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  • 15.06.2018 · 15:26

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Kompromisse beim Motorenreglement: Mercedes zieht mit!

Die FIA und Liberty Media scheinen Mercedes und McLaren mit einem fixen Zeitplan auf Kurs gebracht zu haben - Wolff akzeptiert weniger Technik für besseres Racing

(Motorsport-Total.com) - Im Streit um das neue Formel-1-Motorenreglement ab der Saison 2021 zeichnet sich ein Kompromiss ab. Mercedes-Sportchef Toto Wolff, der bis zu einem Meeting am Rande des Monaco-Grand-Prix zu den schärfsten Kritikern der gemeinsamen Ideen der FIA und Liberty Medias gehörte, zeigt sich mit den jüngsten Vorschlägen besänftigt: "Ich akzeptiere diesen Kompromiss", sagt er und deutet an, dass seine Marke an Bord bleiben würde. "Wenn wir das tun müssen, bin ich einverstanden."

Chase Carey, Toto Wolff

Chase Carey und Toto Wolff sind sich doch noch handelseinig geworden Zoom

Hintergrund ist, dass Mercedes gerne an dem Hybridelement zur Rückgewinnung von Wärmeenergie, der MGU-H, festgehalten hätte - wegen seiner Bedeutung für den Straßenverkehr der Zukunft. Jedoch will Liberty die Technik opfern, damit die Formel 1 lauter wird und höhere Drehzahlen fahren kann. Man hält das in Verbindung mit der Aufweichung des Benzinlimits für den richtigen Weg, um wieder besseren Sport zu bieten. "Einige dieser Dinge kann ich nachvollziehen", sagt Wolff 'Motorsport-Total.com'.

Die Einsicht hat auch damit zu tun, dass sich Wolff mit dem Argument, die Formel 1 sei technisch zuletzt "einen Schritt zu weit gegangen", anfreunden kann. Beim Thema Sound bleibt er skeptisch, weil neue Generationen von Formel-1-Fans wahrscheinlich nicht mehr mit der natürlichen Verbindung von Lärm und Geschwindigkeit aufwachsen werden, wenn sich Elektromotoren durchsetzen.

Dass die Abschaffung der MGU-H für Libertys Agenda zielführend ist, bezweifelt Wolff nicht: "So bläst du aus dem Auspuff natürlich einen ganz anderen Sound hinaus", meint er. Die dickste Kröte, die Mercedes schlucken muss, betrifft ohnehin eher das Finanzielle als das Sportliche: "Es wirft zusätzliche Entwicklungskosten auf, weil wir einen Parallelmotor entwickeln müssen", weiß Wolff.


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Auch wenn die Zeichen auf Einigung stehen, behält sich Mercedes die Trumpfkarte Ausstieg in der Hand, um die FIA und Liberty doch noch unter Druck zu setzen: "Man hat immer eine Wahl. Wir könnten in Le Mans antreten. Ich liebe Le Mans", sagt Wolff. Da bis 30. Juni die Eckdaten für die Motoren ab 2021 festgezurrt sein sollen, deutet aber vieles darauf hin, dass der Streit beigelegt ist.

Ähnlich besänftigt zeigt man sich bei McLaren: "Wir sind ermutigt, dass Jean Todt uns versichert hat, dass die Regeln bis Ende Juni stehen. Was wir wollten, waren fixe Zeitpläne", meint Unternehmensboss Zak Brown und lobt die neue Führung: "Sie haben gezeigt, dass sie den Teams zuhören."

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