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Giovinazzi über Räikkönen: "Noch immer schnell und motiviert"

Antonio Giovinazzi lobt die Einstellung von Kimi Räikkönen bei Alfa Romeo in der Formel-1-Saison 2019 - Der Italiener schaut sich viel beim Finnen ab

(Motorsport-Total.com) - Antonio Giovinazzi hat in seiner Formel-1-Debütsaison bei Alfa Romeo mit Kimi Räikkönen einen ganz besonderen Charakter in der Königsklasse an seiner Seite. Der Finne, der im exklusiven Interview Einblicke in seine Gefühlswelt als Rennfahrer gegeben hat, ist laut dem Italiener hoch motiviert und trotz seiner 39 Jahren noch sehr schnell.

Antonio Giovinazzi

Antonio Giovinazzi freut sich, Kimi Räikkönen an seiner Seite zu haben Zoom

"Er ist wirklich stark", so Giovinazzi. "Das konnte man im Qualifying in Hockenheim sehen, er ist im zweiten Sektor absolute Bestzeit gefahren. Ich denke, er pusht wirklich hart. Für mich ist das besser, weil ich einen starken Teamkollegen habe, der eine gute Referenz für meine Karriere darstellt. Ich denke, das ist positiv für mich."

Stiehlt Räikkönen ihm die Show?

Doch steht der Youngster unter Druck, weil er mit Räikkönen einen Formel-1-Weltmeister (2007) an seiner Seite hat? "Es ist niemals einfach", sagt der 25-Jährige. "Es gibt natürlich positive und negative Aspekte. Auf der einen Seite kann ich viel von ihm lernen, seine Daten ansehen und mir anschauen, was er auf und abseits der Strecke macht."

Jedoch gibt es laut Giovinazzi auch negative Effekte: "Auf der anderen Seite ist er ein Weltmeister, der die Ergebnisse immer liefert. Er wird keine Fehler machen, hat viel Erfahrung und weiß, was er tut." Der Erfahrungsunterschied macht sich natürlich auch in den Ergebnissen bemerkbar, weshalb es für den Italiener schwieriger ist, zu glänzen.

Dennoch ist Giovinazzi glücklich, Räikkönen an seiner Seite zu haben: "Er ist ein schneller Fahrer mit viel Erfahrung. Wenn ich ihn etwas frage, bekomme ich meine Antwort und ich selbst bin seit dem ersten Rennen bis jetzt gewachsen. Daran hat auch Kimi seinen Anteil, weil ich ihn intensiv beobachtet habe."

Räikkönen verlässt sich auf die Erfahrung

Der größte Unterschied zwischen Räikkönen und Giovinazzi ist die Erfahrung. Während Räikkönen schon vor dem Rennwochenende weiß, wie das Auto sich auf einer Strecke zu verhalten haben muss, muss sich Giovinazzi dieses Wissen erst einmal aneignen.


Alfa Romeo: Bereit, loszulegen?

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"Ich habe mir anfangs seine Onboard-Aufnahmen der Rennen angeschaut", erklärt der Italiener. "Ich habe Dinge entdeckt, die er anders macht. Diese Sachen habe ich mir mittlerweile auch angeeignet. Erfahrung ist der Schlüsselfaktor und sie kommt nur, indem ich Rennen fahre."

Die Kommunikation mit Räikkönen scheint reibungslos zu funktionieren, auch wenn der Finne sehr wortkarg ist: "Er ist keiner, der bei Treffen eine Stunde lang das Wort übernimmt. Er kommt sofort zum Punkt und das ist auch für das Team gut", so Giovinazzi. "Auch ich komme mit ihm immer sofort zur Sache, wenn es ein Problem zu lösen gibt."

Giovinazzi mit sich selbst zufrieden

Aktuell liegt Giovinazzi mit einem Punkt in der Gesamtwertung der Formel 1 auf Platz 18. Räikkönen hat hingegen schon 31 Zähler gesammelt, was für Platz acht reicht. Mit seiner Leistung ist Giovinazzi bisher aber zufrieden, auch wenn er sich noch weiter verbessern muss.

Kimi Räikkönen, Antonio Giovinazzi

Giovinazzi schätzt die Arbeit mit Räikkönen Zoom

"Ich bin 2017 nur zwei Rennen gefahren und 2018 nur Le Mans, ein komplett anderes Rennen als ein Formel-1-Rennen", sagt er. "Es ist daher nicht einfach, dann in die Formel 1 zurückzukehren, wo die Besten im Motorsport gegeneinander antreten. Aber das wusste ich schon zu Saisonbeginn. Mein Ziel war es, mich von Rennen zu Rennen zu verbessern und mein Gefühl zurückzubekommen."

"Genau das tue ich jetzt", fügt er hinzu. "Ich hatte ein paar Schwierigkeiten, aber in den vergangenen Rennen war meine Pace da, verglichen mit Kimi. Daher muss ich mit meiner Performance glücklich sein." Er glaubt auch, seine Qualifying-Performance in den Griff bekommen zu haben. Er denkt, seit dem Rennen in Monaco nah an Räikkönen herangekommen zu sein. Jetzt muss er aber noch an seiner Renn-Pace arbeiten.

Grund für die Verbesserungen sieht er in seiner Entwicklung. Der Alfa-Romeo-Fahrer sagt: "Ja, hauptsächlich ist es eine natürliche Evolution, da ich mich immer wohler fühle im Auto. Ich habe mehr Selbstvertrauen, um richtig zu pushen. Damit wird es auch einfacher, die Leistung abzurufen, die ich zeigen will."

Natürlich sieht Giovinazzi noch viel Spielraum für weitere Verbesserungen: "Ich bin nicht in die Formel 1 gekommen und war total bereit. Ich muss mich in allen Bereichen noch verbessern. Ich studiere alle Daten und Unterlagen mit meinen Ingenieuren und meiner Mannschaft. Ich denke, die Resultate werden immer besser, daher arbeiten wir ganz gut."

Räikkönen mit Giovinazzi zufrieden

Räikkönen sagt, dass er ein gutes Verhältnis zu seinem jungen Teamkollegen pflegt. Nur widerwillig lässt sich der "Iceman" auf eine Bewertung des Italieners ein. Jedoch sieht er bei der Frage nach einem Zwischenzeugnis das Team in der Pflicht.


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Er sagt: "Das ist nicht mein Job. Geh runter, da findest du irgendeinen Boss, der dazu was sagen kann. Ich bin nicht der, der ihm ein Zeugnis ausstellen muss. Das habt ihr doch schon längst. Ich finde, er hat den Speed. Aber sicher muss er noch einiges lernen."

Räikkönen hat mit drei sieben Plätzen in Bahrain, Kanada und Ungarn starke Ergebnisse für Alfa Romeo eingefahren. Dazu kommen fünf weitere Top-10-Ergebnisse, die 31 Punkte auf das Konto des Finnen gespült haben. In der Konstrukteurswertung liegt Alfa Romeo mit 32 Zählern auf Platz sieben mit einem Punkt Vorsprung auf Racing Point.

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