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Kurioser Red-Bull-Abtransport: "Haben geglaubt, es geht nach Maranello ..."

Helmut Marko erklärt, was bei Max Verstappen am Freitag in Imola schiefgelaufen ist - Warum der Abtransport so lange gedauert hat und was Red Bull vom Quali erwartet

(Motorsport-Total.com) - "Wir haben schon geglaubt, das geht womöglich nach Maranello", schmunzelt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko über die wohl kurioseste Szene des Trainingsfreitags in Imola. Nachdem Max Verstappen am Nachmittag seinen RB16B aufgrund eines Schadens an der Antriebswelle am Streckenrand parken musste, wurde der Bolide über weite Umwege abgeschleppt.

Max Verstappen

Max Verstappen konnte in FT2 nur fünf Runden absolvieren Zoom

Das technische Problem am Antriebsstrang sei zwar "relativ klein" gewesen, betont Marko im 'ORF'-Interview. Jedoch wunderte sich das Topteam über die Sportwarte. Denn der beschädigte Red Bull, der kurz nach der Boxengassen-Ausfahrt zum Stehen kann, wurde unverhüllt über öffentliche Straßen zurück zur Garage transportiert.

"Das Problem konnte eigentlich relativ rasch [behoben werden] - nachdem das Auto ja nur über sehr viel Umwege wieder ins Fahrerlager gekommen ist. Wir haben schon geglaubt, das geht womöglich nach Maranello", scherzt Marko.

RB16B macht "Weltreise" rund um die Rennstrecke

Viele Fotografen und Kameraleute freuten sich hingegen, denn sie konnten einen uneingeschränkten Blick auf den Boliden werfen und ihre Linsen auf sonst gern versteckte Bereiche richten. "Normalerweise verhüllst du das Fahrzeug", merkt auch ORF-Experte Alexander Wurz an.

Das Problem: "Er ist zwar nahe an der Boxengasse stehengeblieben, die Rennstrecke in Imola ist aber ganz eingebettet", merkt Wurz an. Die Traditionspiste in der Emilia-Romagna ist von privaten Grundstücken und verwinkelten Straßen umgeben.

"Wo er stehengeblieben ist, da geht der Rettungsweg dann nur noch in eine Richtung - nämlich rund um die Strecke, teilweise werden auch private Grundstücke durchkreuzt." Dementsprechend habe der Abschleppwagen eine "Weltreise" einmal rund um den Kurs fahren müssen.

Da die Mechaniker des Topteams nicht an die Ausfallstelle gelangen konnten, wurde der Bolide auch nicht verhüllt, erklärt der Österreicher. "Weil es keine Verbindung von dieser Streckenöffnung zurück zum Fahrerlager gibt. Dort ist das Grundstück aus, ganz einfach."

Obwohl der Schaden am Verstappen-Auto behoben werden konnte, war der Zeitverlust im zweiten Freien Training für den Niederländer nicht optimal. "Förderlich ist es nicht", merkt Marko an. Denn am Freitagnachmittag werden neben Longruns traditionell auch Quali-Runden gedreht. Verstappens Arbeitstag war hingegen schon nach fünf Runden zu Ende.

"Da ist die Strecke schon um einiges besser, da ist schon mehr Bodenhaftung da. Da kannst du schon mit dem Rhythmus der ersten Session arbeiten", schildert Wurz die Vorteile des zweiten Trainings. Auf das Feintuning des Red Bull musste Verstappen verzichten.

Marko: Verstappen muss jetzt zeigen, was er kann

Außerdem sei Imola eine "Fahrerstrecke", merkt der Experte an. Der Niederländer hatte deutlich weniger Zeit, sich auf den welligen Kurs einzustellen und die "letzten Hundertstel, das letzte Zehntel in den Kurven zu finden".

"Wir haben Passagen, wo du über die Kerbs springen musst. Und da brauchst du ein paar Runden, um dich einzuschießen." Doch Marko hält dagegen: "Wir haben einen Superstar wie Verstappen, der muss jetzt halt zeigen, dass er auch unter widrigen Umständen eine optimale Leistung bringen kann."

Der Motorsportkonsulent vertraut auf die Fähigkeiten seines Aushängeschilds. Und Wurz gibt Marko recht: "Er ist ein Superstar, der muss sich recht schnell anlernen." Wenn das Zeittraining aber zu einer knappen "Zehntel- oder Hundertstelsekunden-Geschichte" wird, zwischen Red Bull und Mercedes, dann habe die Konkurrenz einen kleinen Vorteil.


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Damit ein ähnlicher Defekt am Samstag nicht noch einmal passiert, hat Red Bull mit Honda eine "nachhaltige und lange Untersuchung" angestellt. Marko schließt eine Wiederholung aus: "Richtig, das ist ausgeschlossen." Daher erhofft sich die Mannschaft aus Milton Keynes für das Qualifying sehr viel.

"Wir erwarten, dass Max mit Mercedes um die Poleposition kämpfen wird. Dass Perez einen Schritt nach vorne macht und sich hoffentlich unter den ersten Fünf im Qualifying qualifiziert", gibt der Steirer die Zielsetzung vor.

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