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Hamilton: "Weiß nichts von Plänen, Lowe zu holen"

Neo-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton setzt auf Ross Brawn und nicht auf Paddy Lowe als Teamchef und hat noch nie ein so hungriges Team wie Mercedes gesehen

(Motorsport-Total.com) - Noch vor Lewis Hamiltons erstem Auftritt im Mercedes-Boliden wird sein neues Team von zahlreichen Spekulationen und Personalrochaden überschattet. Zunächst wurde der langjährige Motorsportchef Norbert Haug vor die Tür gesetzt und mit der österreichischen Formel-1-Legende Niki Lauda ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender präsentiert. Vor wenigen Tagen wurde dann Laudas Landsmann Toto Wolff, der bisher bei Williams Anteilseigner und geschäftsführender Direktor war, als Haug-Nachfolger präsentiert.

Lewis Hamilton

Hamilton gibt sich in Hinblick auf einen möglichen Teamchefwechsel unwissend Zoom

Und dann wurden auch noch Gerüchte laut, McLaren-Technikchef Paddy Lowe - ein langjähriger Weggefährte Hamiltons - könnte zu Mercedes wechseln und dort Teamchef Ross Brawn ersetzen. "Soweit ich weiß, gibt es keine Pläne, Paddy hierher zu holen", kommentiert Hamilton die Gerüchte. Eine Aussage, die sich übrigens nicht ganz mit Brawns Kommentaren zur Personalie deckt: Der ehemalige Ferrari-Technikchef gibt zu, mit Lowe in Kontakt zu sein, und sieht ihn als Notfalllösung, sollte er aufgrund mangelnden Erfolgs die Lust an seinem Job verlieren.

Geht es nach Hamilton, wird aber genau das nicht passieren: "Mir wurde von Ross versichert, dass er sich langfristig bindet und hier ist, um mit mir zu gewinnen. Das gibt mir Sicherheit und ein positives Gefühl für die Zukunft." Von einem Wechsel Lowes von McLaren zu Mercedes will er nichts wissen: "Es gibt viele großartige Leute hier. Ich hatte mit Paddy zwar tolle Erfahrungen, aber soweit ich weiß arbeitet er für McLaren."

Mercedes hungriger als McLaren?

"Die Jungs scheinen hungriger zu sein als jede andere Mannschaft, die ich bisher gesehen habe" Lewis Hamilton

Er fühlt sich bereits nach wenigen Wochen bei Mercedes mit Brawn eng verbunden: "Es ist für jedes Team wichtig, diese Führungspersönlichkeit zu haben, die die Richtung vorgibt und jeden inspiriert, um diesen zusätzlichen Weg zu gehen. Wenn ich ein Problem habe oder etwas höre, dann kann ich ihn einfach anrufen. Was ich dann auch mache - er räumt dann alle Unklarheiten aus. Wir haben bereits jetzt eine sehr gute Beziehung - bereits seit einiger Zeit."

Der langjährige McLaren-Pilot stellt klar, dass er bei Mercedes keine Eingewöhnungsprobleme hatte: "Ich glaube an die Leute in diesem Team. Die Atmosphäre ist großartig, der Geist ist großartig. Die Jungs scheinen hungriger zu sein als jede andere Mannschaft, die ich bisher gesehen habe. Sie haben wahren Siegeshunger."

Hamilton will langen Atem beweisen

"Es handelt sich um einen Marathon, nicht um einen Sprint" Lewis Hamilton

Ob es allerdings schon dieses Jahr für den ganz großen Erfolg und für seinen zweiten WM-Titel nach 2008 reicht, bezweifelt der Brite: "Man muss geduldig und realistisch sein. Man darf nicht vergessen, wie die vergangenen sechs Jahre bei McLaren gelaufen sind, als wir das Auto jedes Jahr entwickelt haben, und wie lange es dauert, über die Saison hinweg eine Sekunde zu finden. Mercedes war in Brasilien 1,1 Sekunden hinten, in Suzuka waren es fast zwei Sekunden. Wenn man diese Schwankungen sieht, dann muss einem klar sein, dass es schwierig für sie sein wird, in drei Monaten zwei Sekunden oder so aufzuholen."

Sollte er aber in Melbourne zunächst hinterherfahren, wird er die Flinte trotzdem nicht ins Korn werfen, schließlich handelt es sich laut Hamilton "um einen Marathon, nicht um einen Sprint. Ich hoffe, dass wir dieses Jahr konkurrenzfähig sein werden - wenn wir beim ersten Rennen voran liegen, dann wird das spektakulär sein. Sollte das aber nicht der Fall sein, dann müssen wir weiterarbeiten."