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Kosten-Reduktion: Teams geben sich optimistisch

Die FOTA ist optimistisch, dass die jüngsten Gespräche zur Reduktion der Kosten in der Formel 1 in Bezug auf die Motoren in die richtige Richtung gehen

(Motorsport-Total.com) - Nicht erst seit der anhaltenden Finanzkrise ist das Einsparen von Kosten in der Formel 1 ein heiß diskutiertes Thema. In den vergangenen Wochen hat sich die Vereinigung der Teams (FOTA) zu einigen Meetings getroffen, um über entsprechende Maßnahmen zu diskutieren, die man anschließend dem Automobilweltverbandes FIA vorlegen möchte.

Martin Whitmarsh

Martin Whitmarsh stellt den unabhängigen Teams billigere Motoren in Aussicht

Auch am Rande des Großen Preises von Brasilien gehen die Diskussionen weiter, dabei schwebt mit der Androhung von FIA-Präsident Max Mosley, Standard-Motoren im Sport einzuführen, ein Damoklesschwert über den Teams. Sie stehen unter Druck, einen Maßnahmenkatalog zu präsentieren, der Mosley zufrieden stellt, so dass dieses Thema möglichst schnell wieder vom Tisch kommen kann.#w1#

"Ich bin optimistisch", wird McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh von 'autosport.com' zitiert und zeigt sich zuversichtlich, dass man im Rahmen der Treffen in Sao Paulo auf einen gemeinsamen Konsens kommt. "Es ist ein großartiger Sport, aber wir können ihn ganz klar besser machen."

Jedes Jahr bringe neue Herausforderungen mit sich, und es gebe im Moment im Sport "realistische und vernünftige Diskussionen über die Kontrolle des Sports und die Art und Weise, wie wir im Sport zusammenarbeiten".

Die FIA, sowie die Formula One Management, müssen nach Aussage des Briten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die kleinen Teams überleben können: "Und sie müssen eine Chance haben, gleichzeitig auch konkurrenzfähig zu sein. Es gab in Shanghai ein paar gute Diskussionen und ich bin mir sicher, dass es auch an diesem Wochenende ein paar gute Gespräche geben wird."

Die beiden Teams Ferrari und Toyota erhöhten dieser Tage den Druck durch ihre Erklärung, dass sie aus dem Sport aussteigen würden, sollten Einheitsmotoren eingeführt werden. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen erklärte gegenüber unseren Kollegen, dass die Position des Münchener Autobauers "ähnlich" ist.

Man könne einen Motor in der Formel 1 nicht als einen "Bedarfsartikel" bezeichnen: "So sehen wir dies absolut nicht. Der Motor ist nicht nur ein Teil des Autos, er ist das Herz des Autos und wir wollen in unserem Formel-1-Auto einen BMW Motor sehen."

Der Deutsche gibt sich jedoch ebenfalls "sehr zuversichtlich", dass sich die FOTA auf ausreichend umfangreiche Veränderungen am Reglement verständigen kann, so dass die FIA überzeugt werden kann, auf die Einführung eines entsprechenden Passus' im Reglement zu verzichten.

Die FIA forderte diese Woche die Hersteller dazu auf, zuzusagen, für 5 Millionen Euro im Jahr Motoren an Kunden zu liefern. Laut Theissen ist dies jedoch nicht möglich. Wenn die Motoren drei Rennen pro Jahr halten müssen, könne man für minimal 10 Millionen Euro pro Jahr kostendeckend arbeiten.

Müsse man die Motoren langlebiger gestalten, um billigere Triebwerke anbieten zu können, würde dies die Entwicklungskosten massiv erhöhen, was ebenfalls nicht im Sinne des Erfinders sein kann: "Die FOTA arbeitet an einem Vorschlag, um den Motor der kommenden Generation den unabhängigen Teams zur Verfügung stellen zu können."

Auch Whitmarsh stellt klar, dass man das Vorhaben der FIA nicht unterstützt. Natürlich könne man das Anliegen der unabhängigen Teams verstehen, für wenig Geld einen Motor zu erhalten: "Aber ich denke, dass durch die FOTA ein guter Kompromiss entwickelt wurde, der die Motoren-Kosten für die unabhängigen Teams ab dem kommenden Jahr signifikant reduzieren wird."