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Lotus-McLaren-Zwischenfall: Uneinigkeit bei den Beteiligten

Lotus spricht von einer Kettenreaktion, Button von Pech und Alonso von fehlendem Hausverstand: Kollision in der ersten Runde in Silverstone sorgt für Diskussionen

(Motorsport-Total.com) - Es war ein sehr kurzer Arbeitstag für die Lotus-Piloten Romain Grosjean und Pastor Maldonado sowie auch für McLaren-Fahrer Jenson Button. Bereits in Kurve 3 gerieten die beiden Lotus-Teamkollegen aneinander, lösten so eine Kettenreaktion aus, die Fernando Alonso seinen Teamkollegen Button aus dem Rennen kegeln ließ. Doch was genau war in der ersten Runde im Grand Prix von Großbritannien auf dem Silverstone-Circuit passiert?

Pastor Maldonado, Fernando Alonso

Unfall in Kurve 3: Die Lotus- und McLaren-Piloten kamen sich in die Quere Zoom

"Am Scheitelpunkt in Kurve 3 gab es einen Zwischenfall zwischen den Lotus-Piloten. Ich denke, Fernando wollte dem Unfall ausweichen und hat dabei das Heck verloren. Die Frontpartie seines Autos hat dann meinen Hinterreifen getroffen. Daraufhin ist mein Auto abgehoben und mir ist der Motor ausgegangen", schildert ein sichtlich frustrierter Button den Vorfall.

Er sei sehr enttäuscht, vor allem, weil seine Negativserie bei seinem Heimrennen weitergeht - noch nie stand Jenson Button in Silverstone auf dem Podium. "Man möchte vor allem vor dem Heimpublikum eine gute Show abliefern. Auch wenn du weiter hinten bist, möchtest du dennoch alles geben. Ich habe zumindest alles gegeben - drei Kurven lang. Das ist alles, was ich machen konnte."

Alonso schimpft gegen Lotus-Piloten

"Eigentlich wundert es mich, dass nicht schon mehr passiert ist." Jenson Button

Es ist der dritte Ausfall in Serie für den Briten. Bei 'Sky Sports F1' merkt er an: "Wenn man so weit hinten startet, kann so etwas immer passieren. Eigentlich wundert es mich, dass nicht schon mehr passiert ist. Zwischenfälle passieren viel einfacher im hinteren Feld, weil man auf andere auffährt." Wenig positiv blickt er der Zukunft entgegen: "Das wird weiterhin passieren - bis wir Tempo finden."

Der zweite McLaren-Pilot Fernando Alonso war ebenfalls in den Vorfall involviert und schildert die Sekunden aus seiner Sicht: "Das war ein unglaublicher Start, vor allem in Kurve 3. Die zwei Lotus waren viel zu aggressiv", schimpft der Spanier. "Sie kamen in Kurve 3, haben gegeneinander gekämpft und sehr spät gebremst. Sie haben sich berührt, und um ihnen auszuweichen, bin ich rübergezogen, hatte einen halben Dreher und habe Jenson berührt." Er resümiert: "Ein McLaren und zwei Lotus draußen, definitiv kein Hausverstand."

Lotus-Einsatzleiter Alan Permane kam gerade von den Stewards als er gegenüber 'Sky Sports F1' meinte, dass die Lotus-Piloten keine Schuld treffe. "Es hat nicht bei den beiden angefangen. Es hat mit dem Red Bull angefangen", schiebt er die Schuld auf Daniel Ricciardo ab. "Es war ein sehr kleiner Fehler. Er bremst ein bisschen zu spät und es gibt eine Kettenreaktion. Fernando und Jenson haben auch darüber gesprochen. Ich denke nicht, dass man jemanden dafür beschuldigen kann." Tatsächlich wurden keine Strafen von den FIA-Kommissaren ausgesprochen.

Ricciardo der Schuldige?

Romain Grosjean selbst ist enttäuscht, weiß aber, dass solche Zwischenfälle passieren können. Auch er zeigt mit dem Finger auf Ricciardo: "Das war ein sehr kurzes Rennen für das Team. Daniel dachte, dass ihn seine Bremsen und Reifen besser verzögern würden, als sie es tatsächlich taten. Die Folge war das Ende von meinem und Pastors Rennen." Der angesprochene Teamkollege ist ebenfalls nicht erfreut. Er gibt zu Protokoll, dass er zuerst dachte, nur einen Reifenschaden zu haben und weiterfahren zu können.


Großer Preis von Großbritannien

"Zuerst dachte ich, dass ich einen Platten habe und ich in der Lage wäre, in die Box zu fahren und das Rennen wieder aufzunehmen, aber leider war der Schaden am Auto ernster und ich musste es abstellen. Das ist eben Teil des Rennfahrens, man kann dagegen nichts tun", so der Venezolaner. Federico Gastaldi, stellvertretender Lotus-Teamchef, weist darauf hin, dass seine Fahrer unschuldig sind: "Motorsport ist manchmal ein brutaler Sport, wie wir heute gesehen haben. Es gab nichts, was beide Fahrer hätten tun können, um diesen Zwischenfall in der ersten Runde zu verhindern."

"Es gab nichts, was beide Fahrer hätten tun können, um diesen Zwischenfall zu verhindern." Federico Gastaldi

Und auch der Technische Direktor des Teams, Nick Chester, stimmt in diesen Tenor ein: "Beide, Romain und Pastor, waren Opfer von unvernünftigem Überschwang am Start des Rennens, was bedeutete, dass beide nach nur einer gefahrenen Runde in die Box zurückkehrten."

Mercedes-Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda kritisiert bei 'RTL' den Zwischenfall: "Das war vollkommen unnötig. Solche Dinge sollten so früh im Rennen nicht passieren. Für McLaren hätte mehr drin sein müssen", so der Österreicher. Fernando Alonso, der kurz nach der Berührung mit Button an die Box kam, um sich einen neuen Frontflügel zu holen, konnte als einziger Pilot, der in die Kollision verwickelt war, das Rennen beenden. Er holte mit dem zehnten Platz erstmals Punkte in diesem Jahr.

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