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James Vowles: So lange dauert es, Williams wieder flott zu machen

Teamchef James Vowles erklärt, warum es Jahre dauern wird, Williams wieder nach vorne zu bringen - Warum er aktuell noch keine konkreten Zeitpläne ausgibt

(Motorsport-Total.com) - Zur Sommerpause der Formel-1-Saison 2023 liegt Williams in der Weltmeisterschaft auf dem siebten Rang vor Haas, Alfa Romeo und AlphaTauri. Ohne Frage ein Erfolg für das Team, das in den vergangenen fünf Saisons viermal auf dem zehnten und letzten WM-Platz landete.

Titel-Bild zur News: Alexander Albon

Dank Alexander Albon liegt Williams in der WM aktuell auf dem siebten Platz Zoom

Für den neuen Teamchef James Vowles ist das allerdings nur ein ganz kleiner Zwischenschritt. Denn der langjährige Mercedes-Mann erklärt, dass es noch Jahre dauern werde, um den Traditionsrennstall in der Formel 1 wieder komplett konkurrenzfähig zu machen.

"Selbst wenn ich einen Spaten hätte und morgen den ersten Spatenstich machen würde, würde es 36 Monate dauern, bis die meiste große Infrastruktur fertiggestellt wäre", erklärt Vowles und erinnert daran, dass andere Teams diese Infrastruktur bereits zur Verfügung hätten.

"Und das ist kein abnormales Zeitfenster", stellt er klar und erklärt, dass selbst die schnellen Dinge mindestens 24 Monate brauchen würden. Und vor allem gehe es dabei auch nur um die reine Infrastruktur des Teams und noch nicht um weitere wichtige Punkte.

Vowles: Wandel der "Kultur" wird drei Jahre dauern

"Es geht nur um Gebäude und Infrastruktur, die nicht da sind", betont Vowles, der erklärt, es gehe aber auch darum "Verhaltensweisen, Kulturen, Systeme" im Team zu verändern. "Wenn wir also von fünf Jahren sprechen, dann hat das einen guten Grund", verrät er.

"Das absolute Minimum", so Vowles, sei "die Einrichtung der Infrastruktur und eine gewisse Zeit, in der man damit lernt und versucht, die Konkurrenten einzuholen, die diese seit 15 Jahren nutzen." Und alles in allem werde das eben um die fünf Jahre brauchen.


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Ein weiterer Punkt betrifft, wie von Vowles bereits angesprochen, die "Kultur" des Teams. "Meiner Erfahrung nach dauert es bei etwa 800 Personen drei Jahre, um eine Kultur in einer Organisation zu verändern", so Vowles, der allerdings klarstellt, dass es sich dabei nur um eine persönliche Schätzung handle.

Zudem hofft der Teamchef, dass die Formel 1 sich in den kommenden Jahren auch selbst verändern wird. Das Ziel müsse es sein, dass jedes Team siegfähig sei, findet er. Das Handicapsystem bei der aerodynamischen Entwicklung sei bereits "ein kleiner Schritt in diese Richtung".

Warum Vowles keine konkreten Zeitpläne ausgibt

"Aber ich denke, der Sport wird in den nächsten drei bis fünf Jahren selbst einen weiteren Wandel durchmachen", so Vowles, der übrigens kein konkretes Ziel ausgibt, wo Williams in fünf Jahren stehen will. Zwar sollte die Zeit seiner Meinung nach ausreichen, um wieder nach vorne zu kommen.

Doch solange das Team noch nicht vollständig sei und er zum Beispiel nicht wisse, "welche Infrastruktur ich tatsächlich zur Verfügung haben werde", sei es schwer, konkrete Zeitpläne zu formulieren. Denn tatsächlich hat Williams auch personell noch einige Lücken.


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Zuletzt verpflichtete man mit Pat Fry zwar einen neuen Technikchef (CTO). Doch zum einen darf dieser erst zum 1. November in Grove anfangen, zum anderen ist das Technikteam damit noch nicht komplett. Gesucht wird unter anderem noch ein Technischer Direktor, der unter Fry arbeiten soll.

Vowles betont daher im Hinblick auf die Ziele von Williams: "Ich werde an jedem Wochenende und in jedem Jahr alles geben, was ich kann. Aber solange man diese Strukturen nicht kennt, erfindet man ehrlich gesagt nur Zahlen." Zudem erinnert er daran, dass er den Job selbst erst Anfang des Jahres übernahm.

"Wir sind jetzt sechs Monate auf dieser Reise. Ihr müsst mich in zwei Jahren noch einmal fragen", so Vowles.

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