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Kritik an Red Bull: George Russell versteht Albons Q2-Aus "absolut nicht"

Williams-Pilot George Russell nimmt Red-Bull-Fahrer Alexander Albon nach einem durchwachsenen Ungarn-Qualifying in Schutz - Max Verstappen kontert

(Motorsport-Total.com) - Alexander Albon beendet das Qualifying zum Grand Prix von Ungarn (F1 2020 live im Paddock-Ticker!) nur auf dem 13. Rang. Er sei in eine Position gebracht worden, in der er "wie ein Idiot" ausgesehen habe, kommentiert Williams-Konkurrent George Russell bei 'Sky' die missliche Lage seines langjährigen Weggefährten. Der Brite war um 0,054 Sekunden schneller als der Thailänder.

Alexander Albon, George Russell

George Russell leidet mit Alexander Albon in Ungarn mit Zoom

Albon hatte schon das gesamte Wochenende auf dem Hungaroring mit einem ungestümen, unberechenbaren RB16 zu kämpfen. In den Trainings hatte er sich am Boxenfunk mehrfach über das Fahrverhalten des Autos beklagt, unter anderem über massives Untersteuern.

Im zweiten Qualifying-Abschnitt war sein Schicksal besiegelt, nachdem er nur eine persönliche Bestmarke von 1:15.715 Minuten am Ende der Session aufstellen konnte - damit war er zwei Zehntelsekunden zu langsam für den Q3-Einzug.

Russell: "Verstehe nicht, was da passiert ist"

Albon war in Q2 damit um 0,739 Sekunden langsamer als Teamkollege Max Verstappen, der ebenfalls mit dem Fahrverhalten seines Autos haderte. In Q3 fehlten dem Niederländer anschließend 1,4 Sekunden auf die Pole-Position von Lewis Hamilton auf Platz sieben.

"Da kam sehr viel zusammen. Natürlich ist mir auch keine großartige Runde geglückt", gibt Albon nach dem Zeittraining zu. Er hatte sich noch während der Session bei seinem Team am Funk über das schlechte Timing und den vielen Verkehr auf seiner schnellen Runde beschwert.

"Es geht um viele Dinge, um ehrlich zu sein. Wir müssen uns mit dem Team zusammensetzen und das diskutieren." Schon am vergangenen Rennwochenende in der Steiermark wirkte Albon mit dem Fahrverhalten des RB16 unzufrieden, am Freitag ein ähnliches Bild.

Im dritten Freien Training habe er sich ein wenig wohler gefühlt, im Qualifying dann wieder weniger. "Das müssen wir einfach besser hinkriegen", stellt er geknickt fest. Zu seiner Ehrenrettung springt ihm ausgerechnet jener Mann zur Seite, der ihn im Qualifying schlagen konnte - in einem Williams.

"Ich kenne Alex schon 15 Jahre, wir sind gemeinsam im Paddock aufgewachsen", schildert Russell bei 'Sky'. 2018 duellierten sich die beiden noch um den Titel in der Formel 2. "Er ist einer der besten Rennfahrer. Das würden auch Max und Charles sagen, er war immer mit uns an der Spitze."

Beim Blick auf den Zeitenmonitor fragt er sich: "Ich weiß verdammt noch mal wirklich nicht, was da passiert ist. Er tut mir sehr leid, weil er in eine Position gebracht wurde, in der er wie ein Idiot aussieht - und das ist er keinesfalls."

Williams 1,4 Sekunden schneller als 2019

Nachsatz: "Ich weiß wirklich nicht, was da los ist. Aber sie müssen das für ihn bereinigen", hält sich der Brite mit Kritik an Red Bull nicht zurück. Dafür bekommt er unmittelbar danach eine Antwort von Max Verstappen. Der Niederländer kontert: "George weiß nichts über unser Team."

Verstappen rät ihm außerdem, sich auf seine Leistungen und sein Team zu konzentrieren - "bevor er über andere redet". Wirft man einen Blick auf die Pace von Williams, dann ist die Freude verständlich: 1,446 Sekunden war das Team 2020 schneller im Ungarn-Qualifying als im Vorjahr.

Zum ersten Mal seit dem Italien-Grand-Prix 2018 schafften es beide Piloten in das Q2. Russell fehlten nur eineinhalb Zehntelsekunden auf den Einzug in das Q3. "Fantastisch", strahlt der Brite. "Unser Ziel war Q2 vor Alfa und Haas", erklärt er.

"Das Auto kam am Beginn von Q1 richtig in Fahrt, ich hatte einen guten Rhythmus und habe alles gegeben." Und er merkt halb ernst an: "Es ist ehrlich gesagt sogar aufreibend, dass wir zwei Wochenenden in Folge das Q3 nur so knapp verpasst haben."

Das fühle sich fast noch frustrierender an, als mit einem größeren Vorsprung weiter zurückzuliegen. Dennoch sei das ein Motivationsschub für die gesamte Mannschaft. "Sie haben so hart gearbeitet. Viele haben ihren Job nicht gewechselt und sind dabei, seit wir 2014 noch aufs Podium gefahren sind."

Nach zwei "sehr harten Jahren" scheint es nun ein wenig bergauf zu gehen, prophezeit Russell eine bessere Zukunft. "Ich freue mich sehr für sie, da sie so hart geschuftet haben." Aber: "Diese Strecke liegt uns wohl von allen am besten auf dem Papier, daher dürfen wir uns nicht in Euphorie verlieren."

Was rechnet sich Williams - Nicholas Latifi startet von Platz 15 - für Sonntag aus? "An den letzten beiden Wochenenden konnten wir die Quali-Pace nicht im Rennen umsetzen, wir waren die Langsamsten." Mit einem Red Bull, Renault, beiden Haas und Alfa-Romeos im Nacken werde das ein "hartes Rennen". Und Russell merkt an: "Ich bete, dass es morgen regnet, dann könnten wir schneller sein."

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