer und Politiker glaubt, dass die Formel 1 ihr Erbe beschmutzt.


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"Wenn man Bücher liest, Filme sieht, sich an die Tage Jack Brabhams, der alten McLarens oder Bernies als Teambesitzer erinnert, bekommt man Gänsehaut. Das war so spannend. Jetzt geht nicht um Technologie sondern darum, wer überlebt und wer nicht", ärgert sich Mallya und betont, nicht sportliche Gleichstellung zu wollen. "Ich habe nie behauptet, dass vernünftige Gewinnverteilung Konkurrenzfähigkeit sicherstellt." Der Stand in der Konstrukteurs-WM untermauert seine These.

Er habe halb so viel Geld ausgegeben und fahre weiter gegen McLaren, betont Mallya. Williams sei halb so spendabel und trotzdem vor Ferrari. Ob die knapp gefüllte Kasse für Lotus, Caterham, Marussia und Co. trotzdem eines Tages das Aus bedeutet, vermag Mallya indes nicht abzuschätzen: "Ich kann nichts dazu sagen, ob die anderen Teams überleben oder nicht", hält er sich bedeckt und spricht die Drei-Auto-Teams an: "Zu der Situation kommt es nur, wenn andere gehen. Sonst kann man niemanden dazu zwingen."