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"Hätte es fast versaut": Wehrlein holt ersten Formel-1-Punkt

Pascal Wehrlein fährt in Spielberg den ersten Punkt seiner Formel-1-Karriere ein - Für Manor könnte der erste Zähler seit 2014 viele Millionen Euro wert sein

(Motorsport-Total.com/Sky) - Pascal Wehrlein hat Manor den größten Erfolg in der Geschichte des Teams seit mehr als zwei Jahren beschert. Der Deutsche landete in Spielberg überraschend auf Rang zehn und fuhr damit erst die zweite Punkteplatzierung des Rennstalls überhaupt ein. Für die erste hatte Jules Bianchi mit einem neunten Platz beim Großen Preis von Monaco 2014 gesorgt. "Das Team feiert den Punkt wie einen Rennsieg", jubelt der amtierende DTM-Champion nach dem Rennen. Dabei lief der Grand Prix überhaupt nicht nach Plan.

Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein feierte in Spielberg das beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere Zoom

"Vor dem Rennen hätte ich es fast schon versaut, als ich auf den falschen Startplatz fuhr", lacht Wehrlein nach dem Rennen bei 'Sky Sports F1' und berichtet: "Ich merkte, dass etwas nicht stimmt, denn ich stand hinter Sebastian und dachte mir: 'Nein, da habe ich mich nicht qualifiziert...'" Hintergrund: Felipe Massas Startplatz - direkt vor Wehrlein - blieb frei, weil der Brasilianer aus der Boxengasse startete.

"Eine halbe Sekunden später und sie hätten mich bestraft", atmet Wehrlein durch. Der Manor-Pilot musste zurücksetzen und schaffte es gerade noch so auf seinen Startplatz, bevor das erste Licht an der Ampel anging. Hatte er sich anschließend noch bewegt, wäre eine Strafe unumgänglich gewesen. Doch auch anschließend lief überhaupt nicht alles rund bei Wehrlein.

Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein sortierte sich zunächst auf dem falschen Startplatz ein... Zoom

"Mitte des Rennens sah es einmal ganz schlecht aus, weil wir ein blödes Timing beim zweiten Boxenstopp erwischt haben", berichtet er. "Eine Runde später kam das Safety-Car raus. Dann bin ich von Platz zwölf auf den letzten Platz zurückgeflogen. Dann sind wir vom letzten Platz wieder bis auf Platz zehn nach vorne gefahren, ein super Ergebnis! Am Ende habe ich mit Bottas im Williams gekämpft, was man nicht erwarten konnte. Deshalb sind wir alle super happy!"

"So zehn Runden vor Schluss war mein Ingenieur ganz aufgeregt und hat gesagt: 'Wir sind im Kampf um Punkte! Du musst die Position halten!' Von hinten kam Gutierrez mit frischen Reifen", berichtet Wehrlein, der am Ende fast 50 Runden auf seinen weichen Reifen drauf hatte. Von seinem Ingenieur wollte er übrigens am Ende nichts mehr hören. Mit einem Lachen erklärt er: "Da habe ich gesagt: 'Jetzt sag bitte einfach nichts mehr im Funk!'"

An Bottas kam Wehrlein am Ende zwar nicht mehr vorbei, doch weil Sergio Perez ausfiel, "erbte" Wehrlein noch einen Zähler. Trotzdem bleibt der Deutsche realistisch. Er glaubt nicht, dass Manor nun regelmäßig um Punkte kämpfen kann. "Ehrlich gesagt denke ich das nicht. Ich würde gerne etwas anderes sagen, aber von neun Rennen konnten wir nur in einem punkten - und das war an diesem Wochenende", erinnert er.

"Ich glaube, wir haben sehr viele gute Leute im Team. Das Problem ist aber, dass sie erst am Ende vom letzten beziehungsweise am Anfang von diesem Jahr dazugekommen sind. Da war das Auto für dieses Jahr natürlich schon komplett fertig entwickelt. Ich glaube, den größten Gewinn davon wird man erst nächstes oder übernächstes Jahr sehen", vermutet Wehrlein. In Spielberg sei das Auto außerdem extrem gut mit dem neuen Asphalt klargekommen.


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Dementsprechend möchte er seinen ersten Punktgewinn in der Königsklasse nun einfach genießen. "Natürlich sind unsere Möglichkeiten in diesem Jahr begrenzt. Wir sind das kleinste Team mit den wenigsten Leuten. Wir haben 140 Angestellte. Mercedes hat über 700", erinnert Wehrlein. Daher ist der Punkt auch in finanzieller Hinsicht wichtig, denn Manor liegt nun auf Platz zehn in der Meisterschaft, was am Ende des Jahres wichtige Millionen bedeuten würde "Das stimmt", bestätigt Wehrlein mit einem Lächeln.