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George Russell: Warum heutige Formel-1-Fahrer oft langweilig wirken

George Russell gilt als riesiges Talent, in Interviews wirkt er allerdings regelmäßig ziemlich blass - Der Williams-Pilot erklärt, warum das bei vielen Fahrern so ist

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 wächst gerade eine neuen Fahrergeneration heran. Zwar ist Lewis Hamilton aktuell noch immer der absolute Topstar der Serie, doch mit Max Verstappen, Charles Leclerc, Lando Norris und George Russell gibt es zahlreiche Piloten, die der Königsklasse nach Hamiltons Abschied in einigen Jahren ihren Stempel aufdrücken könnten.

Nicholas Latifi, George Russell

George Russell würde gerne mehr von seiner echten Persönlichkeit zeigen Zoom

Klar ist aber auch, dass viele Piloten dieser neuen Generation, zu der zum Beispiel auch Alexander Albon gehört, sich noch entwickeln müssen - auf und auch abseits der Strecke. So gilt George Russell beispielsweise als großes Talent, die spannendsten Interviews gibt der Williams-Pilot allerdings (noch) nicht. Aber warum ist das so?

"Vor der Kamera kommt unsere wahre Persönlichkeit oft nicht zum Vorschein", erklärt er im Podcast 'Beyond the Grid' und verrät: "Es ist schwierig. Ich habe schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht, wenn ich zum Beispiel etwas gesagt habe und daraus dann eine Headline wurde, die in keinster Weise beabsichtigt war."


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"Da gehst du dann an dein nächstes Interview und denkst dir: 'Ich muss reserviert bleiben, denn letztes Mal habe ich ganz natürlich geredet, aber das wurde total aus dem Kontext gerissen.' Da siehst du dann schnell wie ein Idiot aus, und das Team findet es womöglich auch nicht so toll", erklärt er und nennt auch konkrete Beispiele dafür.

"Nehmen wir das, was ich in Ungarn über Alex [Albon] gesagt habe: Im nächsten Moment gibt es Schlagzeilen, die den Eindruck erwecken, dass ich Alex kritisiere - was überhaupt nicht meine Absicht war. Darum kommen viele Fahrer so langweilig rüber, weil wir uns solche Sprüche einfach nicht leisten können", so Russell.


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"Ich finde das schade, denn wir wollen unsere Gefühle ja ausdrücken", betont er. Eine gute Chance seien dafür die virtuellen Rennen während der Corona-Zwangspause gewesen. "Da konnten wir für ein paar Stunden wir selbst sein, miteinander lachen. Da haben die Menschen gesehen, wie wir wirklich sind, welche Persönlichkeiten wir sind", so Russell.

"Das hat mir sehr gefallen, weil ich zeigen konnte, wie ich bin und wer ich bin. Ehrlich gesagt ist es mir in den letzten 18 Monaten sehr schwergefallen, den Leuten mein wahres Ich zu zeigen, ohne dabei als überheblich missverstanden zu werden oder Schlagzeilen zu produzieren, die in die falsche Richtung gehen", erklärt der ehemalige Formel-2-Champion.

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