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Lotus verteidigt PR-Stehsätze der Piloten: "Sie sind klug..."

Der stellvertretende Lotus-Teamchef Federico Gastaldi widerspricht, dass die Piloten mit einem Maulkorb versehen werden, und erklärt, wieso sie wie Politiker sprechen

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 befindet sich derzeit in einer Umbruchphase. Viele Fans trauern den alten Zeiten nach, als die Piloten am Ende eines Rennens noch völlig abgekämpft und mit Blasen an den Händen aus ihren Boliden ausstiegen und dann von den heute üblichen Stehsätzen absahen. Legende Emerson Fitipaldi goss zuletzt zusätzlich Öl ins Feuer, als er meinte, dass die Piloten heute wie Roboter und nicht mehr wie Persönlichkeiten agieren würden.

Pastor Maldonado, Romain Grosjean

Keine Roboter: Maldonado und Grosjean dürfen laut Lotus ihre Meinung sagen Zoom

"Wenn man zum Beispiel für Ferrari fährt, dann wird dir vor der Pressekonferenz gesagt, dass du dies und das nicht sagen solltest. Das finde ich scheiße", ließ er gegenüber 'Motorsport.com' seinem Ärger freien Lauf. Nun reagiert der stellvertetende Lotus-Teamchef Federico Gastaldi auf die Kritik des zweimaligen Weltmeisters aus Brasilien.

"Ich verstehe, was Emerson meint, aber ich weiß, dass wir als Team aktiv nichts tun, um zu verhindern, dass die Fahrer ihre Meinung sagen", stellt der Argentinier klar. "Die Fahrer können frei entscheiden, wie sie ihre Meinung sagen, aber sie machen ihre Aussagen in einer ganz anderen Welt als zu Emersons Zeiten. Wenn man heute etwas sagt, das nur ein bisschen von der Norm abweicht, dann wird es wiederholt, verändert, analysiert, in allen Medien-Gattungen noch einmal hochgewürgt - und ich denke, dass sich viele Fahrer diesbezüglich für eine kluge Herangehensweise entschieden haben."

"Sie wollen fahren und nicht darüber ausgequetscht werden, wie ihre Meinung zu Kim Kardashian auf dem Cover des Rolling Stone ist." Federico Gastaldi

Er ist der Ansicht, dass sich die Piloten mit ihren Stehsätzen davor schützen, zu viel Energie abseits der Rennstrecke zu verlieren. "Je weniger Kontroverses man sagt, desto weniger Zeit muss man damit verbringen, Fragen darüber zu beantworten", meint Gastaldi. "Deswegen hören sich einige Fahrer schon wie Politiker an. Sie wollen fahren und nicht darüber ausgequetscht werden, wie ihre Meinung zu Kim Kardashian auf dem Cover des Rolling Stone ist."

Dass in der Formel 1 derzeit die unterschiedlichsten Elemente auf dem Prüfstand sind, hält er für eine gute Sache: "Das verhindert, dass wir uns zu sehr zurücklehnen."

Gastaldi, der vor seiner Zeit in Enstone als Promoter des Grand Prix von Argentinien agierte, fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Interessensgruppen: "Wir müssen dafür sorgen, dass wir alle zum gleichen Song tanzen. Wir können noch mehr tun, um die Veranstaltungen zu bewerben, und ich fordere die Promoter auf, ohne Angst Fragen zu stellen. Wir tun, was wir können, um alle Veranstaltungen zu einem fantastischen Erfolg zu machen."

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