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Lotus in Kanada: Endlich darf auch Pastor Maldonado jubeln

Pastor Maldonado gewinnt beim Formel-1-Rennen in Kanada die erste WM-Punkte in dieser Saison - Romain Grosjean nach turbulentem Rennen auf Rang zehn

(Motorsport-Total.com) - Feierstimmung beim Formel-1-Team Lotus. Beim Grand Prix von Kanada in Montreal erzielte der Rennstall das bisher beste Ergebnis in dieser Saison und fuhr erstmals im Jahr 2015 mit beiden Fahrern in die Punkte. Pastor Maldonado wurde Siebter und schaffte damit nach fünf Ausfällen bei den ersten sechs Rennen den erhofften Befreiungsschlag, Romain Grosjean fuhr nach einem turbulenten Rennen mit Kollision, Reifenschaden und Zeitstrafe auf Rang zehn.

Pastor Maldonado

Pastor Maldonado feierte sein bestes Ergebnis seit Abu Dhabi 2012 Zoom

"Endlich haben wir Punkte! Jetzt kann es eine tolle Saison werden, denn unsere Pace ist wirklich gut", freut sich Maldonado. Grosjean stimmt seinem Teamkollegen zu. "Es war gut für das Team, mit beiden Autos in die Punkte zu fahren." Durch die sieben Punkte gelang dem Team in der Konstrukteurswertung der Sprung von Platz sieben auf fünf.

Maldonado, der von Startplatz sechs ins Rennen gegangen war, fiel nach dem Start hinter Nico Hülkenberg (Force India) zurück, woraufhin das Team seine Strategie umstellte. "Wir mussten früh an die Box kommen, um an Nico Hülkenberg vorbeizukommen", sagt Maldonado. Schon nach 17 Runden wechselte er von den superweichen auf weiche Reifen, mit denen er dann nicht weniger als 53 Runden fahren musste.

Maldonado wird zum Reifenflüsterer

"Die letzten 20 Runden waren wirklich schwierig. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Postion hätte verteidigen können", sagt Maldonado. Doch der Venezolaner teilte sich seine Reifen gut ein und überquerte die Ziellinie als Siebter. Besser war er zuletzt 2012 beim Grand Prix von Abu Dhabi gewesen, als er im Williams auf Rang fünf gefahren war.


Fotos: Lotus, Großer Preis von Kanada


"Das ist fantastisch für ihn. Ich habe schon vorher gesagt, dass er ein problemloses Wochenende braucht, um Selbstvertrauen zu tanken", freut sich Team-Geschäftsführer Matthew Carter über die gute Leistung des Venezolaners. Und auch Technikchef Nick Chester hatte ein Lob für Maldonado übrig: "Pastor ist stark gefahren und kam nach einem langen zweiten Stint auf Platz sieben."

Noch mehr wäre für Romain Grosjean möglich gewesen. Der Franzose lag lange Zeit auf Kurs zu Rang fünf, ehe ein Zwischenfall in Runde 49 sein Rennen zerstörte. Grosjean scherte beim Überrunden von Will Stevens (Manor-Marussia) zu früh vor dem Auto des Briten ein und berührte dabei mit dem linken Hinterrad den Frontflügel von Stevens Auto. Ergebnis war ein Reifenschaden.

Grosjeans Patzer kostet viele Punkte

"Ich dachte, ich wäre schon am Manor vorbei, aber das war nicht der Fall", sagt Grosjean. "Das war mein Fehler, für den ich mich entschuldige. Man lernt als Fahrer nie aus", so der reumütige Franzose, der in einer ersten Reaktion am Boxenfunk noch Stevens als Schuldigen angesehen hatte. Glück im Unglück für Grosjean: Der Zwischenfall passierte unmittelbar vor der Boxeneinfahrt, sodass er keine zusätzliche Zeit durch langsames Fahren auf der Strecke verlor.

Doch durch den zusätzlichen Boxenstopp fiel er auf Rang elf zurück. Und es kam noch dicker: Da die Rennleitung Grosjean als Verursacher der Kollision ansah, erhielt er eine Zeitstrafe von fünf Sekunden. Diese blieb jedoch ohne Folgen, da Grosjean im Kampf um Platz zehn Sergio Perez (Force India) im Ziel um 14,9 Sekunden distanziert hatte.

"Romain hätte weiter vorne landen können, wäre da nicht der Zwischenfall mit dem Manor gewesen. Insgesamt war das Wochenende aber positiv", bilanziert Technikchef Chester. "Wir sind im Qualifying gut gefahren. Im Rennen haben wir ein wenig an Tempo verloren, was wir uns vor dem Besuch in Österreich anschauen werden. Insgesamt haben wir aber eine gute Plattform für die kommenden Rennen."

Das sieht auch Maldonado so, der die Freude am Fahrer wiedergefunden hat. "Wir haben bei der Fahrbarkeit große Fortschritte gemacht. Das Team hat seit Saisonbeginn viele der kleinen Probleme behoben. Jetzt wollen wir so weitermachen."