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  • 18.04.2012 14:41

Hat Mercedes die Reifen wieder im Griff?

Nach dem historischen Triumph in Schanghai reist Mercedes mit gemischten Gefühlen nach Bahrain - Reifenverschleiß könnte wieder zum Problem werden

(Motorsport-Total.com) - Nur sieben Tage nach dem Premierensieg von Nico Rosberg in China, der zugleich der erste Sieg eines Mercedes-Werksteams in der Formel 1 seit 1955 war, wartet auf die Silberpfeile in Bahrain die nächste Bewährungsprobe. "Am vergangenen Sonntag setzte unser Team mit dem Sieg beim Großen Preis von China einen Meilenstein. Aber in unserem Sport gibt es keine Verschnaufpause und unser Fokus liegt bereits auf dem vierten Saisonrennen in Bahrain, das eine Woche nach dem chinesischen Grand Prix gestartet wird", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Nico Rosberg, Michael Schumacher

Können die Mercedes auch in Bahrain wieder an die Spitze fahren? Zoom

"Vor zwei Jahren und 41 Rennen gab unser neu formiertes Silberpfeil-Team sein Debüt auf dieser Strecke. Seitdem haben alle Teammitglieder in Brackley und Brixworth unermüdlich gearbeitet, um die Voraussetzungen für Siege zu schaffen - unsere Leistung in China war ein erstes Erfolgserlebnis in dieser Hinsicht", blickt Haug auf die Aufbauarbeit der vergangenen zwei Jahre zurück. "Dennoch bleiben wir mit beiden Beinen auf dem Boden, das gilt in diesem Jahr mehr denn je zuvor in der Geschichte der Formel 1. Selbst kleinste Details können über Sieg oder Niederlage entscheiden: Am vergangenen Samstag trennten den Ersten und Elften im Qualifying nur drei Zehntel."

Die Strecke vor den Toren der Hauptstadt Mamana bietet drei Kurven, die unter 100 km/h durchfahren werden, sowie vier Geraden, auf denen die Autos schneller als 285 km/h sind. Optimale Traktion und standfeste Bremsen sind in Bahrain demnach der Schlüssel zum Erfolg. "Wir sind seit 2009 nicht auf dieser Streckenvariante in Bahrain gefahren; 2010 enthielt der Streckenverlauf noch eine zusätzliche Schleife mit langsamen Kurven. Die Temperaturen sind in Bahrain traditionell hoch und es gibt sieben Stellen auf einer Runde, an denen aus 150 km/h oder weniger beschleunigt wird. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, auf die Hinterreifen zu achten", sagt Haug.

Reifenproblem gelöst?

In Bahrain wird sich somit zeigen ob Schanghai, als Rosberg für viele Beobachter überraschend mit einer Zwei-Stopp-Strategie zum Sieg fuhr, nur eine Ausnahme war, oder ob der in den ersten beiden Saisonrennen noch als "Reifenfresser" geschmähte Mercedes F1 W03 nun wirklich schonender mit den Pneus umgeht. "An diesem Wochenende erhalten wir die Gelegenheit, mehr über unsere diesbezüglichen Fortschritte mit dem Auto herauszufinden, und zwar bei höheren Temperaturen", hofft Haug.


"Das Team hat sehr hart gearbeitet, um die Reifenschwierigkeiten zu lösen, die uns bei den ersten beiden Rennen beeinträchtigt haben", erklärt auch Teamchef Ross Brawn. "Der Schlüssel für unsere Leistung und die Möglichkeit, an der Spitze mitzukämpfen, ist, die Pirelli-Reifen optimal zu nutzen. Die Temperaturen und Streckenbedingungen in Bahrain werden ganz anders sein als in Schanghai. Dennoch werden wir hart arbeiten, um die bestmögliche Leistung aus dem Auto herauszuholen und ein weiteres starkes Wochenende zu erleben."

"Das Rennen in China gibt dem gesamten Team einen großen Schub. Wir werden unser Bestes geben, um diese Leistung bei den nächsten Rennen zu wiederholen", sagt Michael Schumacher. "Die Saison hat bislang jedoch gezeigt, dass man sich nicht zu sicher sein darf und drei verschiedene Sieger in drei Rennen zeigen, wie eng die Teams in diesem Jahr zusammenliegen. Dennoch ist es gut zu sehen, dass wir mehr und mehr an der Spitze mitkämpfen können und wir wollen versuchen, unsere großartige Pace aus China zum nächsten Rennen am kommenden Wochenende in Bahrain mitzunehmen."

Geringerer DRS-Anteil als in Schanghai

Michael Schumacher

Das DRS kommt in Bahrain etwas seltener als in China zum Einsatz Zoom

Das DRS, welches dank der Kombination mit dem F-Schacht der große Pluspunkt von Mercedes ist, kann im Qualifying in Bahrain auf 46 Prozent einer Runde eingesetzt werden. Zum Vergleich: Am vergangenen Wochenende in Schanghai waren es 53 Prozent. 70 Prozent der Rundendistanz werden mit Volllast gefahren, das ist ein beinahe identischer Anteil wie in Melbourne. Zudem erwartet die Fahrer eine der längsten Boxengassen des Jahres, insgesamt fahren die Piloten 480m mit Geschwindigkeitsbegrenzung.

Dennoch freut sich Rosberg auf die Strecke: "Ich habe sehr gute Erinnerungen an die Strecke in Bahrain. Dort habe ich den Formel-3-Macau-Bahrain-Cup sowie die GP2 Meisterschaft gewonnen und bei meinem Formel-1-Debüt Platz sieben belegt sowie die schnellste Rennrunde erzielt. Ich mag die Strecke also sehr", so der frisch gebackener Grand-Prix-Sieger. "Sie verlangt nach recht wenig Abtrieb und weist einige starke Bremszonen, aber auch schnelle Kurven auf", beschreibt der 26-Jährige die Charakteristik.


Fotos: Mercedes, Großer Preis von China, Sonntag


"Der Streckenverlauf kommt unserem Auto definitiv entgegen", so Rosberg, der jedoch befürchte, "dass die hohen Streckentemperaturen ein Problem werden könnten." Daher ist glaubt der Deutsche, dass eine Wiederholung des Triumphs aus China in der Wüste von Bahrain schwierig wird. "Es ist für uns eine sehr große Herausforderung, die Reifen richtig zu behandeln und das passende Setup für die sicherlich höheren Temperaturen als in China zu finden."

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