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John Watson: Lewis Hamilton ist genau wie früher James Hunt

Ex-Rennfahrer John Watson sieht Parallelen zwischen Lewis Hamilton und James Hunt - Hamilton sollte sich auf seinen Job und seinen vierten WM-Titel konzentrieren

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton kostet das Jetset-Leben eines Formel-1-Weltmeisters in vollen Zügen aus. Zwischen den Grands Prix fliegt der Brite rund um den Globus und lässt seine Fans über seine Social-Media-Kanäle daran teilhaben. Während einige von so einem Leben träumen, gibt es auch Kritiker, die meinen, er übertreibt es und ist zu sehr von seinem Beruf abgelenkt.

Lewis Hamilton

Sportlich zählt Lewis Hamilton zu den erfolgreichsten Fahrern aller Zeiten Zoom

Vor allem die vielen Trips nach Amerika sehen einige kritisch. Dass sich beispielsweise Michael Andretti keine Unterkunft in Europa besorgt hatte und nicht nahe genug beim Team war, war einer der Gründe für sein Scheitern 1993. Aber damals war die Welt noch nicht so vernetzt wie heute.

In Großbritannien zieht die Regenbogenpresse gerne Vergleiche zwischen Hamilton und James Hunt. Nach seinem WM-Titel 1976 war Hunt über Nacht ein Superstar. Und auch Hamilton ist weltweit der bekannteste Formel-1-Pilot. Auch Menschen, die sich nicht für den Rennsport interessieren, ist der 31-Jährige ein Begriff.

Watson: Lewis sollte sich auf seinen Job konzentrieren

John Watson kam etwa zur gleichen Zeit wie Hunt in die Formel 1 und konnte in dessen WM-Jahr auch einen Grand Prix (Österreich) gewinnen. Dennoch hatte Watson weder die sportlichen Erfolge noch genoss er die gleiche Popularität wie sein Landsmann. Er sieht aber Parallelen zu Hamilton: "James hatte so wie Lewis jetzt eine globale Präsenz", betont er in der 'Daily Mail'. Die entscheidende Frage ist, ob sich Hamiltons Lebensstil auf seine Leistung auf der Rennstrecke auswirkt.

Seit seinem Titelgewinn in Austin im Vorjahr konnte er kein Rennen gewinnen, während Teamkollege Nico Rosberg zur Höchstform auflief. "James gewann 1976 den Titel. 1977 und 1978 waren dann die Folge, wenn man Weltmeister ist", blickt Watson auf die wilden Siebziger zurück. "Er war eine Berühmtheit. Sein Fokus schwenkte vom Renncockpit auf Aktivitäten außerhalb ab. Man kann leicht glauben, dass das soziale Leben keinen Einfluss auf deine Performance hat, aber es ist ein schleichender Prozess. Es passiert unterbewusst."

Niki Lauda sieht keine Vergleiche

In Großbritannien wird deswegen schon spekuliert, ob Hamilton ein Jahr Pause einlegt, doch das wies er entschieden zurück. Trotzdem mahnt Watson, dass er sich auf das Wesentliche konzentrieren sollte: "Ich würde Lewis raten, seine Transatlantik-Aktivitäten etwas zurückzuschrauben und sich darauf zu konzentrieren, zum vierten Mal Weltmeister zu werden. Wenn er das nicht will, dann sollte er zusammenpacken und das Feld räumen."

Niki Lauda, James Hunt

Niki Lauda und James Hunt kämpften 1976 um den WM-Titel Zoom

Bei Mercedes gibt man sich bisher gewohnt gelassen. Solange die Performance auf der Rennstrecke stimmt, wird man Hamilton bei seinen Hobbies nicht einschränken. Auch Niki Lauda kannte Hunt sehr gut. Die beiden WM-Konkurrenten von 1976 waren zu ihrer aktiven Zeit komplett gegensätzliche Charaktere, wie der Spielfilm Rush schön aufbereitete. Allerdings war Lauda mit seiner Herangehensweise der deutlich erfolgreichere Fahrer als Hunt.

Vergleiche zwischen Hunt und Hamilton sieht der Österreicher nicht: "Nein. James hat alles gemacht, was ein Rennfahrer wirklich nicht machen darf", hält Lauda in der 'Bild am Sonntag' fest. "Lewis ist diszipliniert und hat ganz sicher nicht so viele Frauengeschichten wie James sie hatte. Ich weiß, dass das Bild manchmal entsteht, aber da muss ich alle enttäuschen. James Hunt war einzigartig. Da müsste der Lewis noch viel mehr anstellen."

Trotzdem glaubt Watson, dass bei Mercedes das Pendel in Richtung Rosberg ausschlägt: "Lewis denkt wahrscheinlich, dass er an Rosberg vorbeifährt, wenn die technischen Probleme gelöst sind. Aber die Dynamik hat sich verändert. Nico könnte es sich leisten, in der ersten Runde in Lewis hineinzukrachen und könnte trotzdem lachend nach Hause gehen." Vor dem Grand Prix von Spanien hat Hamilton 43 WM-Punkte Rückstand auf Rosberg.

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