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  • 10.04.2022 · 13:47

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Jonathan Noble

Lewis Hamilton hinter Russell: Es war keine Teamorder

Wie Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton seinen kernigen Funkspruch erklärt und warum er mit dem Formel-1-Rennen in Australien und P4 auf der Strecke zufrieden ist

(Motorsport-Total.com) - "Jungs, ihr habt mich in eine wirklich schwierige Position gebracht." Das funkte Lewis Hamilton gegen Rennende an den Mercedes-Kommandostand. Etwa, weil er eine Stallregie zugunsten von George Russell und gegen sich gewittert hatte? Das verneint Hamilton nach dem Grand Prix von Australien 2022 in Melbourne entschieden.

Lewis Hamilton vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell in Melbourne

Lewis Hamilton vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell in Melbourne Zoom

Mit Russell vor ihm habe der Funkspruch nichts zu tun gehabt. Er habe sich so geäußert, sagt Hamilton, "weil das Auto überhitzte. Ich konnte [deshalb] im Prinzip nicht in den Zweikampf [mit Russell] gehen, ich musste mich zurückhalten, Tempo rausnehmen und hinten bleiben."

Und am Ende fuhr Hamilton auf der Position hinter Russell ins Ziel, als Vierter. Dabei hatte er den besseren Start ins Rennen erwischt: Hamilton war in der ersten Runde von P5 auf P3 nach vorne gefahren und fuhr vor Teamkollege Russell, bis er in Runde 22 seinen Reifenwechsel durchführte.

Glück für Russell: Er bog erst eine Runde später in die Boxengasse ab, dann aber bereits in einer Gelbphase und sparte sich Zeit. So ging er an Hamilton vorbei.

Wolff betont gute Zusammenarbeit seiner Fahrer

Aufgrund dieser Situation findet Mercedes-Teamchef Toto Wolff: "Beide Fahrer hätten heute einen Podestplatz verdient." Hamilton habe schlicht "Pech" gehabt, dass die Safety-Car-Phase erst nach seinem Stopp entstanden sei.

Es herrsche deshalb auch keine Missstimmung im Team, betont Wolff: "Die Partnerschaft zwischen den beiden und die Art und Weise, wie sie miteinander arbeiten, verkörpern den allgemeinen Geist des Teams."


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Hamilton selbst hat nur Worte des Lobs übrig für Russell. Der sei "unglaublich" unterwegs für Mercedes und mache seine Sache "richtig gut", so der siebenmalige Formel-1-Weltmeister. Konkret zum Rennen in Australien sagte Hamilton: "Heute hatte George eine großartige Pace. Generell war er ordentlich in den ersten drei Rennen. Er arbeitet hart, macht er gut."

Mercedes zweitbestes Team in der Konstrukteurswertung

Und Mercedes habe mit den Plätzen drei und vier in Melbourne ein "herausragendes Ergebnis" erzielt, meint Hamilton weiter. Er werte das als "ehrlich positiv", schließlich habe man noch am Freitag weitaus Schlimmeres befürchtet: "Wir waren 1,2 Sekunden hintendran und es sah nicht spektakulär aus", sagt Hamilton.

Die Set-up-Arbeit über Nacht habe sich aber bezahlt gemacht. Ein Startplatz in Reihe drei sei dann eine gute Steigerung gewesen. "Und es fühlte sich klasse an, [nach dem Start] um einen Podestplatz zu kämpfen", meint der Mercedes-Fahrer. "Obwohl wir das Auto in den ersten drei Rennen nicht verbessert haben, ist es uns doch gelungen, bei den Punkten das meiste rauszuholen."

Tatsächlich wird Mercedes nach drei Grands Prix auf P2 der Konstrukteurswertung notiert, mit 65 Punkten, noch vor Red Bull. Doch das täusche über das wahre Kräfteverhältnis hinweg, sagt Hamilton: "Mit der Pace von Red Bull konnten wir im Rennen nicht mitgehen, aber wir stehen jetzt mit einem guten Ergebnis da."

Hamilton räumt ein: Das kommt zumindest teilweise unerwartet. "Wir hatten an diesem Wochenende so viele schwierige Momente mit dem Auto. Dann einen solchen Fortschritt hinzulegen und die Zuverlässigkeit zu haben" - Mercedes könne nur zufrieden sein.

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