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Interview mit Claire Williams: Irgendwie bis 2021 durchhalten!

Das Williams-Team ist 2018 letzte Kraft in der Formel 1: Die Teamchefin erklärt, warum sie für 2021 Mut schöpft und warum es richtig ist, Mitarbeiter zu entlassen

(Motorsport-Total.com) - Claire Williams wirkt verzweifelt. Anders kann man ihre Kommentare in der 'Sunday Times' nicht interpretieren. Der Sonntagszeitung hat die Tochter von Frank Williams kürzlich gesagt: "Unser Sport ist im Grunde genommen kaputt."

Claire Williams

Claire Williams ist Stellvertretende Teamchefin des gleichnamigen Teams Zoom

Das sitzt. Ebenso wie ihre Erläuterung: "Als ich meine Rolle angenommen habe, glaubte ich wirklich, dass wir gewinnen können. Jetzt glaube ich das nicht mehr. Man muss natürlich immer Hoffnung haben und ich hatte immer diesen naiven Gedanken, dass du dafür belohnt wirst, wenn du hart arbeitest. Aber ob das wirklich so ist? Ich weiß es nicht."

"Ich habe mich damit abgefunden, dass außerhalb der drei Topteams niemand mehr gewinnen kann", sagt Williams. "Als ich hier übernommen habe, habe ich mir selbst und allen anderen eingeredet, dass natürlich mehr Teams gewinnen können. Aber die Wahrheit ist, dass die finanzielle Diskrepanz so groß ist, dass es unmöglich ist. Und das ist sehr traurig."

Doch am Freitag vor dem Grand Prix von Bahrain präsentierte Rechteinhaber Liberty Media seine "Vision 2021", die eine gerechtere Verteilung der Formel-1-Einnahmen unter den Teams vorsieht. Williams kündigte daraufhin an, sie werde die Champagnerkorken knallen lassen. Grund genug für uns, sie zu diesem Thema zum Interview zu bitten.

Frage: "Frau Williams, wie kam es zu Ihren Aussagen in der 'Sunday Times'?"
Claire Williams: "Das Schicksal eines Formel-1-Teams zu wenden, geht nicht über Nacht. Das ist harte Arbeit. Und wir haben alles unternommen, was wir unternehmen konnten, um das Team voranzubringen."

"2013 ist uns ein hervorragender Schritt gelungen, und danach hatten wir ein paar gute Jahre. Aber jetzt sehen wir uns wieder ähnlichen Umständen ausgesetzt wie davor. Vergangenes Jahr holten wir ein paar hochrangige neue Leute. Natürlich gingen wir im Glauben in die Saison, dass wir das Blatt wenden würden. Aber da hatten wir wahrscheinlich die falschen Erwartungen."

Abwärtsspirale hat vor mehr als zehn Jahren begonnen

"Ich glaube nicht, dass es damit getan ist, ein paar erfahrene Leute ins Team zu holen. Williams ist eine große Organisation; in unserem Formel-1-Team arbeiten 600 Leute. Natürlich haben wir Probleme, die von oben durchsickern, und wir müssen sicherstellen, dass diese Probleme adressiert werden. Zu sagen, wir seien nicht dort, wo wir gerne wären, wäre die größte Untertreibung."

Frage: "Es gab Zeiten, da war zumindest einer der vier, fünf besten Fahrer immer bei Williams. Man gewinnt den Eindruck, dass jedes Jahr ein halber Schritt zurück gemacht wird."
Williams: "Ja."

Frage: "Warum?"
Williams: "Wenn ich das nur wüsste!"

Frage: "Aus finanziellen Gründen?"
Williams: "Nein. Es wäre zu einfach, das auf die Verteilung der finanziellen Einnahmen in unserem Sport oder auf das Budget zu schieben. Es gibt Teams um uns herum, mit dem gleichen Budget oder sogar weniger, die anscheinend dazu in der Lage sind, einen besseren Job zu machen als wir. Leider. Die Probleme beginnen immer zu Hause in der Fabrik. Aber ich werde unsere Schmutzwäsche sicher nicht öffentlich waschen."

Frank Williams, Claire Williams

Claire Williams hat die Leitung de facto von ihrem Vater Frank übernommen Zoom

Frage: "Wäre es nicht an der Zeit, Ihr Geschäftsmodell zu überdenken?"
Williams: "Das Modell, das Haas - oder in einem geringeren Ausmaß auch Force India - verfolgt, ist kein Modell für Williams. Zumindest früher nicht. Wir sehen uns als ganzheitlichen Konstrukteur und wir sind sehr stolz darauf, dass wir unser Rennauto komplett inhouse designen, bauen und entwickeln. Nur sehr, sehr wenig wird ausgelagert."

"Ob das heutzutage, unter den Bedingungen, die in der Formel 1 herrschen, noch eine zeitgemäße Herangehensweise ist? Vielleicht nicht. Aber das ist im Moment unsere Situation, und mit der müssen wir arbeiten."

Frage: "Sie haben viel mehr Personal als andere Teams mit ähnlichem Budget. Schaffen Sie das bis 2021?"
Williams: "Müssen wir ja, wir haben keine andere Möglichkeit. Wir werden immer in der Formel 1 sein. Das ist unser Geschäft. Also müssen wir kämpfen, und im Moment können wir unsere Leute nur bitten, noch tiefer zu schürfen, hart zu arbeiten und versuchen zu verstehen, wo wir stehen und wie wir da wieder rauskommen. Ich bin kein Ingenieur. Ich kann nicht mit den Ingenieuren darüber diskutieren, was sie da tun. Dafür haben wir Leute wie Paddy (Lowe; Anm. d. Red.) und Dirk de Beer."

Frage: "Aber Ihr Name steht auf dem Firmenschild."
Williams: "Mein Name steht auf dem Firmenschild, das stimmt. Im Moment ist das kein besonders stolzer Anblick."

Williams: Wir hatten keine andere Wahl

Frage: "Sie haben der 'Sunday Times' gesagt, dass die Formel 1 kaputt ist."
Williams: "Ich dachte, das Interview werde für ein Buch geführt."

Frage: "Die Aussage steht aber für einen Richtungswechsel. Bisher haben Sie stets gesagt, dass Sie zufrieden sind mit der Formel 1, dass Sie sich selbst für diesen Weg entschieden haben."
Williams: "Hatten wir denn eine andere Wahl?"

Frage: "Sie hätten die bestehenden Verträge ja nicht unterschreiben müssen."
Williams: "Richtig, genau."

Frage: "Strategiegruppe, all das war Ihre eigene Wahl."
Williams: "Nicht meine persönlich, denn ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht involviert."

Frage: "Aber die Ihres Unternehmens."
Williams: "Das stimmt."


Fotostrecke: Die Williams-Story

Frage: "Glauben Sie also, dass die Einnahmenverteilung von Anfang an ungerecht und falsch war?"
Williams: "Im Nachhinein redet es sich immer leicht, nicht wahr? Was geschehen ist, ist geschehen. Ich war daran nicht beteiligt. Ich glaube nicht, dass die Einnahmenverteilung fair und gerecht ist, und ich habe das auch klipp und klar gesagt. Ist sie nicht. Um das zu erkennen, muss man sich ja nur die Zahlen anschauen."

"Ich war immer der Meinung, dass jeder Sport eine gerechte Ausgangsbasis für alle Teilnehmer schaffen sollte. Wenn Teams darüber hinaus Sponsoren für sich gewinnen können, um zusätzlich zu verdienen, dann schön und gut. Aber wir erleben gerade etwas, was keiner von uns vorhergesehen hat, nämlich dass die Einnahmenverteilung von der Performance entkoppelt wird."

"Die großen Hersteller, die in die Formel 1 kommen, oder die Red Bulls dieser Welt, die haben Zugang zu immensen Ressourcen und geben mehr aus als je zuvor. Vor zehn Jahren haben auch die nämlich noch keine 300, 400 Millionen ausgegeben."

Frage: "Sie aber auch keine 150 Millionen."
Williams: "Aber an der Spitze des Feldes sind die Ausgaben ungleich schneller gestiegen."

Auch Williams hat mehr Budget als vor zehn Jahren

Frage: "Als Sie 1992 mit Nigel Mansell Weltmeister wurden, hat die Saison ungefähr 30 Millionen Britische Pfund gekostet."
Williams: "Stimmt."

Frage: "Ferrari hat schon damals 100 Millionen ausgegeben, also das Dreifache. Das ist doch eine sehr ähnliche Verhältnismäßigkeit wie heute."
Williams: "Ich habe ja immer gesagt, dass es nicht darauf ankommt, wie viel Geld du hast, sondern wie du es einsetzt. Es gibt Beispiele für Teams, die riesige Budgets hatten, aber trotzdem nicht gewonnen haben. Das haben wir in der Vergangenheit mehrfach erlebt."

"Aber ich glaube nicht, dass du mit so einem kleinen Budget langfristig gegen das andere Extrem ankämpfen kannst. Weil du nicht mehr alles ausprobieren kannst, was du ausprobieren möchtest. Fehlendes Geld zwingt dich dazu, Kompromisse einzugehen und schwierige Entscheidungen zu treffen."

Frage: "Sie waren nach der Präsentation der 'Vision 2021' in Bahrain sehr optimistisch."
Williams: "Das war ich."

Jacques Villeneuve, Gerhard Berger

Der letzte Williams-Weltmeister: Jacques Villeneuve in Jerez 1997 Zoom

Frage: "Aber Sie haben sich über die Zukunft der Formel 1 schon immer optimistisch geäußert. Verständlich, schließlich wären Sie auch schlecht beraten, das Business, mit dem Sie Ihr Geld verdienen, schlecht zu reden ..."
Williams: "Ja, genau."

Frage: "Glauben Sie wirklich an die 'Vision 2021' oder kommt da viel zu wenig viel zu spät, um die Formel 1 zu retten?"
Williams: "Ich bin froh, dass es jetzt in diese Richtung geht. Die Formulierung 'zu wenig, zu spät' hat mir nie gefallen. Wann immer eine Änderung zum Guten passiert, ist es eine Änderung zum Guten - egal wann. Ich bin froh darüber, dass jetzt etwas passiert."

"Und ich habe die Formel 1 schon immer positiv betrachtet, weil sie ein toller Sport ist. Ich sehe die Formel 1 nicht positiv, nur weil sie zufällig unser Business ist. Wir lieben, was wir tun, die Formel 1 ist großartiger Sport, und es gibt ohnehin schon genug Menschen, die sie schlechtreden. Dabei könnten wir über so viele positive Dinge sprechen."

"Die Vorschläge, die jetzt gemacht wurden, gehen meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Müssen sie. Und ich gehe fest davon aus, dass wir uns bis 2021 durchschlagen werden, und dann können wir davon profitieren. Ich hoffe nur, dass die verschiedenen Player im Paddock die Bemühungen nicht abwürgen. Denn wir müssen Teams wie unseres schützen."

Die Problematik mit den Arbeitslosen

Frage: "Sie sind in der glücklichen Position, dass ihr Budget ungefähr der geplanten Budgetobergrenze entspricht. Da müssen Sie nicht viel Personal entlassen. Andere Teams hingegen sind gezwungen, hunderte Mitarbeiter arbeitslos zu machen."
Williams: "Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber natürlich wird es eine Herausforderung für die Teams, sich neu aufzustellen und neu zu organisieren."

"Wir begrüßen es in keiner Weise, wenn jemand seinen Arbeitsplatz verliert. Es tut weh, das sagen zu müssen, aber manchmal ist es wichtig, im Interesse des Sports insgesamt auf das große Ganze zu schauen."

Frage: "Sauber musste nach der Trennung von BMW 1.000 Mitarbeiter entlassen."
Williams: "Das ist beängstigend. Aber wenn ich das für mich bewerte, dann muss ich sagen: Wenn wir das jetzt nicht anpacken, dann muss Williams zusperren."

"Ich sehe die Vorschläge von Liberty positiv. Andere sehen sie sehr negativ. Wir haben das Glück, dass die Vorschläge für uns funktionieren. Aber vielleicht zeigt das auch, dass unser Team - von der sportlichen Performance mal abgesehen - ein gutes Modell dafür ist, wie ein Formel-1-Team in Zukunft aussehen sollte."

Pastor Maldonado

Der letzte Williams-Sieger: Pastor Maldonado in Barcelona 2012 Zoom

Frage: "Es gibt auch Haas und Force India als gute Modelle. Teams können also zwischen Modell A, B und C entscheiden."
Williams: "Und McLaren, nicht vergessen."

Frage: "Reden wir über Sergei Sirotkin. Wie sehen Sie seine längerfristige Position im Team?"
Williams: "Wir sprechen grundsätzlich nicht über unsere Fahrerverträge. Aber es ist wie bei jedem anderen Team: Wenn ein Fahrer seine Leistung bringt, hat er einen Platz bei uns."

"Es ist noch früh und er hatte, zugegeben, nicht den besten Saisonstart. Im Qualifying in Melbourne hätte er sich sicher besser schlagen können, aber das war auch sein erstes Qualifying. Wir müssen schauen, wie sich die Saison entwickelt."

"Aber es ist sicher richtig, einem Rookie die Zeit zu geben, die er braucht, und es wäre sicher zu früh, über seine Zukunft nachzudenken. Aber noch einmal: Man wird nicht einen Fahrer entlassen, solange er Leistung bringt, nicht wahr?"

Williams anno 2018 ein Team für Rookies

Frage: "Hat Williams die Struktur dafür, Fahrer-Rookies heranzuführen?"
Williams: "Ja, hundertprozentig. Wir sind jetzt eine andere Organisation als zur Ära von Frank (Williams) und Patrick (Head; Anm. d. Red.). Das muss auch so sein - und ist wahrscheinlich bei allen Teams so. Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass neues Führungspersonal die Kontrolle übernommen hat."

"Es ist wichtig, neue Talente auszubilden. Du kannst Talent nicht einfach nutzen, sondern musst es auch aufbauen. Wir müssen an ihren Fähigkeiten arbeiten, ihr Selbstvertrauen aufbauen. Nur so holt man das Maximum aus Talenten heraus."

"Sportpsychologie hat im letzten Jahrzehnt deutlich an Bedeutung gewonnen. Das ist ein Thema, das den Teamchefs vor 20 Jahren noch nicht so bewusst war. Aber wir alle kennen die Vorteile davon, junge Talente auszubilden und sie nicht einfach ins kalte Wasser zu schmeißen und zu hoffen, dass sie schwimmen."

Frage: "Wie machen Sie das konkret?"
Williams: "Kommunikation. Man gibt ihnen die richtigen Werkzeuge an die Hand. Seien das Sportpsychologen oder zusätzliche Coaches abseits der Rennstrecke. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten."


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"Wir setzen ein Programm auf und stellen sicher, dass die Fahrer einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Wir stellen sicher, dass wir mit ihnen reden, dass sie verstanden werden und ihre Meinung respektiert wird, dass sie wichtig sind. Gleichzeitig müssen sich die Fahrer ins Teamgefüge einfügen. Da sind sie nicht anders als jeder andere Mitarbeiter. Zumindest in unserem Team."

Frage: "Sie haben also Fahrercoaches und Mentaltrainer?"
Williams: "Wenn sie wollen, stellen wir ihnen welche zur Verfügung, ja."

Frage: "In der Formel 1 redet niemand über Fahrercoaches, ..."
Williams: "Ich halte das für eine Schwäche."

Frage: "... ganz anders als im Golfsport."
Williams: "Das sind Rennfahrer, da wird das immer noch als Schwäche gesehen. Ich sehe heutzutage manche Fahrer, wie sie am Pool Yoga machen. Wenn ich Nigel Mansell in den 80ern dabei ertappt hätte, wie er am Pool Yoga macht, hätte ich einen Herzinfarkt erlitten! Aber die Zeiten ändern sich."

Yoga unter Fahrern heute weit verbreitet

Frage: "Welche Fahrer machen heute Yoga am Pool?"
Williams: "Sage ich nicht. Ich halte das für eine tolle Sache. Es liegt in der Natur des Menschen, dass sich solche Dinge ändern. Wir alle wollen letztendlich eine bessere Version von uns selbst sein. Und es gibt Dinge, die uns dabei helfen. Wenn du der Beste sein willst, musst du dich weiterentwickeln."

Frage: "Bietet Russland kommerzielle Möglichkeiten für Williams?"
Williams: "Russland ist ein riesiger Markt, das wissen wir. Andererseits machen es die politischen Rahmenbedingungen im Moment nicht einfach, mit Russland Geschäfte zu machen."

Frage: "Das kommt und geht."
Williams: "Das kommt und geht, aber solange wir unsere internen Prüfungskriterien anlegen, stehen wir Geschäften mit Russland offen gegenüber. Und natürlich hoffen wir, dass ein russischer Fahrer dafür hilfreich ist."

Claire Williams mit Baby im Paddock

Ungewohntes Bild: Mama Claire Williams mit Baby und Kindermädchen im Paddock Zoom

Frage: "Wie gedenken Sie, Ihren scheidenden Titelsponsor Martini zu ersetzen?"
Williams: "Wir machen uns keine Sorgen, nur weil Martini uns verlässt. Natürlich ist es schade, dass es so kommt. Das finde ich wirklich, auch weil sie so großzügig waren und 2013 zu uns kamen, als wir Neunter in der Konstrukteurs-WM waren."

"Sie haben uns nicht nur finanzielle Unterstützung gewährt, die immens wichtig war, sondern sie haben uns auch eine jugendliche Identität verpasst, die wir da gerade gesucht haben. Und bei den Leuten kam das an. Sie sind jetzt Teil der Williams-Familie. Sie zu verlieren, ist aus unserer Sicht schlecht. Aber wir werden Ersatz finden."

Frage: "Mit einem anderen Titelsponsor?"
Williams: "Da möchte ich mich nicht unter Druck setzen. Letztendlich ist es mir egal, ob wir einen Titelsponsor finden oder zehn kleinere Partner, von denen jeder eine Million bezahlt. Solange wir das Budget zustande bringen, das wir zum Rennfahren brauchen, ist alles andere egal."

"Die Situation jetzt ist auch eine Chance. Wenn ein Titelsponsor einsteigt, fantastisch. Aber wenn nicht, dann sind wir als Marke stark genug, um auf eigenen Beinen zu stehen."