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  • 18.11.2014 · 16:54

  • von Edd Straw (Haymarket)

Kann die Formel 1 von Einfachheit der 1990er-Jahre lernen?

Nach einem Test des 1996er-Williams von Jacques Villeneuve ist Ex-Formel-1-Pilot Karun Chandhok überzeugt, dass sich Szene zurückbesinnen sollte

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Vor diesem Hintergrund glaubt Karun Chandhok, dass man von der Einfachheit der Grand-Prix-Boliden aus den 1990er-Jahren lernen kann. Der ehemalige Formel-1-Pilot in Diensten von HRT und Lotus (das heutige Caterham-Team), derzeit in der Formel E und auf der Langstrecke aktiv, bewegte in den vergangenen Jahren den einen oder anderen historischen Formel-1-Boliden. Anhand dieser Erfahrungen verweist Chandhok darauf, dass die Autos vergangener Epochen weniger komplex und demzufolge billiger, gleichzeitig aber genauso ansprechend wie die heutigen Boliden sind.

Jacques Villeneuve in Monte Carlo 1996

Jacques Villeneuves Williams FW18 löst bei Karun Chandhok Begeisterung aus Zoom

In der vergangenen Woche fuhr Chandhok einen Williams-Renault FW18, mit dem Jacques Villeneuve in der Saison 1996 Vizeweltmeister wurde. Teamkollege Damon Hill gewann mit dem gleichen Auto den WM-Titel. "Was einem als Erstes auffällt, ist, wie einfach das Auto in vielerlei Hinsicht ist", so Chandhok. "Man muss sich nur einmal den Frontflügel ansehen und ihn mit den heutigen, lächerlich aussehenden Frontflügeln, vergleichen. Der 1996er-Williams ist ein Auto, das gut aussieht. Ich kenne niemanden, der beim Anblick dieses Autos sagt, es wäre hässlich."

"Man wünscht sich natürlich immer, dass sich der Sport weiterentwickelt. Irgendwann aber kommt der Punkt, an dem man sich fragt, ob man nicht zu viel Geld für Dinge ausgibt, die die Fans ohnehin nicht interessieren", spricht der Inder auf das aktuelle Technische Reglement an und gibt zu bedenken: "Die Formel 1 hat vieles richtig gemacht, um die Kosten zu senken. Eines ist aber auch klar: Der 1996er-Williams ist deutlich einfacher gehalten als eines der aktuellen Autos. Trotzdem sieht er spektakulär aus. Daraus kann man lernen."

Hinzu kommt, dass ein Weg zurück zu mehr Einfachheit zur Folge hätte, dass die Autos einfacher zu betreiben sind, wie Chandhok betont: "Das Chassis, welches bei meinem Test zum Einsatz kam, wurde 17 Jahre lang nicht bewegt. Die Jungs schraubten einfach Räder dran, ließen den Motor an und schon war ich unterwegs. Zehn Leute für ein Auto, das den WM-Titel gewonnen hat - so einfach geht das. Das zeigt doch, dass die Kosten inzwischen etwas außer Kontrolle geraten sind."

"Frank (Teamchef Williams; Anm. d. Red.) erzählte mir, dass man den WM-Titel in jenem Jahr mit einem Budget von 70 Millionen Britischen Pfund gewonnen hat. Das lässt einen schon nachdenken", sagt Chandkok und stellt heraus: "Das ist das Schöne, wenn man historische Autos bewegt. Man kann mit Leuten sprechen, die die Zahlen und Geschichten von damals ganz genau kennen."

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