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Horner: "Es wird eine andere Art von Rennen"

Christian Horner spricht über die Herausforderungen des neuen Reglements und verrät, wie Red Bull auch im fünften Jahr die WM-Titel in Milton Keynes halten will

(Motorsport-Total.com) - In den vergangenen Jahren war die Vorbereitung auf eine neuen Formel-1-Saison bei Red Bull - zumindest oberflächlich betrachtet - verhältnismäßig einfach. Designer Adrian Newey konnte die erfolgreiche Basis des Autos weiterentwickeln und Jahr für Jahr immer weiter perfektionieren. Dies war für die Saison 2014 nicht mehr möglich, denn durch die Einführung des neuen Technischen Reglements musste auch Red Bull bei der Entwicklung des heute vorgestellten RB10 von Null anfangen.

Christian Horner, Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo, Adrian Newey

Christian Horner und sein Team stellten heute den neuen RB10 vor Zoom

"Durch die großen Regeländerungen wurde vor der Saison 2014 der Reset-Knopf gedrückt. Wir haben mit einem weißen Blatt Papier angefangen", sagt Teamchef Christian Horner. "Das ist für das Design-Team die Gelegenheit, sich an einer neuen Herausforderung festzubeißen. Die größte Herausforderung ist die Antriebseinheit, bei der wir uns in hohem Maße auf unseren Motorenpartner Renault verlassen, dass sie uns eine Antriebseinheit liefern, die genau so konkurrenzfähig wie die unserer Konkurrenten ist", so Horner. "Wir sind aber zuversichtlich, dass dies der Fall sein wird."

Wie viele Konkurrenten geht auch Horner davon aus, dass die Standfestigkeit der neuen Antriebseinheiten mit ihrem 1,6-Liter-Turbomotor und dem größeren und komplexeren Energierückgewinnungssystem ein entscheidender Faktor sein wird. "Eines der Schlüsselelement wird in diesem Jahr der Motor sein. Die Zuverlässigkeit der Antriebseinheit wird kritisch sein", erwartet Horner. "Wer die zuverlässigste Antriebseinheit hat, wird vermutlich an der Spitze stehen. Die Regeln für dieses Jahr haben in vielerlei Beziehung die Karten neu gemischt."

Neue Technik, veränderte Rennen

Doch nicht nur die Technik ist neu, durch das Benzinlimit wird sich nach Ansicht des Teamchefs auch die Charakteristik der Rennen verändern. "Die neuen Regeln werden sich in dieser Saison auf das Rennfahren auswirken. Es wird eine andere Art von Rennen, denn die Benzin-Effizienz ist nun entscheidend, da wird das Rennen nur noch mit 100 Kilogramm Benzin starten dürfen", so Horner. "Die Rennen werden wesentlich taktischer, was eine neue Herausforderung für die Teams und Fahrer ist."

Vor allem in den ersten Grands Prix rechnet Horner mit turbulenten Rennverläufen. "Ich denke es wird einige Rennen dauern, bis sich alles eingespielt hat und die Leute wissen, welche Strategie die richtige ist. Es wird sicherlich vier bis fünf Rennen dauern, bis sich ein klares Bild zeigt." Seine Mannschaft sieht der Teamchef für die Herausforderungen der Saison 2014 gut aufgestellt.

"In den vergangenen Jahren gab es im Team große Kontinuität. Wir haben eine starke Fahrerpaarung und gute Techniker und sind in der Tiefe stark aufgestellt", so Horner, der allerdings mahnt. "Das garantiert aber nichts, die Formel 1 kann wie jeder andere Sport manchmal unberechenbar sein. Es kann mitunter etwas gefährlich sein, wenn man zu zuversichtlich ist."

Red Bull will weitere Erfolge feiern

Doch auch nach vier Fahrer- und Konstrukteurstiteln in Folge sei Red Bull noch lange nicht satt. "Die Atmosphäre im Team ist derzeit hervorragend. Wir sind in den vergangenen vier Jahren auf einer Erfolgswelle geschwommen und sind sehr entschlossen, das auch 2014 fortzusetzen", so Horner. "Es war der intensivste Winter, den wir je hatten. Wir haben das Auto in kürzest möglicher Zeit produziert. Es ist fantastisch, dieses Teamwork zu sehen."

Beim vierten Unternehmen Titelverteidigung möchte Horner Schritt für Schritt vorgehen. "Unser Ansatz ist, aus jeder Veranstaltung das Beste zu machen. Es ist eine lange Saison, ein langer Kalender. Daher ist es wichtig, bei jedem einzelnen Rennen seine Chancen auszunutzen - so, wie wir es in der Vergangenheit auch gemacht haben", sagt Horner. "Das wird in diesem Jahr nicht anders sein."


Präsentation des Red Bull RB10

Neu ist hingegen der zweite Fahrer. Den Platz von Mark Webber hat Daniel Ricciardo eingenommen. "Daniel ist der neue Mann im Team. Auf ihn wird eine steile Lernkurve zukommen, wobei er in Sebastian als viermaligen Weltmeister auf die Messlatte schlechthin in der Formel 1 trifft", sagt Horner. "Das wird für Daniel schwierig, aber er geht es mit genau der richtigen Einstellung an. Er möchte von Sebastians Arbeitsweise lernen und profitieren. Daniel ist ein sehr schneller Rennfahrer und könnte in diesem Jahr für einige überraschende Ergebnisse sorgen. Er hat das Potenzial, ein zukünftiger Star zu werden."

Vor der zehnten Saison von Red Bull in der Formel 1 wagt Horner auch einen Rückblick, tut sich dabei aber schwer, einen einzelnen Höhepunkt herauszugreifen. "Es gab in den vergangenen neun (Saison, Anm. d. Red.) so viele Höhepunkte. Ob es der Gewinn unseres ersten Weltmeistertitels in Abu Dhabi, unser erster Grand-Prix-Sieg mit einem Doppelsieg in China 2009, unsere Erfolge in der Konstrukteurs- oder Fahrermeisterschaft oder all die fantastischen Grand-Prix-Siege sind. Es gab viele Höhepunkte, zu viele, um sie alle aufzuzählen."

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