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  • 28.08.2016 · 20:07

  • von Dieter Rencken & Roman Wittemeier

Lauda kritisiert Carlos Sainz: "Muss man anders machen"

Toro Rosso ohne Punkte in Belgien: Carlos Sainz mit Feuerwerk über sieben Kilometer in Spa, Daniil Kwjat mit unauffälligem Formel-1-Auftritt in den Ardennen

(Motorsport-Total.com) - In der Musikbranche gibt es die "One-Hit-Wonder", in der Formel 1 spätestens seit dem Grand Prix von Belgien 2016 die "One-Lap-Wonder". Dieser Titel gebührt Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz, der zum Start des ersten Rennens nach der Formel-1-Sommerpause ein regelrechtes Feuerwerk abbrannte - mit einem lauten Knall zum Ende. Die "Rakete aus Madrid" schoss sich innerhalb der ersten sieben Kilometer in Spa-Francorchamps um acht Positionen nach vorn, aber dann war Schluss.

Carlos Sainz

Mit einem Toro-Rosso-Trümmerhaufen weiter auf der Bahn: Carlos Sainz Zoom

"Beim Start habe ich einen der Renaults überholt. In Kurve 1 habe ich die innere Linie gewählt, konnte so an allen vorbei, die zu weit herausgetragen wurden. Das war gut, denn ich war dann schon Elfter. Auf der Kemmel-Geraden war der nächste Renault fällig", schildert Sainz nach dem Rennen. "Vor mir hatten ein Ferrari und ein Red Bull Probleme mit Schäden an deren Autos. Auch an den beiden kam ich vorbei. Da war ich dann schon Achter. Dann habe ich mir noch Perez geschnappt und war Siebter - das war sehr gut."

"Als ich zum Start der zweiten Runde aus der ersten Kurve kam, fühlt sich schon etwas merkwürdig an. In Eau Rouge merkte ich, dass es der Reifen hinten rechts war. Direkt danach konnte ich sehen, wie er sich auflöste", erklärt der Spanier sein kurzes Gastspiel in Belgien. Beim Überfahren von Trümmerteilen hatte er sich den Piurelli-Pneu derart beschädigt, dass ein Totalschaden auf der Kemmel-Geraden nicht mehr zu verhindern war.


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"Es folgte ein 360-Grad-Dreher und eine Art Wheelie - dann war mein Rennen vorbei. Es war wirklich frustrierend", meint Sainz. Die Show nach dem Reifenplatzer hat nicht allen Zuschauern gefallen. Sainz versuchte sein Auto zurück zur Box zu bringen, aber machte alles nur noch schlimmer. "Das muss man anders machen. Du kannst doch nicht mit so einem Kübel, der nichts mehr dran hat, so lange auf der Rennstrecke herumfahren. Das war nicht richtig", urteilt 'RTL'-Experte Niki Lauda.

Sainz war es egal - die große Chance auf überraschende Punkte für Toro Rosso war dahin. "Wir sind nicht dort, wo wir sein sollten. Wir gehören vielleicht nicht konstant ins Q3, sollten aber auch nicht eine Sekunde hinter den Top 10 zurück sein. Mit einem ganz starken Rennen wäre ich auf P12 oder P11 ins Ziel gekommen, aber Punkte hätte es nicht gegeben", meint er. "Man sieht ja, wo Daniil gelandet ist." Teamkollege Daniil Kwjat erreichte in einem sauberen und unauffälligen Rennen nur Rang 14. "Hat vielleicht keiner gemerkt, aber es war eines der besten Rennen von uns", so der Russe.